Nachhaltige Siedlungsentwicklung

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Obertaufkirchen - Das Baugebiet "Mesmering-Sonnenwiese" sowie das Gewerbegebiet "Strass II" nehmen konkrete Formen an.

Nachdem die Bürger die Möglichkeit hatten, ihre Bedenken zu äußern und die Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen abgaben, bewertete der Gemeinderat in seiner August-Sitzung die eingegangenen Anregungen. Dafür brachten die Gemeinderäte auch die siebte Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg.

Der Flächennutzungsplan zeigt auf, wie sich die Kommune in den nächsten Jahren entwickeln möchte. Das kann sie aber natürlich nicht im luftleeren Raum, hier müssen die Interessen aller Betroffenen abgewogen werden. Deshalb haben die Bürger die Möglichkeit, die Planungen im Vorfeld anzuschauen und mögliche Bedenken vorzubringen. Doch die Obertaufkirchner scheinen keine Einwände zu haben; weder bei der Änderung des Bebauungsplanes noch bei dem neuen Baugebiet "Mesmering-Sonnenwiese" oder dem Gewerbegebiet "Strass II". Jedenfalls kamen keine, als die Entwürfe auslagen.

Durch eine Vielzahl von Stellungnahmen der einzelnen Fachstellen musste sich der Gemeinderat allerdings durcharbeiten. Stellen wie das Vermessungsamt, das Landesamt für Denkmalpflege oder die Post hatten gar keine Stellungnahme abgegeben, die umliegenden Gemeinden wie Schwindegg, Rattenkirchen oder Dorfen hatten keine Bedenken. Genau so wenig wie beispielsweise das Erzbischöfliche Ordinariat, das Gewerbeaufsichtsamt oder die Kreisbrandinspektion. Empfehlungen sprach beispielsweise das Landratsamt Mühldorf aus.

Es äußerte sich zu Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, zur Wasserwirtschaft oder zum Immissionsschutz. Bedenken mit allen drei Plänen hatte allerdings die Regierung von Oberbayern als höhere Landesplanungsbehörde. Sie bewertete sowohl das Baugebiet "Mesmering-Sonnenwiese" als auch das Gewerbegebiet "Strass II" hinsichtlich eine nachhaltigen Siedlungsentwicklung als kritisch. Da es noch innerörtliche Freiflächen gebe, wies die Regierung auf die städtebauliche und raumordnerische Notwendigkeit zur Verringerung des Flächenverbrauches hin. Zudem bezeichnete sie es als unwirtschaftlich, neue Baugebiete auszuweisen, die über einen konkret absehbaren Bedarf hinaus gehen, da damit der kommunale Haushalt der Gemeinde über Jahre belastet würde, ohne dass sich die erhofften Einnahmen einstellen.

Natürlich musste die Gemeinde zu allen Anregungen und Bedenken Stellung nehmen. Zu dem Einwurf der Regierung von Oberbayern hieß es beispielsweise, dass die Gemeinde Obertaufkirchen als eine der ersten Gemeinden des Landkreises über ein Flächenmanagement verfüge. Damit wurden noch vor der Aufstellung der drei aktuellen Pläne sämtliche Flächen erfasst und die Eigentümer von Baulücken und Leerständen im Inneren der Gemeinde schriftlich nach ihren Planungen befragt. Das Ergebnis zeigte, dass derzeit kein verwertbares Innenentwicklungspotenzial in ausreichendem Maß zur Verfügung steht.

Das liegt daran, dass betroffene Eigentümer ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen oder für ihre Kinder oder eigene Bauvorhaben vorhalten. Da die Gemeinde aber die Aufgabe hat, für "das wirtschaftliche und soziale Wohl ihrer Einwohner Sorge zu tragen", wie es Bürgermeister Franz Ehgartner formulierte, sei die Ausweisung des neuen Baugebietes "zwingend erforderlich".

Bei dem neuen Gewerbegebiet trage man nur dem Wunsch eines ortsansässigen Unternehmers Rechnung, der seinen Betrieb erweitern möchte. Daher stimmten die Gemeinderäte auch ohne Gegenstimme für die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes sowohl für das Baugebiet "Mesmering-Sonnenwiese" als auch das Gewerbegebiet "Strass II". Ebenso stimmten sie geschlossen den entsprechenden Stellungnahmen der Verwaltung zu den Äußerungen der Fachstellen zu.

hsc/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © re

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