In der Region verfestigt sich Azubimangel 

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Die Auswahl an Lehrstellen im Landkreis Mühldorf war noch nie so groß wie jetzt.

München/Mühldorf - So viele Ausbildungsfirmen wie noch nie gibt es derzeit in der Inn-Salzach-Region. Viele Stellen bleiben aber frei - der Azubimangel verfestigt sich!

In vielen Unternehmen in den Landkreisen Mühldorf und Altötting bleiben Lehrstellen frei. Die IHK stellt fest, dass sich der Azubimangel verfestigt. Im letzten Jahr hat es eine Rekordzahl von Ausbildungsfirmen gegeben.

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Dank einer Rekordzahl von Ausbildungsbetrieben und eines großen Angebots an Lehrstellen haben die Unternehmen im Landkreis Mühldorf 2012 etwas mehr Azubis für eine Ausbildung gewonnen als im Vorjahr. Insgesamt schlossen die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung im Landkreis Mühldorf im abgelaufenen Jahr 442 Ausbildungsverträge ab, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Hätten alle Lehrstellen besetzt werden können, wäre das Plus noch deutlicher ausgefallen", sagt Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf. Während immer mehr Unternehmen angesichts des erwarteten Fachkräftemangels und gut laufender Geschäfte in die Ausbildung investieren, stagniere die Zahl der Bewerber, erläutert die IHK-Vizepräsidentin. In ganz Oberbayern stand 2012 unter dem Strich ein Rückgang um 2,3 Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.

Insgesamt sind im Landkreis Mühldorf zum Jahresende 2012 mit 254 IHK-Unternehmen so viele wie noch nie in der Ausbildung aktiv und stehen für 50,5 Prozent aller abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse im Landkreis.

Gleichzeitig verließen allerdings zunehmend geburtenschwächere Jahrgänge die allgemeinbildenden Schulen und der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule halte an, erklärt Obermeier-Osl. Rund 20 Prozent der oberbayerischen Unternehmen gaben 2012 an, dass sie nicht alle Lehrstellen besetzen konnten.

"Für die Bewerber war die Auswahl an Lehrstellen noch nie so groß", sagt Obermeier-Osl. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr 800 offene Lehrstellen im Landkreis Mühldorf aus allen Ausbildungsbereichen gemeldet, ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon blieben jedoch 61 unbesetzt. Dagegen verzeichnete die Arbeitsagentur nach Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst 2012 nur noch weniger als drei unversorgte Bewerber im Landkreis.

IHK-Vizepräsidentin Obermeier-Osl lobt die Anstrengungen der Betriebe, frühzeitig auf den potenziellen Fachkräftenachwuchs zuzugehen, Schülern mit weniger guten Noten eine Chance zu geben sowie mit Angeboten wie dem Dualen Studium neue Bewerberkreise anzusprechen. Die große Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zeigt sich nicht nur in der Rekordzahl der Ausbildungsbetriebe im Landkreis Mühldorf, so Obermeier-Osl, sondern auch darin, dass die IHK in ganz Oberbayern im Jahr 2012 1266 Betriebe erstmals für die Ausbildung gewinnen konnte.

"Leider unterschätzen viele Schulabgänger die hervorragenden Perspektiven durch eine betriebliche Ausbildung", beklagt die IHK-Vizepräsidentin. Sie appelliert an die Schüler, Betriebspraktika in den anstehenden Schulferien zur Berufsorientierung zu nutzen und sich frühzeitig über Ausbildungsbetriebe zu informieren. Dazu verweist Obermeier-Osl auf die Praktikumsbörse www.sprungbrett-bayern.de, die IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) und auch die für November geplante, zweite Auflage des IHK-Bildungsexpresses des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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