Autos raus aus dem Ort

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Zwei Varianten sind es, die der Gemeinde als realisierbar für eine Ortsumfahrung erscheinen. Sie führen östlich an der Gemeinde vorbei. Die Kosten - allein für den zweiten Bauabschnittschnitt - liegen bei über drei Millionen Euro.

Obertaufkirchen - Laut könnte es in Obertaufkirchen zugehen, wenn die Autobahn kommt. 3700 Autos - so Statistiken - würden dann täglich durch den Ort rauschen, eine Verdopplung.

Deshalb gibt es Pläne für eine Ortsumfahrung. Ein Projekt, dass rund acht Millionen Euro kosten würde.

Bürgermeister Franz Ehgartner hat einen Wunsch: das die Ortsumgehung zeitgleich mit der Autobahn, sprich 2018, fertig ist. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

"Das ganze Projekt ist für den Ort lebensnotwendig", sagt der Gemeindechef. Eben weil diese Maßnahme als Vorarbeit für die eigentliche Ortsumgehung gilt.

Die Fakten: Es gibt Pläne, die die Maßnahme in zwei Bauabschnitte gliedern. Bauabschnitt eins sieht den Bau eines Kreisverkehrs vor. An der Isentalstraße. Dort, wo derzeit der Bahnübergang bei Rampoldsheim liegt. Der kommt weg. Dafür ist eine Brücke geplant. Diese schließt über die Bahnlinie an den Kreisverkehr an, und mündet in die Straße, die von Rampoldsheim nach Obertaufkirchen führt.

Der Bahnübergang bei Rampoldsheim soll im ersten Bauabschnitt verschwinden. Ziel des Projekts ist es, den Verkehr aus Obertaufkirchen rauszuleiten.

Für diesen Bauabschnitt zwei gab es verschiedenste Entwürfe. Einer sah die Straßenführung westlich der Gemeinde vor. Zweimal hätte die Ornau gequert werden müssen. Kosten: 7,8 Millionen Euro. Darüber konnte Ehgartner nur den Kopf schütteln. Zwei andere Varianten gefallen ihm da viel besser. Beide führen östlich an der Gemeinde vorbei, beginnend am neuen Kreisverkehr - und führen - entlang der geplanten B15-neu-Trasse - bis zur Autobahnanschlussstelle.

Zwei Varianten sind in der Diskussion, beide führen durch Felder. Deshalb gab es vor ein paar Tagen ein Gespräch mit den Grundeigentümern, alle Landwirte. Die zeigten sich zunächst überrascht von den Plänen: "Aber ich habe das persönliche Gefühl, dass wir eine Lösung finden werden", sagt Ehgartner.

Er kann sich auch schon zu den Kosten äußern: Bauabschnitt eins, also der Bau des Kreisverkehrs, schlägt mit rund 4,75 Millionen Euro zu Buche. Je nach gewählter Variante werden dann für den zweiten Abschnitt noch einmal zwischen 3,1 und 3,6 Millionen Euro fällig. Finaziert wird der erste Abschnitt vom Bund, der Bahn und dem Landkreis. Letzterer kann auf eine Förderung des Freistaates hoffen.

Wer den zweiten Bauabschnitt bezahlt, ist noch unklar. "Das hängt vom Träger ab", sagt Ehgartner. Das könnte die Gemeinde sein. Und wer bezahlt, darf auch entscheiden, welche Variante umgesetzt wird.

Neben den Landbesitzern gilt es für Ehgartner, noch eine weitere Gruppe auf die Seite der Ortsumfahrungs-Befürworter zu bekommen - die Naturschützer. Deshalb wurden auch deren Belange in einem Gutachten erfasst. Und der Gemeinde-Chef hat gute Nachrichten: "Bei der favorisierten Planung sind keine Biotope negativ betroffen", sagt er. Lediglich eine kleine Eibe müsse gefällt werden.

Der Nutzen für den Ort wiegt diesen Verlust seiner Meinung nach mehr als auf: Gut 1500 Autos fahren derzeit täglich durch Obertaufkirchen, Schätzungen sagen, dass es ab 2018 gut 3700 Fahrzeuge werden könnten. "Gut, im Vergleich zu Dorfen ist das nicht viel. Die zählen 15000 Autros täglich", so Ehgartner. Dennoch: Seiner Gemeinde möchte er die Verdopplung nicht zumuten. Deshalb hofft er weiterhin auf gute Gespräche - zunächst mit den Grundeigentümern, dann mit Landkreis, Bund und Bahn. Weitere Infoveranstaltungen werde es in jedem Fall geben.

bst/Mühldorfer Anzeiger

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