Facebook-Post der FFW Obertaufkirchen geht viral

Beschwerde über Sirene und Martinshorn in der Nacht: Feuerwehr findet klare Worte

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Nachts steht ein Einfamilienhaus in Buchbach in Flammen. Verletzt wurde zum Glück niemand.
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Obertaufkirchen - Ist man in Not, freut man sich, die Sirenen der Einsatzkräfte zu hören. Denn dann weiß man: Hilfe naht. Doch manch einer fragt sich vielleicht: Muss das denn sein, dass die Feuerwehr Sirene und Martinshorn auch nachts einschaltet? Mit ihrem Aufklärungspost landet die FFW Obertaufkirchen einen Hit.

Die Antwort der Feuerwehr Obertaufkirchen ist klar und deutlich: "Ja, das muss sein!" Auf Facebook haben die Floriansjünger einen Post veröffentlicht, der laut Robert Huber, 1. Vorsitzendem der FFW Obertaufkirchen, "die Leid einfach aufklären soll, weil es viele nicht wissen."

Einsatz wegen Vollbrand eines Wohnhauses Grund für Beschwerde

Auslöser für den Post war ein Einsatz am 24. Juli. Nachts um 2.50 Uhr wurde über den polizeilichen Notruf mitgeteilt, dass ein Einfamilienhaus in Schwaig bei Buchbach brennen würde. Die Sirene auf dem Dach der Grundschule in Obertaufkirchen heult, die ehrenamtlichen Feuerwehrler eilen zum Feuerhaus, springen ins Einsatzfahrzeug und fahren mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort. Es muss schnell gehen, schließlich weiß man nie, ob Menschenleben in Gefahr sind. Bei diesem Brand wurde glücklicherweise niemand verletzt, obwohl das Wohnhaus nicht mehr zu retten war und vollständig ausgebrannt ist.

Einfamilienhaus in Buchbach in Vollbrand

Huber: "Wir sind rein rechtlich dazu verpflichtet"

Doch muss die Obertaufkirchner Feuerwehr wirklich mit Martinshorn ausrücken? Laut Robert Huber sorgte diese Frage im Ort offenbar für Diskussionen. Ein Ortsansässiger sei dann auf sie zugekommen und hätte sich beschwert. Huber verteidigt im Gespräch mit innsalzach24.de die Einsatzfahrten mit Martinshorn: "Wir sind rein rechtlich dazu verpflichtet." 

Im Facebook-Post erklärt die Wehr die Details: "Genau genommen regelt das nämlich die StVO. Um das Sonder- und Wegerecht in Anspruch zu nehmen müssen laut StVO (§ 38, Abs.I/II) sowohl das Blaulicht, als auch das Martinshorn aktiviert sein, um die weiteren Verkehrsteilnehmer frühzeitig und sicher zu warnen. Wann das Martinshorn aktiviert wird, entscheidet immer der Fahrer. Fährt er ohne akustische Warnung, handelt er im Zweifel fahrlässig und haftet dafür selbst. Ganz ohne Versicherungsschutz und mit der großen Verantwortung über die weiteren, freiwilligen Einsatzkräfte."

Resonanz auf Facebook-Post überwältigend

Huber erläutert, dass sie beim Losfahren am Feuerwehrhaus immer das Martinshorn einschalten würden. "Das Feuerwehrhaus befindet sich an einer unübersichtlichen Stelle im Ort. Da gehen wir lieber auf Nummer sicher." Durchgehend sei das Horn dann bei der Einsatzfahrt nicht an, aber eben an eventuell gefährlichen Stellen.

Über die hohe Reichweite des Facebook-Posts freut sich Huber sehr. "Des is da Wahnsinn. Seit Veröffentlichung haben ihn schon mehr als 60.000 Personen angeschaut." Auch die Resonanz sei durchweg positiv. Für alle, die sich dennoch über Sirene und Martinshorn aufregen, findet Huber klare Worte: "De mecht ich dann hören, wenn sie selbst Hilfe brauchen." Denn wie schreibt die Feuerwehr Obertaufkirchen so treffend in ihrem Post: "Während nach dem Ausrücken ein Teil der Bevölkerung (genervt) wieder einschlafen muss, müssen wir Höchstleistung bringen. Eventuell sogar die ganze Nacht und ganz sicher freiwillig und absolut unentgeltlich!"

mh

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