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Reanimation erfolglos

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

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Soll auf das Lokale ausgerichtetes Soziales Netzwerk sein

Neue App BayernFunk: Testlauf im Kreis Mühldorf - Das steckt dahinter

Die App Bayernfunk will, laut ihren Entwicklern, neue Wege als Social Media-Plattform beschreiten. Sie ist nun erstmals im Kreis Mühldorf für einen ganzen Landkreis ausgerollt worden.
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Die App Bayernfunk will, laut ihren Entwicklern, neue Wege als Social Media-Plattform beschreiten. Sie ist nun erstmals im Kreis Mühldorf für einen ganzen Landkreis ausgerollt worden.

Die App „Bayernfunk“ wirbt damit, ein mehr auf das Lokale ausgerichtetes Soziales Netzwerk zu bieten. Erstmals wurde sie nun im Kreis Mühldorf für einen ganzen Landkreis, statt bisher nur einzelne Gemeinden, in den Probelauf geschickt. Wir haben uns erkundigt, was sie bieten will und welche Erfahrungswerte es schon gibt.

Mühldorf am Inn - Als erstes erscheint eine Pressemitteilung über eine Spende an die Stadt- und Jugendkappelle, gefolgt von einer Mitteilung des Kulturkreises Kraibvurg, dass ihre Ausstellung wegen Corona ausfallen muss. Aber auch ein netter kleiner Adventsgruß von Traudi S., Carmen M. lädt Gleichgesinnte auf einen Ratsch ein und Antonia H. zeigt ein Bild ihres Adventskranzes. Das ist ein Auszug der Inhalte, die einem angeboten werden, wenn man die Social Media-App „Bayernfunk“ öffnet. In unserem Fall wurde Kraiburg am Inn als Wohnort ausgewählt. Darum herum haben wir den standartmäßig vorgeschlagenen Radius, aus dem wir Inhalte sehen wollten und bekamen dann einen steten Strom an Neuigkeiten und Nutzerinhalten zu sehen.

Das Kernstück der App: Nutzer sollen zuerst auswählen, aus welchem Umkreis sie Inhalte erhalten wollen. Dann sollen ihnen, laut Entwickler, auch nur noch Inhalte nach dieser Präferenz gezeigt werden.

Das sei es, was BayernFunk von Facebook und anderen Social Media-Angeboten unterscheide, berichtet Johannes Wagner von der Versicherungskammer Bayern. Die BayernFunk-App habe einen öffentlichen Auftrag, während Facebook und Co. auf Gewinnmaximierung ausseihen. „Es ist ja eine erwiesene Tatsache, dass daher deren Algorithmen darauf optimiert sind, Ihnen Inhalte und Beiträge anzuzeigen, die nicht nur Ihr Interesse wecken, sondern auch Interaktionen von Ihnen maximieren. Und letzteres sind dann nun mal meistens kontroverse Beiträge, zu umstrittenen Themen. BayernFunk dagegen zeigt Ihnen Inhalte von Kommunen, öffentlichen Stellen, Vereinen aber auch Privatpersonen danach an, ob und wo sie in ihrem Umkreis sind.“

Neue App BayernFunk: Testlauf im Kreis Mühldorf - Entwickler sehen viele Vorteile bei Social Media-Plattform auf regionaler Basis

Nun kommt die App auch bei uns in der Region an. „Der Landkreis Mühldorf am Inn zeigt, wie es geht: Als erster Landkreis in Bayern führt er den BayernFunk ein, die bayerische Social-Media-Plattform“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung zum Start der App. Mit dem BayernFunk wolle die Versicherungskammer Bayern zusammen mit dem Fraunhofer-Institut IESE und dem Bayerischen Roten Kreuz „das Miteinander in bayerischen Landkreisen und Gemeinden stärken – nicht nur in Zeiten der Pandemie ein wertvolles Gut“. Aktuell ist die App noch in einer Testphase, die bisher in ausgewählten Städten und Gemeinden und nun mit dem Kreis Mühldorf erstmals in einem ganzen Landkreis stattfindet.  „Mit der BayernFunk-App haben die Landkreisbürgerinnen und -bürger alle Neuigkeiten und Veranstaltungen aus ihrer Kommune immer mit dabei. Darüber hinaus bietet die Kommunikationsplattform ideale Möglichkeiten, sich miteinander zu vernetzen. Das fördert das Miteinander und stärkt die örtliche Gemeinschaft“, wird Landrat Max Heimerl (CSU) zitiert.

