Alle Standorte werden durchgerechnet

Mühldorf - Standort für neue Realschule gefunden? Noch nicht: Erst werden die Kosten aller möglichen Standorte in den nächsten vier Wochen vom Landratsamt ermittelt.

Grundlage dafür ist das vertiefte Schulentwicklungsgutachten, das der Kreistag bei seiner letzten Sitzung lange diskutierte.

Ende Juni soll der Kreistag in einer weiteren Sondersitzung über den Standort einer neuen Realschule oder über die Kooperation einer Mittelschule mit einer Realschule entscheiden. Damit folgte der Kreistag einstimmig einen von CSU-Fraktionsvorsitzenden Anton Sterr eingereichten Antrag.

Dabei wird auch ein Neubau in Mühldorf, Ampfing oder Neumarkt-St. Veit überprüft, obwohl das Gutachten schon jetzt eindeutig zu dem Schluss kommt, dass der Standort Neumarkt-St. Veit der beste wäre. Ampfing kommt in dieser Wertung auf Platz zwei und Mühldorf auf den dritten Platz.

Bei einer Kooperation von Mittelschule und Realschule stehen die Standorte Mühldorf, Neumarkt-St. Veit, Ampfing und Buchbach zur Diskussion. Die Gutachter geben bei diesen Standorten Mühldorf klar den Vorzug vor Neumarkt-St. Veit. Ampfing und Buchbach wurden auf ein Kooperationsmodell nicht untersucht.

Landrat Georg Huber verwies aber darauf, dass sich das Schulamt und alle Rektoren einer Mittelschule im Landkreis gegen eine Kooperation ausgesprochen hätten. "Ich werde mit den Verantwortlichen in Buchbach und Ampfing über diese Frage sprechen, denn ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass ich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe", sagte Huber.

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Eine weitere neue Variante brachten die Gutachter in die Diskussion ein. Sie schlugen vor, die Mittelschule die Franz-Liszt-Straße in Waldkraiburg mit der Mittelschule an der Dieselstraße zu vereinen und die Realschule in dem frei werdenden Gebäude unterzubringen. Dieses Modell wurde von den Gutachtern sehr hoch bewertet. Überprüft wird weiterhin die Erweiterung am jetzigen Realschulstandort in Waldkraiburg. Diese Überprüfung gilt auch für das Petersschulgebäude, das von der CSU in die Debatte eingebracht wurde.

Wenig Chancen räumte der Landrat einem Realschul-Zweckverband mit dem Landkreis Landshut ein. Nach seinen Worten sind die Widerstände gegen einen Zweckverband zu hoch. Dennoch werde er seinem Landshuter Kollegen schreiben.

Klare Aussagen gab es von Konrad Huber vom Kultusministerium. Nach seinen Worten sollte der Standort Waldkraiburg entlastet werden. Mit rund 1400 Schülern sei die größte Realschule Bayerns schon jetzt sehr schwierig zu führen. "700 bis 800 Schüler sind für eine Realschule aus pädagogischer Sicht eine ideale Zahl." Er empfahl dem Kreistag einen neuen Standort mit Neubau oder die Kooperation mit einer Mittelschule.

Er verwies darauf, dass bei einer Kooperation zwei getrennte Schulen an einem Standort entstehen würden, um vorhandene Raumkapazitäten besser nützen zu können. "Wir können bei den bisherigen Kooperations-Standorten feststellen, dass der Betrieb zweier Schulen an einem Standort optimal läuft."

Landrat Huber möchte von der Stadt Mühldorf wissen, ob sie als Sachaufwandsträger die Einwilligung der Leitung der Mittelschule Mühldorf und des Schulamts für ein Kooperationsmodell bekommt. Knoblauch sicherte dies in der Kreistagssitzung zu.

In der langen Diskussion wurden von den Kreisräten die Zahlen des Schulentwicklungsgutachtens der FH Erding hinterfragt. Professor Florian Kainz und Statistikerin Katharina Schüler erläuterten die Zahlen und verwiesen darauf, dass ihre Prognosen wahrscheinlich seien aber keine Punktaussagen.

Klar ist in ihrer Analyse aber, dass sich die Zahl der Gymnasiasten bei rund 32,5 Prozent eines Jahrgangs halten werde. Die Gutachter gehen davon aus, dass sich die Zahl der Realschüler weiter erhöhen wird und die Zahl der Mittelschüler weiter sinken werde.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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