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Kreisbrandrat Harald Lechertshuber zieht Bilanz und übt auch Kritik

Nach Unwetter im Landkreis Mühldorf: „Putzfrau sollten wir nicht spielen müssen“

Auch am Dienstag (29. Juni) traf das Unwetter den Landkreis Mühldorf. „Wir fühlen uns manchmal ausgenutzt“, ärgert sich Kreisbrandrat Harald Lechertshuber über so manches Verhalten der Bürger.
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Auch am Dienstag (29. Juni) traf das Unwetter den Landkreis Mühldorf. „Wir fühlen uns manchmal ausgenutzt“, ärgert sich Kreisbrandrat Harald Lechertshuber über so manches Verhalten der Bürger.
  • Jens Zimmermann
    VonJens Zimmermann
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Innerhalb weniger Tage zog erneut eine Unwetterfront über den Landkreis Mühldorf und beschäftigte die Feuerwehren. Das Fazit von Kreisbrandrat Harald Lechertshuber fällt positiver aus als in der Vorwoche, doch bemängelt er in diesem Zuge auch die Mentalität in der Gesellschaft.

Landkreis Mühldorf - Eine Woche nach dem schweren Unwetter (22. Juni) waren die Feuerwehren auch am Dienstag (29. Juni) im Dauereinsatz. Im OVB24-Gebiet hat es den Landkreis Mühldorf erneut am Schlimmsten getroffen. „Dieses Mal hatten wir deutlich mehr Wasser gehabt. Die Sturmschäden sind aber nicht so hoch. Es waren insgesamt mehr vollgelaufene Keller. Wir hatten aber keinen Hagel, der uns in der Vorwoche das Wasser gebunden hat“, berichtet Kreisbrandrat Harald Lechertshuber gegenüber innsalzach24.de.

Unwetter im Landkreis Mühldorf - kräftezehrende Einsätze für Feuerwehr

Natürlich seien die vielen Einsätze kräftezehrend. Hinzu komme, dass alle Kameraden ehrenamtlich bei der Feuerwehr beschäftigt sind. „Viele sind von der Arbeit heim und waren bis spät in die Nacht im Einsatz. Und am nächsten Tag wird wieder der normale Beruf ausgeübt“, erklärt Lechertshuber. Die Stimmung sei aber noch nicht im Keller. Wenn es aber jetzt öfters zu solchen Unwettern kommen würde, könnte sich das ändern. „Aber soweit sind wir noch nicht, die Motivation die Einsätze abzuarbeiten ist noch groß“, stellt der Kreisbrandrat klar.

Dennoch würden ihn einige Punkte nerven. „Wir fühlen uns manchmal ausgenutzt. Wenn in einem Keller vier Zentimeter Wasser stehen, ist das ehrlicherweise nicht unsere Aufgabe. Putzfrau sollten wir nicht spielen müssen“, ärgert sich Lechertshuber über manches Verhalten der Bürger. Die Mentalität mancher gehe vermehrt wieder in diese Richtung. „Das ist nicht schön“, so der Kreisbrandrat.

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Riesige Hagelkörner gab es am Nachmittag in Vachendorf wie Moni M. uns hier zeigt. © Privat
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Dieses Foto hat uns unsere Leserin Kerstin Buchner aus Grabenstätt geschickt. © privat

Natürlich könne man dies nicht pauschalisieren, aber es werde immer schwieriger. „Wenn eine ältere Dame von einem kleinen Schaden betroffen ist, machen wir das natürlich gern. Aber eine junge Familie kann auch selbst eine Schaufel in die Hand nehmen und selbst aktiv werden“, so Lechertshuber. Dann könnte sich die Feuerwehr auch um dringende Aufträge kümmern. Niemand der Betroffenen hätte die Feuerwehr angegriffen, aber man merke in der Gesellschaft einen Wandel, stellt der Kreisbrandrat jedoch klar.

Klimawandel fordert immer mehr Einsätze

Und auch der Klimawandel zeige Wirkung. Der Trend ist ganz deutlich: Es werden immer mehr Einsätze. „Momentan sind wir in der glücklichen Lage, dass die Unwetter in Streifen über dem Landkreis wüten. Dann können wir auch Kräfte von benachbarten Feuerwehren anfordern“, berichtet Lechertshuber.

Doch sollte der ganze Landkreis bei einem Unwetter betroffen sein, werde es deutlich kräftezehrender und auch längere Einsätze geben, so seine Prognose. Das Personal und die Ausrüstungen seien nicht unerschöpflich. In einem solchen Szenario könnten die kleineren Überflutungen dann auch nicht mehr von der Feuerwehr bewerkstelligt werden. Man kann der Feuerwehr nur gutes Durchhaltevermögen und mehr Entgegenkommen aus der Bevölkerung wünschen. Das nächste Unwetter kommt mit Sicherheit.

jz

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