Noch viel Klärungsbedarf

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Kleinsteinpflasterung, wie auf dem Bild am Tüßlinger Marktplatz, schlug Architekt Gerhard Bichler auch für die Straße am Kirchplatz vor. Mehrkosten: 25000 Euro. Franz Unterforsthuber ist das zuviel Luxus: Man solle lieber erst an die Sicherheit der Fußgänger denken und ordentliche Bürgersteige bauen.

Die Dorferneuerung in Polling: Wie sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung herausgestellt hat, besteht noch viel Klärungsbedarf, was die Neugestaltung des Kirchplatzes sowie mögliche Parkplätze an der Schule betrifft.

Vor allem die Kostenfrage des gesamten Projektes blieb nach einer ausgiebigen Diskussion in der Sitzung ungeklärt. Bürgermeister Hans Schmidbauer informierte die Gemeinderäte darüber, dass es eine Bürgerbeteiligung zu diesem Thema im Sportheim gegeben habe und die Förderung über das Konjunkturprogramm II beantragt worden sei. Das Kriegerdenkmal, dessen Verlegung ursprünglich geplant gewesen sei, behalte seinen Platz, weil mit der KSK keine Einigung erzielt worden sei, fügte Schmidbauer hinzu.

Die bisherige Planung von Architekt Gerhard Bichler habe im Amt für Ländliche Entwicklung Zustimmung gefunden, eine gute Voraussetzung für die Förderung, so Schmidbauer. Mehr noch: Da wohl nicht alle Mittel des Konjunkturprogramms ausgeschöpft würden, stellte das Amt für Ländliche Entwicklung weitere Zuschussmöglichkeiten in Aussicht, wenn die Dorferneuerungsmaßnahme vom Kirchplatz fortgeführte würde über die Sanierung der Grünbacher Straße bis zum neuen Schulparkplatz und weiter bis zur Kreisstraße. "Man sollte die Chance nutzen", so die Ansicht Schmidbauers. Allerdings dränge die Zeit, bis zum 1. Oktober sollten die Förderanträge im Amt für Ländliche Entwicklung eingetroffen sein.

Für die Diskussion sorgte dann aber die Anregung Bichlers, die vorbeiführende Straße nicht zu teeren, sondern mit Kleinsteinpflaster zu versehen. "Dies würde auch zur Verkehrssicherheit beitragen, weil es unwillkürlich dem Verkehrsteilnehmer signalisiert: Hier ist ein wichtiger Bereich, hier gehe ich vom Gas", begründete Bichler diesen Alternativvorschlag. Zu der bereits vom Gemeinderat abgesegneten Planung am Kirchplatz in Höhe von rund 256000 Euro, wovon 50 Prozent an Zuschüssen zu erwarten sind, kämen laut der etwas schwer nachzuvollziehbaren Darstellung des Architekten rund 25000 Euro für die Pflasterung der Straße hinzu, 15000 Euro für die Sanierung der Friedhofsmauer, 7500 Euro für Baumgitter.

Dann aber überschlugen sich die Kosten: Weitere Maßnahmen, wie die Erstellung des Parkplatzes an der Schule würden laut der Ausführung des Architeten rund 390000 Euro kosten. Zum Schluss der Diskussion standen dann mehr als 800000 Euro im Raum, die die gesamte Maßnahme bis zur Kreisstraße verschlingen würde, wobei die Zahlen für so manchen Gemeinderat nicht nachvollziehbar erschienen. Auch Schmidbauer musste zugeben, dass er vor dieser Sitzung nicht mit einer derartigen Explosion der Kosten gerechnet habe.

Bichler entgegnete, dass es nicht von Nachteil sei, das Gesamtpaket zu beantragen. Die Gemeinde würde keinen Schaden nehmen, sollten zugesicherte Zuschüsse nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden. Außerdem könnten Maßnahmen auch wegfallen, wenn sich beispielsweise herausstelle, dass der Unterbau der Straße in Ordnung wäre. "Das sind gleich 35000 Euro weniger."

Der Gemeinderat blieb allerdings skeptisch. Lorenz Kronberger (CSU) machte deutlich, dass die Gemeinde insgesamt 500000 Euro für die Dorferneuerungsmaßnahme bereitstellen wollte. Die nun im Raum stehenden Kosten würden dies bei weitem überschreiten. "Das geht an die Grenze der Belastbarkeit", so Kronberger. Auch Konrad Wimmer (UWG) meinte: "Wir können nicht planen und planen und zum Schluss stellt sich raus, dass es wir uns nicht leisten können." Bevor Zuschüsse angefordert würden, müsse man sich über den Umfang der Kosten im Klaren sein, meinte auch Wolfgang Lohr (CSU).

Franz Unterforsthuber (UWG) betonte, das es vor allem darum gehe, Sicherheit für Fußgänger herzustellen. Luxuriöse Ergänzungen müssten hinten anstehen.

Hans Schmidbauer erschien die Summe von 390000 Euro alleine für den Schulparkplatz als zu hoch. Also schlug er vor: "Wir müssen das Konzept nochmals überarbeiten." Er forderte die Darlegung der echten Kosten, erst dann könne das Gremium entscheiden. Ganz anders die Meinung von Josef Mooshuber (CSU): "Ich würde abstimmen", um die Zuschussanträge einreichen zu können. "Die Planung können wir ja dann immer noch ändern."

Schließlich stellte sich der Gemeinderat hinter die bisherige Planung am Kirchplatz, die Maßnahme am Kirchplatz soll auf jeden Fall auf den Weg gebracht werden. Die Zuschüsse dafür beim Amt für Ländliche Entwicklung wurden schon beantragt. Für die Einreichung weiterer Maßnahmen wurde der Gemeinde ein Zeitaufschub bewilligt.

je/Mühldorfer Anzeiger

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