Protestaktion an den vergangenen drei Sonntagen

„Ich will wieder Kind sein“: Simon (9) protestiert vor seiner Schule in Obertaufkirchen

Foto von der Protestaktion des neunjährigen Simon aus Obertaufkirchen am 14. Februar.
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Foto von der Protestaktion des neunjährigen Simon aus Obertaufkirchen am 14. Februar. Er besucht die dritte Klasse.

Wochenlang geschlossene Schulen - es fehlen Freunde, Spiel und direkter Unterricht: Der neunjährige Simon wollte das nicht mehr. An allen Sonntagen stand er zuletzt mit Protestplakaten vor seiner Schule in Obertaufkirchen.

Obertaufkirchen - „Die vergessen uns total“, sagte der Sohn - und entschloss sich dann zum Protest. An den vergangenen drei Sonntagen stand der neunjährige Simon dann also vor seiner Grundschule in Obertaufkirchen mit Schildern in der Hand. „Die Kinder werden nicht gehört“, ist sich auch Mutter Bettina im Gespräch mit innsalzach24.de sicher. Sie habe beim Basteln der Plakate geholfen, alles andere sei die Idee des Buben gewesen.


Simon (9) aus Obertaufkirchen protestiert gegen Schulschließungen

Wir protestieren gegen die Schließung von Schulen und Kitas! Auch Kinder haben Rechte!“, stand zum Beispiel auf Simons Schild vom Sonntag, 14. Februar. Die Forderung wurde nun von der Landespolitik erhört - zumindest teilweise. Ab Montag, 22. Februar, wird an Grundschulen, Förderschulen und in Abschlussklassen wieder unterrichtet. Aber auch nur dann, wenn Mindestabstände eingehalten werden können und die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis unter 100 liegt.


„Wir protestieren gegen die Schließung von Schulen und Kitas! Auch Kinder haben Rechte!“

Ja, das „Home-Schooling“ bzw. der Distanzunterricht funktioniere, meinte auch Mutter Bettina aus Obertaufkirchen. „Aber bei den Kindern geht es doch um das Soziale, die Freunde und ums Spielen und nicht darum, alleine vor dem PC zu sitzen.“ Auch Sohn Simon habe ihr in dem Zusammenhang glatt gesagt: „Ich will wieder Kind sein.“ Außerdem funktioniere das Home-Schooling bestimmt nicht in allen Elternhäusern gleich gut, allein schon weil die technischen Voraussetzungen unterschiedlich seien.

Simons Protestaktion vom 31. Januar.

Was fordert Mutter Bettina von der Politik? „Die Kinder sollen einfach wieder hinausgelassen werden. Auch Vereinssport oder Musikunterricht sind ja verboten. Und wenn die Masken schon sein müssen, dann sollen sie zumindest in der Schule am Platz heruntergenommen werden dürfen.“ Kopfschmerzen und trockene Augen wären die Folge bei den Kindern durchs lange Maske-Tragen. Die Kinder seien weiter als viele denken: „Mein Sohn versteht, dass er wegen dem Virus daheim bleiben muss und dass der Virus unsichtbar ist. Aber die Politik fragt die Kinder nicht. Als würden sie nicht existieren.“

„Die Kindheit ist so kurz. Aber den Buben und Mädchen jetzt so eine Bürde auferlegen, da mutet man ihnen zu viel zu“, so die Obertaufkirchenerin abschließend. Protest gegen die Corona-Maßnahmen in der Bildung gab es jüngst auch in Altötting und Wasserburg.

xe

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