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Unfall mit brennenden Autos auf er A94

Nach Unfall auf der A94: Hybrid-BMW muss ins Kühlbad - Diese Probleme bringen E-Autos

Viel Rauch, viel Wasser, viel Schaum: Die brisante Ladung aus Gasflaschen und der Batterie eines Hybridautos stellten Feuerwehr und Abschleppdienst vor besondere Herausfordungen.
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Viel Rauch, viel Wasser, viel Schaum: Die brisante Ladung aus Gasflaschen und der Batterie eines Hybridautos stellten Feuerwehr und Abschleppdienst vor besondere Herausfordungen.

Zu einem schwierigen Einsatz für die Feuerwehren wurde der schwere Unfall am Montagnachmittag auf der A94 bei Schwindkirchen. Die beiden beteiligten Autos gerieten in Brand, an Bord waren Gasflaschen und die große Batterie eines Hybrid-Autos. Der Unfall zeigte, welche Probleme E-Autos in solchen Fällen bereiten.

Mühldorf/Obertaufkirchen/Schwindkirchen – Zwei brennende Autos, eine stundenlang gesperrte Autobahn A 94, zum Glück keine Schwerverletzten: Ein schwerer Unfall beschäftigte die Feuerwehren und zeigte, welche Probleme E-Auto in diesem Fällen bringen können.

Sofort Feuer gefangen

Gegen 15.55 Uhr kam ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf mit einem Kleintransporter in Richtung Passau kurz hinter dem Parkplatz Fürthholz Süd aus ungeklärter Ursache rechts von der Fahrbahn ab und berührte die Leitplanke. Beim Gegenlenken zog er nach Polizeiangaben auf die linke Spur und fuhr in die Betonwand. Der 25-jähriger Münchner mit seinem BMW Hybrid konnte einen Zusammenstoß nicht verhindern und prallte in das Heck des Kleintransporters. Dadurch wurde der BMW auf die Betonwand gehoben und schlitterte eingeklemmt zwischen Kleintransporter mit Anhänger und der Betonwand etwa 100 Meter weit.

Insassen können selbst aussteigen

Die Insassen befreiten sich aus den Autos und brachten sich in Sicherheit. Nach kürzester Zeit fing der Akku des BMW Feuer, das auch auf den Kleintransporter übergriff.

„Im Kleintransporter befanden sich mehrere Gas- und Sauerstoffflaschen des Handwerksbetriebs“, sagte ein Sprecher der Mühldorfer Autobahnpolizei. Die Gas- und Sauerstoffflaschen seien korrekt abgesichert gewesen. „Jedoch entzündeten sich auch die Gas- und Sauerstoffflaschen.“

Gas verstärkte das Feuer

Aus denen entwich Gas, was den Brand nach Angaben von Mühldorfs Kreisbrandrat Harald Lechertshuber anfachte und die Rauchentwicklung verstärkte. Deshalb blieb der Polizei nichts anderes übrig, als die A 94 für längere Zeit in beide Richtungen zu sperren.

Auch das Hybridfahrzeug stellte die Feuerwehr vor größere Probleme. Da das Auto auch nach Ende der Löscharbeiten weiter qualmte und die Batterie nicht abkühlte, musste es laut Polizei mit einem Spezialfahrzeug der Flughafenfeuerwehr geborgen werden.

Hybrid-Auto muss 48 Stunden lang gekühlt werden

Kreisbrandrat Lechertshuber erklärt das Phänomen so: „Die Batterie zerstört sich praktisch selbst.“ Sie löse sich Zelle für Zelle und entwickele dabei eine große Hitze. „Deshalb brauchten wir mehr Wasser und Schaum“, sagt Lechertshuber. „Wir mussten das Auto kühlen, bis es abtransportiert werden konnte.“

Der BMW musste auch nach Ende des Brands gekühlt werden.

Das bestätigt die Polizei: „Der BMW konnte in einen gefluteten Container der Flughafenfeuerwehr gehoben werden, sodass das Fahrzeug permanent gekühlt wurde und keine Gefahr mehr darstellte“, sagte der Polizeisprecher.

Abschleppunternehmen aus Obertaufkirchen auf E-Autos spezialisiert

Jetzt steht der BMW in seinen Container auf dem Hof des Abschleppunternehmens Unterhaslberger in Obertaufkirchen, das sich „UHB Unfall Logistik“ nennt. 48 Stunden bleibt es dort im Kühlcontainer, bevor es zum großen Teil als Sondermüll entsorgt wird. Sein Unternehmen sei von Anfang an in die Bergung und Entsorgung von E-Autos eingestiegen, sagt Seniorchef Karl Unterhaslberger. „Wir haben genug Platz, das ist die Voraussetzung.“ Denn der Container darf natürlich nicht in der Nähe anderer Autos oder von Gebäuden stehen.

Niemand verletzt sich schwer

Eine Vorsichtsmaßnahme, sagt Unterhaslberger. „Denn wir hatten noch nie ein Problem.“ Unkontrollierte Wiederentzündungen gab es auf seinem Hof noch nicht. Trotzdem ist die Bergung aufwendiger und teurer als bei Benzinern. Das Personal wurde besonders geschult, Lagerflächen geschaffen, es gab Abrechnungs-Streiterein mit Versicherungen.

175.000 Euro Schaden

Die beiden Insassen des Kleintransporters blieben unverletzt. Die drei Mitfahrer im BMW wurden mit leichten bis mittelschweren Verletzungen mit dem Rettungswagen in Krankenhäuser eingeliefert. An der Fahrbahn, der Betonwand und der Leitplanke entstand laut Polizei erheblicher Sachschaden, die Polizei beziffert ihn auf 175.000 Euro.

Autobahn auch am Tag danach gesperrt

Erst nach dreieinhalb Stunden konnte die Polizei die Autobahn Richtung München um 19.30 Uhr wieder freigegeben, in Richtung Passau war sie auch gestern noch gesperrt.