Airbus sorgt für Auftrieb

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Ein Großauftrag mitten in der Krise: Betriebsleiter Robert Kolbinger mit dem Zylinder, der Frachttüren in Flugzeugen der Airbus-Reihe A320 schließt und öffnet. Mitten im Krisenjahr 2009 erhielt das Maschinenbauunternehmen Burkhard diesen Auftrag, der durch seine lange Laufzeit bis 2020 Planungssicherheit gibt.

Mühldorf - Optimismus verbreitet der Vorsitzende des Industrieverbunds Mühldorf für das produzierende Gewerbe. Uli Burkhard spricht von „allgemein positiver Tendenz“.

Am Tag vor dem Neujahrsempfang der Industrieverbände Mühldorf und Waldkraiburg spricht Uli Burkhard von "allgemein positiver Tendenz".

Durch die Bank mussten die 14 im IVM versammelten produzierenden Betriebe im Krisenjahr 2009 und Anfang 2010 herbe Verluste und zum Teil auch Entlassungen verkraften, gänzlich ungeschoren kam kein Betrieb davon. "Jetzt hat sich die Lage gedreht", sagt Burkhard, der den Maschinenbauer Karl Burkhard mit 60 Mitarbeitern leitet. "Wir sind überrascht, wie schnell und massiv das gegangen ist." Ein Teil sei den Konjunkturprogrammen geschuldet, die weltweit aufgelegt wurden. Deshalb seien viele Unternehmer vorsichtig, wenn diese Programme jetzt ausliefen. "Ich glaube aber nicht, dass ein rasanter Einbruch kommt. Ich bin für 2011 durchaus optimistisch", betont der IVM-Vorsitzende.

Die wirtschaftliche Lage der Betriebe und der Ausblick in die Zukunft dürfte ein Thema am Rand des morgigen Neujahrsempfangs mit Alois Glück, dem ehemaligen CSU-Politikers und Präsidenten des Zentralkomitees der Katholiken, in Waldkraiburg sein. Glück wird über den "Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft" sprechen. Zu dem Empfang erwarten die Industriegemeinschaft Waldkraiburg (IGW) und der Mühldorfer IVM 240 Gäste aus Wirtschaft und Politik.

Auch für sein eigenes Unternehmen im Industriegebiet Mühldorf-Nord ist Burkhard zuversichtlich. Seit Mitte des vergangenen Jahres gehe es deutlich aufwärts, das vergangene Jahr habe der Maschinenbauer ohne Kurzarbeit überstanden. Der Personalstand habe nach Entlassungen 2009 fast wieder den Vorkrisenwert erreicht, allerdings seien vier Leiharbeiter unter den 60 Mitarbeitern. Zwölf Lehrlinge bildet die Firma aus. Burkhard beurteilt die Kurzarbeit während der Krisenmonate als "wertvolles Instrument, das es uns erlaubt hat, unseren Personalstand nicht so weit zu reduzieren, wie es notwendig gewesen wäre".

Einen wesentlichen Unterschied zu der Zeit vor 2009 macht Geschäftsführer und Inhaber Burkhard dennoch aus: "Die Planungshorizonte sind wesentlich kürzer geworden." Die Erfahrung des so noch nie erlebten radikalen Wirtschaftsabsturzes mache seine Kunden vorsichtiger: "Es lehnt sich keiner mehr aus dem Fenster." Denn die Wirtschaft sei 2009 nicht abrupt abgebremst, sondern mit Tempo 200 gegen eine Mauer gefahren worden. Waren die Auftragsbücher bei Burkhard vor der Krise oft sechs bis sieben Monate im Voraus gefüllt, denken die Auftraggeber heute in wesentlich kürzeren Zeiträumen, was die Vorausschau für die Mühldorfer schwieriger macht.

Wertvolle Ausnahme beim Maschinenbauer Burkhard: Die Herstellung von Schließzylindern für Airbus. Nachdem Burkhard bereits seit 2007 für einen Lieferanten des Flugzeugbauers Auftragsspitzen übernommen hat, ging die gesamte Produktion am Ende des Krisenjahrs 2009 nach Mühldorf. Große Investitionen in eine Halle und Maschinen waren notwendig und haben Burkhard ein neues Standbein und in diesem Bereich langfristige Planungssicherheit beschert.

Der Bereich der Kunststoffindustrie gestaltet sich dagegen noch etwas schwieriger. "Tendenziell wird er sich 2010 aber auch sehr positiv entwickeln." Wichtige Kunden hat Burkhard auch in den Krisenmonaten nicht verloren.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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