Großmutter von Lastwagen überrollt

Nach Unglück: Polizei trauert um ehemalige Kollegin

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Eine 71-Jährige wurde am Montagnachmittag in der Ringstraße, Ecke Georgenstraße, im Vilsbiburger Ortsteil Seyboldsdorf von einem Lastwagen überrollt. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle.
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Vilsbiburg - Eine Großmutter rettet ihr Enkelkind, wird aber selbst von einem Lastwagen überrollt. Ein Unglück, das Nachbarn und frühere Kollegen sprachlos macht.

Die Menschen in Vilsbiburg (Landkreis Landshut) sind noch immer fassungslos ob des Unglücks, das sich Montagnachmittag in der Ringstraße ereignete. Eine 71-jährige Großmutter, die gerade ihr Enkelkind im Kinderwagen spazieren fuhr, wurde von einem Bitumenlaster erfasst, der von der Ringstraße in die Georgenstraße einbiegen wollte. Die Rentnerin wurde von der hinteren Vorderachse des Lasters überrollt und verstarb noch vor Eintreffen des Notarztes. Weil die 71-Jährige offenbar geistesgegenwärtig den Kinderwagen weggestoßen hatte, überlebte ihr dreimonatiges Enkelkind unverletzt.

"Sie war eine lebenslustige, tolle Frau"

Bei den Mitarbeitern der Polizeiinspektion Vilsbiburg herrscht große Bestürzung. Bis zur Rente war die 71-Jährige dort als Angestellte tätig. "Die Stimmung auf der Dienststelle ist gedrückt", erklärt Hermann Vogelsang, Leiter der Polizeiinspektion Vilsbiburg, gegenüber unserer Redaktion. "Für die, die sie gekannt haben, war das eine heftige Nachricht."

Am Tag nach dem Unglück war ein früherer Polizist und Kollege der 71-Jährigen an den Unfallort im Vilsbiburger Ortsteil Seyboldsdorf gekommen, um sich persönlich ein Bild zu machen. Auch er kann noch nicht fassen, wie so ein Unglück passieren konnte. "Sie war eine ganz lebenslustige, tolle Frau. Sie war immer zuverlässig", erinnert sich der frühere Kollege der Verstorbenen. "Sie hat immer einen Witz auf den Lippen gehabt."

"Wenigstens ist dem Kind nichts passiert"

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, soll nun ein von der Staatsanwaltschaft Landshut angeordnetes unfallanalytisches Gutachten klären. Die Einmündung in die Georgenstraße ist relativ eng, der Lastwagen ist vermutlich nicht schnell abgebogen. Verkehrsunfälle aus scheinbar unerklärlicher Ursache erlebe die Polizei aber immer wieder, erklärt Vogelsang. "Das ist oft eine Sache, die man so nicht nachvollziehen kann."

Die Frage nach der Unfallursache treibt auch die Bewohner der ruhigen Wohngegend rund um Ring- und Georgenstraße um: "Alle rätseln, wie das passieren konnte", erzählt ein Nachbar, der vom Unfall selbst nichts mitbekommen hatte, aber durch den Rettungseinsatz auf das Unglück aufmerksam wurde. "Mit einem Schlag ist alles anders. Gott sei Dank ist wenigstens dem Kind nichts passiert", so der Anwohner.

Großmutter von Lastwagen überrollt

Der Nachbar denkt aber auch an den 46-jährigen Fahrer des Lastwagens. Dieser stand nach dem Unfall unter Schock und wurde durch den Notarzt versorgt. "Das ist auch für den Fahrer schlimm", vermutet der Anwohner. Eine Einschätzung, die auch Vogelsang teilt: "Für den Fahrer ist das sicher ein Erlebnis, das ihn ein Leben lang verfolgen wird."

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