Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kreisbrandrat empört Teilnehmer der Jahreshauptversammlung

Wie sicher ist Neumarkt-St.Veit? Feuerwehrleute diskutieren die Lage im Ort

Beim Brand der Genossenschaft in Neumarkt vor drei Jahren unterstützte eine Drehleiter die Löscharbeiten. Die musste aber von auswärts anrücken, weil es in der Rottstadt keine gibt. Im selben jahr hat die Neumarkter Feuerwehr den Antrag zum Kauf eines Drehleiterfahrzeuges gestellt. Im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplanes wird nun geprüft, ob ein solches Feuerwehrfahrzeug in Neumarkt-St. Veit nötig ist.
+
Beim Brand der Genossenschaft in Neumarkt vor drei Jahren unterstützte eine Drehleiter die Löscharbeiten. Die musste aber von auswärts anrücken, weil es in der Rottstadt keine gibt. Im selben jahr hat die Neumarkter Feuerwehr den Antrag zum Kauf eines Drehleiterfahrzeuges gestellt. Im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplanes wird nun geprüft, ob ein solches Feuerwehrfahrzeug in Neumarkt-St. Veit nötig ist.

Bei der Jahresversammlung der Feuerwehr Neumarkt-St.Veit im Landgasthaus Holzkarrer ging es unter anderem um die Sicherheit des Ortes. Eine Äußerung von Kreisbrandrat Harald Lechertshuber sorgte für Empörung.

Neumarkt-St.Veit – Der Kreisbrandrat lobte zwar das Engagement der Neumarkter Feuerwehrleute sowie die finanziellen Hilfen von Stadt und Landkreis. Er sprach aber auch den kürzlich vorgebrachten Bedarfsplan an. Wenn dessen wie er selbst betonte „teure“ Forderungen nicht erfüllt würden, sähe er die Sicherheit der Bürger der Stadt gefährdet.

Sicherheit der Stadt steht auf dem Spiel

Er forderte, baldmöglichst ein Gremium aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr zu bilden, das Wege findet, die Forderungen des Bedarfsplanes zu erfüllen. Er hätte Verständnis, wenn Bürger die Stadt verließen, weil sie der Meinung seien, für ihre Sicherheit werde zu wenig gesorgt.

Beifall für drei neue Kreisbandmeisterstellen

Viel Beifall erhielt er für die Bekanntgabe, dass Landrat Maximilian Heimerl drei neue Kreisbrandmeisterstellen genehmigt habe, von denen eine für den Bereich von Kreisbrandinspektor Werner Hummel, zu dem die Neumarkter Wehren gehören, vorgesehen und auch schon vergeben sei.

Baumgartner weist Kritik an Sicherheit zurück

Bürgermeister Erwin Baumgartner sah sich bezüglich Sicherheit einem unberechtigten Vorwurf konfrontiert, dem er unmittelbar entgegnete: Er und alle Stadträte stünden voll hinter den sieben freiwilligen Feuerwehren, die in seiner Amtszeit fast alle neue Fahrzeuge erhalten hätten. Nach Kräften werden die notwendigen Anschaffungen getätigt. Das sei in der flächenmäßig größten Gemeinde des Landkreises allerdings eine schwere Aufgabe.

Auch interessant: Söder verkündet neuen „CSU-General“: Martin Huber soll es richten

Bedarfsplan umfasst 355 Seiten

Wie Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) auf Nachfrage mitteilt, habe es zur Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplanes im April eine nicht öffentliche Stadtratssitzung gegeben, an der alle Kommandanten, stellvertretenden Kommandanten und auch Kreisbrandrat Harald Lechertshuber teilgenommen hatten. 355 Seiten umfasse dieser Plan, den Andreas Dittlmann erarbeitet hat und der im Juli 2021 im Rathaus den Verantwortlichen vorgestellt worden sei. Wegen der Corona-Vorgaben hat sich die Vorstellung im großen Rahmen mit den Kommandanten und dem gesamten Stadtrat etwas verzögert.

Auch finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt berücksichtigen

Im Wesentlichen beinhalte ein solcher Bedarfsplan die Durchführung von Gefährdungs- und Risikoanalysen, die Bestimmung des Schutzzieles sowie die Festlegung der Ausstattung der gemeindlichen Feuerwehren zur Erfüllung dieses Schutzzieles. Dabei müsse geprüft werden, ob die einzelnen Feuerwehren in der Lage sind, die Vorgaben und Vorschläge mit ausreichendem Personal zu bewerkstelligen und auch die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Auch die finanzielle Leistungsfähigkeit sei im Bezug auf Anschaffungen zu berücksichtigen.

Mit 200 Dienstleistenden die mit Abstand größte Einrichtung

„Die sieben Neumarkter Feuerwehren mit über 200 ehrenamtlichen Dienstleistenden, ist im ganzen Landkreis mit Abstand die größte Einrichtung und die Neumarkter Feuerwehren sollen auch gemeinsam betrachtet werden“, findet Baumgartner. Die Stadt könne es sich nicht leisten, dass jede Feuerwehr nur seinen eigenen Bereich sieht. Den Feuerwehrbedarfsplan sieht er als Katalog, aus dem man ablesen könne, was der einzelnen Feuerwehr zusteht. „Es muss zum einen wirklich notwendig und auch finanzierbar sein!“

Das könnte Sie auch interessieren: Start frei für die fünfte Jahreszeit – Aber in Neumarkt-St. Veit wird das Bier teurer

Nach Ansicht Baumgartners enthalte der Bedarfsplan ein großes Potenzial an politischem Sprengstoff für die Bürgerschaft in den einzelnen Ortsteilen. „Wenn bei den Neubauten von Feuerwehrhäusern folgerichtig daran gedacht wird, Feuerwehren zusammenzulegen, mag das feuerwehrtechnisch (...) richtig sein, aber gesellschaftlich und bürgerschaftlich ist das ein besonderes Thema!“

Nachdem die Neumarkter Feuerwehr im November 2019 einen Antrag auf Beschaffung eines Drehleiterfahrzeuges gestellt habe, rückt Baumgartner diesen Wunsch im Rahmen der Diskussion um den Bedarfsplan in den Fokus. Es bedürfe einer „Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse der genannten Gebäude, die als Rechtfertigung für eine Drehleiter aufgeführt sind.

