Kommt kleine Landesgartenschau nach Mühldorf?

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Vom Krankenhaus, aus dessen vierten Stock das Foto gemacht wurde, über Stadtwall, Haberkasteninnenhof und Stadtplatz soll sich das Ausstellungsgelände der kleinen Gartenschau bis in den Wald südlich des Inns erstrecken. Ergänzt wird es durch sogenannte Satelliten, das sind besondere Bereiche, über das Stadtgebiet verteilt.

Mühldorf - Pünktlich haben die Landschaftsarchitekten Köppel ihren Entwurf für eine kleine Landesgartenschau in Mühldorf eingereicht. 2017 könnte die "Natur in der Stadt" an den Inn kommen.

"Wasser - Stadt - Natur", das Leben am Inn ist Thema des Entwurfs, den das Mühldorfer Landschaftsarchitektenbüro eingereicht hat. Die so genannte kleine Landesgartenschau soll, so die Intention des Büros Köppel, den Inn in Mühldorf wieder erlebbarer machen. Denn der, sagt Lothar Köppel, ist trotz seiner Nähe zur Stadt durch viele Barrieren weitgehend unzugänglich. Die Gartenschau bietet nach seiner Ansicht die Chance, Barrieren wie die B12 und den Fluss selbst zu überwinden, um an beide Ufer zu gelangen. Neben einem Kernbereich, der vom Krankenhaus und dem Stadtwall bis in den Starkheimer Wald führen soll, wird es über das Stadtgebiet verstreut sogenannte Satelliten geben, die bestimmte Orte mit bestimmten Themen verbinden.

Der Zentralbereich soll sich nördlich des Krankenhauses regenerativen Energien widmen, am Bach im Stadtwall Gartenthemen und rund um den Haberkasten Kunst und Musik. Der Innstadtpark wird Kindern und Jugendlichen gewidmet und im Starkheimer Wald schließlich der Umbau in einen Auwald thematisiert werden. Langfristiges Ziel über die Gartenschau hinaus sei die Schaffung eines durchgehenden Grüngürtels im Süden der Stadt, sagte Barbara Köppel.

Es wird umzäunte Gebiete geben, die Eintritt kosten, andere sollen frei zugänglich sein. Neue Wege und Brücken über Inn und B12 sollen die einzelnen Bereiche verbinden und für Fußgänger und Radfahrer öffnen. Denn bei der kleinen Landesgartenschau wird nach dem Willen der Planer auf eine ökologische Erschließung Wert gelegt. Große Parkplätze im Westen und Osten könnten den Gartenschau-Verkehr aus der Stadt verbannen, betonte Köppel.

Der Pfeil markiert die zentralen Bereiche der geplanten Ausstellung zwischen Krankenhaus und Starkheimer Wald. Wichtigstes Anliegen der Schau: Die Stadt soll wieder näher an den Inn rücken,der zwar dicht an Mühldorf vorbeifließt, aber nur an wenigen Stellen erreichbar ist.

Landschaftsarchitekt Lothar Köppel rechnet mit Kosten von etwa fünf Millionen Euro für die Entwicklung einer 50.000 Quadratmeter großen Fläche. Der Freistaat schießt maximal 1,6 Millionen Euro zu, den Rest sollen Eintritts- und Sponsorengelder bringen. Bürgermeister Günther Knoblauch hofft, dass sich die Ausstellung selbst trägt, wenn sie attraktiv genug ist und Gäste von außerhalb nach Mühldorf bringt. "Wir haben Probleme in der Stadt, die wir schneller und kompakter lösen können, auch mit finanzieller Unterstützung von außen."

Das sei auch der Fall, falls Mühldorf den Zuschlag nicht erhält. Denn die Pläne der Landschaftsarchitekten böten die Grundlage, um bestehende Probleme in den kommenden Jahren anzugehen.

Trotz der extrem kurzen Frist zwischen dem Auftrag durch den Bauausschuss Anfang November und dem Bewerbungsschluss Ende des gleichen Monats hat das Architektenbüro die Unterlagen rechtzeitig bei der "Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen" eingereicht. Klöppel rechnet mit guten Chancen für Mühldorf, 2017 zum Zuge zu kommen. Nach seinen Informationen gibt es zum einen nur eine Hand voll Bewerber. Zum anderen finden alle Schauen in den kommenden Jahren in den Bezirken statt. Nach Einschätzung Köppels darf sich das oberbayerische Mühldorf deshalb gute Chancen ausrechnen 2017 zum Zug zu kommen.

Heuer fand die kleine Landesgartenschau in Rain statt, im kommenden Jahr gibt es eine Landesgartenschau in Rosenheim.

hon

www.landesgartenschau.de

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