Rotstift regiert die Geschäftsstelle

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Blumen zum Einstand: Die wiedergewählte Vorsitzende Veronika Schneider (links) begrüßt die neue Geschäftsführerin des Kreisjugendrings Kristin Hüwel.

Mühldorf/Waldkraiburg - Nach einem turbulenten Jahr und der Kürzung des Landkreiszuschusses setzt der Kreisjugendring Mühldorf den Rotstift an. Vor allem die Personalkosten werden deutlich zurückgefahren.

Das Thema Finanzen nahm dann auch auf der Mitgliederversammlung in der Waldkraiburger Schenkerhalle breiten Raum ein. In letzter Minute war die Haushaltsrechnung für 2011 fertig geworden. "Ohne die Hilfe des Bayerischen Jugendrings hätten wir das nicht geschafft", machte die Vorsitzende Veronika Schneider deutlich.

Seit Oktober war die Stelle der Geschäftsführerin vakant, weil Anita Schumann wegen ihrer Schwangerschaft bereits im Krankenstand war. Dazu fällt eine weitere Vollzeit-Verwaltungskraft seit Monaten krankheitsbedingt aus. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation kündigte zudem die zweite Verwaltungsfachkraft Ende des Jahres.

Deshalb kümmerte sich der Innenrevisor des Bayerischen Jugendrings um das Zahlenwerk, auf der Mitgliederversammlung stellte Martin Holzner die Eckwerte vor. Rund 333.000 Euro standen dem KJR demnach 2011 zur Verfügung, das waren 53.000 Euro weniger als geplant. Die Einsparungen waren vor allem im Bereich der Personalkosten in der Geschäftsstelle möglich.

An diesem Punkt hakt laut Holzner auch der Haushaltsplan für 2012 ein, der in der Versammlung aber noch nicht im Detail vorgestellt wurde. "Die derzeit freien Fachkraftstellen werden nicht besetzt und die neue Geschäftsführerin arbeitet nur auf 20-Stunden-Basis", erläuterte Holner. Sparpotenzial: rund 40.000 Euro.

Darüber hinaus übernimmt der Bayerische Jugendring die Trägerschaft und das finanzielle Risiko für die "Hörarena". Außerdem sind Kürzungen im Bereich der Verbände vorgesehen: So können heuer keine Projektmittel und keine Förderungen in den Bereichen Jugendbildung sowie Gerätschaften abgerufen werden. Nimmt man die Jahresrechnung hält sich das Einsparpotenzial allerdings in Grenzen: Rund 2000 hat der KJR dafür im vergangenen Jahr an die Verbände überwiesen.

Trotzdem regte sich Widerstand unter den Mitgliedern: "In diese Förderung fallen genau die Projekte, die innovativ sind und Impulse schaffen. Und wenn wir sie einmal streichen, befürchte ich, dass sie für immer wegfällt", sagte Stefan Durner. Dem widersprach Veronika Schneider: "Mein Ansatz ist ganz sicher, sie nur ein Jahr lang auszusetzen." Die Grundförderung für die Verbände sowie die Förderung von Freizeitmaßnahmen sei von dieser Einschränkung ohnehin nicht betroffen. Mit 16:5 Stimmen sprachen sich die Mitglieder für die vorgestellten Sparmaßnahmen aus.

Es war die einzige Unstimmigkeit an diesem Abend unter den Mitgliedern, bei den Neuwahlen kam es zu keinen Überraschungen. Veronika Schneider erhielt als wiedergewählte Vorsitzende sogar 100 Prozent der Stimmen, neuer Stellvertreter ist René Keil, der das Amt von Marion Wageneder übernahm. Weitere Vorstandsmitglieder sind Adrian Hilge, Tonia Reinhard und Josef Wieser.

"Wir steuern das Schiff KJR wieder in ruhigere Gewässer", erklärte die Vorsitzende. Zum einen sollen die Verbände dem KJR mitteilen, was sie von der Dachorganisation benötigen, zum anderen sollen die Kommunen erklären, was sie in Sachen Jugendarbeit erwarten. "So wollen wir gezielt Schwerpunkte setzen und anbieten, was wirklich gebraucht wird."

Zentrale Figur bei den Planungen ist die neue Geschäftsführerin Kristin Hüwel. "Ich möchte etwas bewegen und bringe ein großes Stück Idealismus mit", stellte sich die 44-jährige Mühldorferin vor, die zuvor den Standort der Deutschen Angestellten Akademie geleitet und beim Kreisjugendring zunächst einen Jahresvertrag erhalten hat.

In dieser Zeit gilt es auch die Auflagen des Kreistages zu erfüllen. Dieser hatte in seiner Sitzung im Dezember beschlossen, dem Kreisjugendring für 2012 einen Zuschuss in Höhe von 114.000 Euro zu überweisen - vorausgesetzt, dass bis 31. März die Jahresrechnung vorliegt. Dieser Punkt ist nun erledigt, doch die nächste Herausforderung wartet schon. Bis 31. Mai muss der KJR Projekte benennen, über deren Förderung dann entschieden wird.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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