Mit dem Bauamt des Landkreises werde die Stadt die Verhältnisse abklären. Baumgartner spricht nur von einer Handvoll Gebäude, für die im Brandfall eine Drehleiter nötig sei.

Termin für die Rückäußerung auf Ende September verschoben

Am Ende der Stadtratssitzung seien laut Baumgartner die sieben Kommandanten um eine schriftliche Stellungnahme zu den Ausführungen für ihre Feuerwehr gebeten worden. „Es hilft uns nicht, wenn hier Investitionen oder auch Veränderungen vorgeschlagen sind, die von der betroffenen Feuerwehr gar nicht gewünscht sind, nicht mitgetragen oder nicht geleistet werden.“

Kommandanten haben bereits um Fristverlängerung gebeten

Als Termin für die Rückäußerung sei Ende Mai vorgeschlagen worden, inzwischen hätten die Kommandanten aber wegen der Komplexität um eine Fristverlängerung bis Ende September 2022 gebeten.

Nach Einschätzung des Bürgermeisters hätten die Kommandanten damit gezeigt, wie schwierig, aber auch politisch explosiv ein sorgloser Umgang mit dem Bedarfsplan ist.

Zu den Einlassungen des Kreisbrandrates in der Feuerwehrversammlung sagt Baumgartner, dass er Lechertshubers Ausführungen „ohne Rücksprache aus einer nichtöffentlichen Sitzung nicht für angemessen und sinnvoll“ ansieht. „Aber wir werden das ordentlich und sauber abarbeiten und der Stadtrat muss dann entscheiden.“ Dies werde dann auch öffentlich verhandelt, so Erwin Baumgartner.

Lob für Mut und Einsatzwillen

Aus den Grußworten der stellvertretenden Landrätin Ilse Preisinger-Sontag, Bürgermeister Erwin Baumgartner und des Feuerwehrreferenten Christian Perau ging hervor, wie wichtig ehrenamtliche Helfer für die alltägliche Sicherheit in Zeiten von Naturkatastrophen und einem Krieg in Europa seien. Sie lobten den Mut und den Einsatzwillen, die Ausbildungsbereitschaft und den Übungsfleiß.

Die beiden Vorsitzenden David Poplawski und Christoph Huber bedauerten, dass die Corona-Bestimmungen im Jahr 2021 keine gesellschaftlichen Unternehmungen wie Sommerfest oder Radlausflug zugelassen hätten.

Die aktuelle Mitgliederzahl gaben sie mit 647 an. Umfangreicher war die Vorschau für 2022, wo bereits der Gedenkgottesdienst und das Sommerfest feststehen. Geplant seien ein Radlausflug und eine Adventsfeier.

46 Aktive und 13 Jugendliche bei der Feuerwehr

Kommandant Otto Sieber verfügt derzeit über 46 Aktive und 13 Jugendliche. In 59 Einsätzen haben sie 393 Stunden lang Dienste verrichtet. Darunter waren zwei Brandeinsätze, ein ABC-Gefahrstoffeinsatz, 39 technische Hilfeleistungen, zwei Sicherheitswachen, vier Fehlalarme und fünf „sonstige Hilfeleistungen“. Die Brandschutzerziehung wurde rege betrieben. Im Rahmen der Möglichkeiten wurde 3000 Stunden geübt, gewartet, getestet und sich weitergebildet, sogar an staatlichen Feuerwehrschulen. Die Einsatzfähigkeit war jederzeit gegeben.

Hoffnung auf mehr fördernde Mitglieder

Schatzmeister Anton Niedermeier konnte nur die Mitgliedsbeiträge als Einnahmen melden, auch die Ausgaben hielten sich wegen der Pandemie sehr in Grenzen. Der Ertrag für Rücklagen war gering, weil die Haupteinnahme Sommerfest nicht stattfinden durfte. Er bedauerte schließlich, dass der Neumarkter Feuerwehrverein nur 548 fördernde Mitglieder aufweise, wenn doch der Jahresbeitrag lediglich zehn Euro betrage.

Die geehrten und neuen Feuerwehrleute mit den Verantwortlichen aus der Feuerwehrführung und der Politik: (von links) Oliver Schebestu, Markus Fuchshuber, Kreisbandrat Harald Lechertshuber, Vize-Landrätin Ilse Preisinger-Sontag, Patrick Vomberg, Michael Schneider, Maximilian Haider, Monika Thaler, Stefan Hobmaier, Stefan Saller, Helmut Haindlfinger, Kommandant Otto Sieber und Bürgermeister Erwin Baumgartner.

Auch Ehrungen in der Versammlung

Im Rahmen der Versammlung gab es auch Ehrungen. Es erhielten Urkunden für zehn Jahre Dienst: Stefan Saller, für 20 Jahre: Markus Fuchshuber, für 30 Jahre Helmut Haindlfinger und Patrick Vomberg.

Fiona Köhler und Monika Thaller wurden zu Feuerwehrfrauen befördert, Maximilian Haider, Stefan Hobmaier, Michael Schneider und Oliver Schebestu zu Feuerwehrmännern.

Kommentare