Neue Strömungsretter in Mühldorf

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Mühldorf - Die Ereignisse in den letzten Jahren haben gezeigt, wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatztruppe ist.

Ein normalerweise ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter schnell zu einem reißenden Gewässer werden, in dem ein klassischer Motorrettungsbooteinsatz nicht mehr möglich ist. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch ein Rettungsschwimmer nach bisherigen Standards nicht mehr eingesetzt werden.

Angelehnt an den amerikanischen Swiftwater Rescue Technician (SRT) hat die DLRG als größte Wasserrettungsorganisation der Welt vor einigen Jahren ein Konzept entwickelt, um die ehrenamtlichen Fachkräfte noch besser in diesem Bereich zu schulen. Der DLRG-Strömungsretter ist ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er wird grundsätzlich im Team eingesetzt und ist durch eine spezielle Schutzausrüstung vor den besonderen Gefahren in Flüssen und Hochwassergebieten geschützt.

Im September haben erfahrene Wasserretter aus ganz Oberbayern den anspruchsvollen Lehrgang zum Strömungsretter erfolgreich abgeschlossen. Darunter auch Mitglieder des Mühldorfer Stützpunktes der DLRG Taufkirchen (Vils). Die Theorie fand in der neuen DLRG-Wache am Münchner Fasaneriesee statt, die Praxis übten die Lebensretter an der Tiroler Ache bei Schleching (Landkreis Traunstein). Veranstaltet wurde der Lehrgang vom DLRG Bezirk Oberbayern e.V.

"Ein Hochwasser kann auch bei uns selbst kleine Flüsse und Bäche zu schnell fließenden Gewässern machen und für Wasserretter ohne spezielle Ausrüstung und Ausbildung zu einer Gefahr werden", so Ralf Waidmann, Leiter des Mühldorfer Stützpunktes und Ausbilder in der DLRG. "Vor allem hier im Landkreis Mühldorf haben wir gleich mehrere Fließgewässer, welche eine entsprechende Gefahr mit sich bringen. Viele Laien unterschätzen die Kraft und die Gefahr, die der Inn und sogar die Isen entwickeln kann."

In der Ausbildung zum Strömungsretter ist einerseits der Umgang mit technischen Hilfsmitteln (Seile, Greifzüge, etc.) beinhaltet, andererseits steht aber das körperliche Leistungsvermögen des Rettungsschwimmers stärker als in anderen Ausbildungen im Vordergrund. Die Verantwortung eines Strömungsretters sich selbst, seinen Kameraden und den zu rettenden Personen gegenüber macht ein dauerhaftes und konsequentes Training nötig. Neben dem regelmäßigen Üben von technischen Abläufen sind eine gute Kondition und gute schwimmerische Fähigkeiten unerlässlich.

Pressemitteilung DLRG Taufkirchen (Vils) e.V.

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