Müsli aus Mühldorf

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Müsli für Europa: 30 Krunchy-Päckchen pro Minute packt Schichtleiterin Adriana Lutsch pro Minute auf einer Linie.

Mühldorf - Mehr als vier Millionen Euro hat das Unternehmen Barnhouse im vergangenen Jahr investiert. Mit der Erweiterung der Produktions- und Lagerfläche sowie der Anschaffung neuer Technik schreibt der Bio-Müsli-Hersteller seine Erfolgsgeschichte fort.

Die nimmt 1979 in München ihren Anfang. Sina Nagl und Neil Reen gründen im Zuge der aufkommenden Naturkostbewegung die Firma Barnhouse. Die beiden wollen eigentlich Knuspermüsli aus England importieren und in Deutschland vertreiben, doch der britische Hersteller glaubt nicht an den Erfolg. Also greifen die Jungunternehmer selbst zur Schürze, mischen Hafer und Dinkel und backen in der heimischen Küche das erste Müsli aus biologischen Rohstoffen: Blech für Blech. Vier Kilo "Krunchy" entstehen Tag für Tag, ausgefahren wird die Ware mit dem Fahrrad an die fünf Bioläden in München . Sina Nagl und Neil Reen lassen Barnhouse beständig wachsen, aber immer mit Augenmaß. Aus der kleinen Wohnung zieht der Betrieb in einen Keller, anschließend über eine Schreinerei. Produziert wird bald nicht mehr nur Müsli, sondern alles, wonach der Bio-Markt verlangt. "Wir waren Pioniere auf vielen Gebieten", erinnert sich Marketingleiterin Bettina Rolle. "Die erste Bio-Schokolade, der erste Bio-Pudding, der erste Getreideriegel." Doch Konkurrenz und Kostendruck nehmen zu und so besinnt sich das Unternehmen 1998 auf seine Wurzeln: die Herstellung von Bio-Müsli.

Gleichzeitig wagt Barnhouse den großen Schritt und baut im Industriepark in Mühldorf ein eigenes Gebäude mit einem 20 Meter langen Backofen. "Unser Lieferant war die Naturkornmühle. Um die Wege kurz zu halten, fiel unsere erste Wahl damals auf Mühldorf", erklärt Rolle. "Außerdem wurden wir hier mit offenen Armen empfangen." Und Barnhouse wächst weiter: 2003 der erste Anbau, 2005 ein neues Lager. Auch die Zahl der Mitarbeiter steigt: von acht im Jahr 1998 über 18 im Jahr 2005 bis 50 im Jahr 2009. Zeit- oder Leiharbeiter beschäftigt Barnhouse nicht. Was die Umsatzentwicklung betrifft, hält sich die Geschäftsleitung bedeckt, nur so viel lässt Sina Nagl bekannt geben: "Im Boomjahr 2007 wuchs der Krunchy-Spezialist um 30 Prozent. Für 2009 rechnen wir mit 20 Prozent."

Dass Wachstum weiter möglich ist, dafür sorgt die Vier-Millionen-Investition im vergangenen Jahr. Barnhouse kaufte das Nachbargebäude von Byodo und vergrößerte so die Produktions- und Lagerfläche von 5000 auf über 10000 Quadratmeter. Rund 30 Sorten Bio-Knuspermüsli entstehen heute auf zwei Back- und Packstraßen, produziert wird im Dreischichtbetrieb - für die eigene Marke und als Zulieferer für andere Unternehmen der Bio-Branche in ganz Europa. Die Barnhouse-Produkte selbst gibt es nur im Fachhandel, also in Bio- oder Naturkostläden. Eine Strategie , an der sich laut Sina Nagl auch nichts ändern soll: "Bisher sind wir damit sehr gut gefahren."

ha/Mühldorfer Anzeiger 

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