„Ich nutze das gerne, um schnell Dinge zu kommunizieren. Das ist ja gerade in der aktuellen Zeit wichtig“, berichtet Matthias Hauke (Gemeinsam für den Markt Zeitlofs), Bürgermeister von Zeitlofs, einer Gemeinde in Unterfranken im Gespräch mit innsalzach24.de. „Wir nutzen das jetzt seit Mai vergangenen Jahres und sind insgesamt zufrieden. Es kostet nichts und ist einfach bedienbar, da kann man dann die eine oder andere Kinderkrankheit, die das Programm noch hat verzeihen.“ Auch die Gemeinde Markt Moosbach in der Oberpfalz nutzt die App schon längere Zeit. „Wir stellen dort die Mitteilungen ein, die sonst auch ins Amtsblatt wandern. Wir haben eine kleine, aber aktive Nutzergemeinschaft und sind insgesamt durchaus zufrieden“; heißt es von dort wiederum.

App Bayernfunk will neue Wege bei Social Media beschreiten

„Die App und das von ihr erzeugte Netzwerk sollen auf ein lokales Netzwerk statt globale Interaktionsmaximierung hinauslaufen“, fasst Wagner es zusammen. „Ihr unmittelbares Umfeld, Dinge die in ihrer Nähe passieren und für sie wirklich relevant sind stehen im Mittelpunkt.“ Dies sei auch der Vorteil, den die Plattform für Kommunen, Behörden und Vereine bieten würde: „Deren Mitteilungen gehen nicht im Wust von Inhalten unter, sondern landen bei den Leuten, die Interesse daran angemeldet haben. Ein deutlicher Vorteil gegenüber Facebook ist außerdem: Bei uns entspricht alles der Datenschutz-Grundverordnung!“ Gleichzeitig habe man bei der Gestaltung einfache Bedienbarkeit priorisiert. „Wir wollen, dass die App von möglichst vielen Menschen genutzt werden kann.“

Zusammengefasst - Was soll BayernFunk sein?

Die Entwickler von BayernFunk versprechen, dass dort Menschen aus einer Region nach ihrer Präferenz nur Inhalte von Kommunen, Behörden, Vereinen und Privatpersonen aus ihrem Umkreis erhalten. Das solle einen Kontrapunkt zu Social Media-Angeboten wie Facebook setzen, die bei den Inhalten, die sie Nutzern anzeigen vor allem Interaktionen maximieren wollten, etwa durch kontroverse Inhalten.

Alles in allem präsentiert sich das Ganze im Moment sehr harmonisch, fern scheint die zuweilen überhitzte Diskussionskultur anderer Social Media-Plattformen. Aber wie ist es denn mit der Moderation von Beiträgen? Was wenn unter einem Beitrag einmal die Diskussion eskaliert? „Dann ist erst einmal der Autor des ursprünglichen Beitrags für die Moderation zuständig, so wie bei allen anderen Plattformen auch“, berichtet Wagner. „Man kann, wenn man als Verein, Behörde oder Kommune nicht das Personal für eine Moderation hat aber die App auch wie ein gemeindliches Anschlagbrett nutzen und Inhalte veröffentlichen unter denen keine Diskussion möglich ist. Das wäre ja aber auch in der Realität beim Vereins-Schaukasten oder dem Anschlagbrett einer Gemeinde so.“

hs

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