Von Turum bis nach Griechenland

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Das neue Mühlrad, vorgestellt vom Redaktionsteam Stephan Pramps, Martin Stadler, Edwin Hamberger und Dr. Reinhard Wanka (von links).

Mühldorf (ma)- Druckfrisch, 200 Seiten stark und voller Vergangenheit: Der Heimatbund Mühldorf hat sein 51. „Mühlrad“ veröffentlicht. Am Freitagabend wurde das Buch im Turmbräugarten vorgestellt.

Ein Bild von der Schlacht bei Neumarkt-St. Veit ziert das neue Werk. Es ist Band eins nach dem 50. Mühlrad-Geburtstag, der im vergangenen Jahr gefeiert wurde. Das Buch steckt wieder voller Beiträge zur Geschichte des Landes an Isen, Rott und Inn, neun Autoren haben sich interessanten Themen gewidmet - zusammengetragen und den rund 100 Besuchern im Turmbräugarten vorgestellt vom Redaktionsteam um Heimatbund-Vorsitzenden Dr. Reinhard Wanka, Stellvertreter Stephan Pramps, Martin Stadler und Edwin Hamberger. Vorne weg stellt Reinhard Wanka dieses Mal ein paar Zeilen zur Verleihung des ersten Mühldorfer Geschichtspreises (wir berichteten), der die Erinnerung an Dr. Hans-Rudolf Spagl am Leben erhält. Und wenn Sophia Weikel wenige Seiten später vom wechselvollen Schicksal des KZ-Häftlings Gabriel Meltzer im Waldlager im Mühldorfer Hart berichtet, tritt sie damit in gewisser Weise auch in die Fußstapfen Hans-Rudolf Spagls. Zusammen mit anderen Schülern des Franz-Marc-Gymnasiums Markt Schwaben recherchierte Weikel über den "Todeszug von Seeshaupt" und stieß dabei auf die Geschichte Meltzers. Die Titelgeschichte dreht sich um die Schlacht von Neumarkt an der Rott, die vor genau 200 Jahren stattgefunden hat. Der Aufsatz ist eine stark gekürzte Fassung des Buches, das Franz-Joseph Gruber anlässlich des Jahrestages veröffentlicht hat.

Rudolf Münch geht in seinem Beitrag noch einmal 800 Jahre weiter zurück und begibt sich auf die Suche nach der römischen Straßenstation "Turum", deren Lage bis heute Rätsel aufgibt. Das Ergebnis seiner Recherchen: "Turum" muss bei Töging gelegen haben. Der Bedeutung des Ablassbriefes in der mittelalterlichen Glaubenswelt widmet sich der Aufsatz von Reinold Härtel. Helmut Zothe hat sich der Transskription des Marschtagebuchs des Narcissus Luibl angenommen, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts nach Griechenland aufmachte, um bei dem bayerischen Hilfskorps für König Otto I. als einfacher Militärarbeiter Dienst zu tun. "Der Text ist zwar nicht ganz einfach zu lesen, aber schon deshalb interessant, weil es sich um Geschichtsschreibung jenseits der offiziellen Schriften handelt", erklärte Stadtarchivar Edwin Hamberger. Meinrad Schroll hat sich für seinen Aufsatz auf die Spuren der Salmanskirchener Adelsfamilie Pfäffinger gemacht und dabei festgestellt, dass es sich nicht um ein so einflussreiches altbairisches Adelsgeschlecht handelt wie bisher angenommen. Willibald Ernst veröffentlicht einen interessanten Beitrag über das Waltersberger Marterl. "Ein Paradebeispiel, wie Heimatforscher ihre Geschichten finden. Sie liegen einfach am Wegesrand", erläuterte Stephan Pramps.

Unterhaltsam liest sich der Beitrag von Manfred Fischer, der über Margarethe von Trenbeck und deren Rolle im zähen Ringen des bayerischen Herzogs um das Erbe des reichen Ladislaus von Haag schreibt. Und in Erinnerungen schwelgen die Leser, wenn sie im zweiten Teil der Geschichten um das "Mühldorfer Wirtshausleben" aus den 60er-Jahren von Hans Binsl schmökern. "Vom Heimatbund und seinen Veröffentlichungen gehen viele Impulse für die Arbeit der Stadt und des Landkreises aus", betonte Bürgermeister Günther Knoblauch und dankte für das ehrenamtliche Engagement der Autoren und Mitglieder. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Horst Eberl an der Klarinette und Klaus Grimm an der Gitarre. Das neue Mühlrad gibt es in der Buchhandlung Herzog am Stadtplatz zu kaufen.

ha

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