150 Jahre Mühldorfer Volksfest

Volksfestbuch - "ein Muss für jeden Mühldorfer"

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"Die Bemerkung im Mühldorfer Anzeiger 1902, dass das Mühldorfer Volksfest eine 'Münchner Oktoberfestwiese en miniature' wäre, ist aus historischer Sicht nur zu unterstreichen": Stadtarchivar und Buchautor Edwin Hamberger.

Mühldorf - 150 Jahre Mühldorfer Volksfest: Das feiert die Stadt mit der Historischen Wiesn, mit einem Jubiläums-Anstecker - und mit einem 276 Seiten starken Buch.

150 Jahre Mühldorfer Volksfest: Das feiert die Stadt mit der Historischen Wiesn, mit einem Jubiläums-Anstecker und mit einem Buch. Auf 276 Seiten spüren vier Autoren der Volksfest-Geschichte nach. Einer von ihnen ist Stadtarchivar Edwin Hamberger.

Redaktion: um 130. und 140. Volksfestgeburtstag gab es jeweils einen Jubiläumskrug. Zum 150. veröffentlicht die Stadt nun ein Buch. Warum?

Hamberger: Es ist einfach an der Zeit die Mühldorfer Volksfestgeschichte in Buchform zu würdigen und die kulturgeschichtlichen Entwicklungen der Mühldorfer Wiesn angemessen darzustellen. Etwas nachzulesen, sich zu informieren, nostalgische Erinnerungen aufzufrischen, vielleicht an den ersten „Wiesenbummler“ oder an die Fahrt in der Raupenbahn mit seinem Wiesn-Schatz, ist in meinen Augen genauso wundervoll wie der Genuss einer Mass aus einem Jubiläumskrug.

Worum geht es in dem Buch genau?

Vor 150 Jahren fand erstmals in Mühldorf ein landwirtschaftliches Bezirksfest statt. Seit dieser Zeit ist das Mühldorfer Volksfest – wenn auch mit längeren Pausen zu Beginn – ein fester Bestandteil im Lauf der Stadt. In dem Buch „Weil‘s gar so zünftig ist“ erzählen vier kompetente Autoren in lebendigen Beiträgen mit über 300 Abbildungen von Schaustellern und Fahrgeschäften, von Bierzelten und Blasmusik, von Festzügen und Sportveranstaltungen, Literarisches, Amüsantes und Kurioses.

Aus historischer Sicht: Worin unterscheidet sich das Mühldorfer Volksfest von anderen Volksfesten?

Das in Mühldorf vom 8. bis zum 10 September 1865 erstmals abgehaltene landwirtschaftliche Bezirksfest verfolgte zwei Ziele: Erstens die Hebung und Förderung der landwirtschaftlichen Interessen, zweitens das Publikum für einige Tage entsprechend zu fesseln und zu unterhalten. Damit hat das Mühldorfer Volksfest die gleiche Wurzel wie das Münchner Oktoberfest oder das Straubinger Gäubodenfest. Es waren die Landwirtschaftsfeste, die unter König Max I. Joseph in Bayern rund 50 Jahre früher eingeführt worden waren und damit eine Volksfesttradition begründet hatten. Für Mühldorf ist auffällig, dass dieses Volksfest immer schon eine überregionale Ausstrahlung hatte. Begünstigt wurde dieses natürlich durch die gute Verkehrsanbindung, deswegen kamen 1902, 1913, 1929 Sonderauszüge aus München, Dorfen, Traunstein. Die Bemerkung im Mühldorfer Anzeiger 1902, dass das Mühldorfer Volksfest eine „Münchner Oktoberfestwiese en miniature“ wäre, ist aus historischer Sicht nur zu unterstreichen.

Sonderzüge zum Volksfest: Was haben die Recherchen darüber hinaus für Besonderheiten ans Tageslicht befördert?

Allem voran das Stimmungslied „Auf und nieder immer wieder“, das 1959 von dem Mühldorfer Erwin A. Ludwig komponiert wurde. Ein echter Wiesn-Hit, der von einem Mühldorfer stammt. Was mich persönlich überrascht hat, ist die Tatsache, dass erst unter Bürgermeister Josef Federer das Volksfest mit dem Anzapfen eröffnet wurde. In den Jahren zuvor gab es lediglich einen „Antrunk“. Ein weiteres schönes, bis dato unbekanntes Detail: Alois Höcherl, einer der besten Steilwandfahrer seiner Zeit, stammt aus Mühldorf und gastierte 1959 mit seiner Steilwand „Im Banne der Motoren“ auf dem Mühldorfer Volksfest. Und nicht zu vergessen: Der italienische Schlagerstar Silvano Cocchi ließ 1965 im Festzelt die Herzen der Mühldorferinnen höher schlagen. Da gibt es wirklich viel zu erzählen – und nachzulesen.

Der Jubiläumspreis 18,65 Euro...

...erinnert natürlich an das erste Volksfest 1865, das laut Zeitung „tausende Schaulustige aus Nah und Ferne“ anlockte und der Beginn einer großartigen Geschichte war. Bemerkenswert ist nämlich auch, dass sich das Mühldorfer Volksfest immer weiter entwickelt hat. Man war stets am Puls der Zeit, das merkt man vor allem bei den Fahrgeschäften. Und Dinge, die sich bewährt haben, setzte man über Jahrzehnte fort. Wie den Kindertag, den es seit 1955 gibt. Das mag nostalgisch klingen, ein wenig antiquiert vielleicht. Aber gerade das ist das Schöne, das Besondere am Mühldorfer Volksfest. Und jetzt gibt es ein Buch darüber, das in keinem Mühldorfer Bücherschrank fehlen sollte.

Interview: ha

Buchvorstellung am 18. August

„Weil‘s gar so zünftig ist“ wird am Dienstag, 18. August, um 18 Uhr im Rathausflez offiziell vorgestellt. Die vier Autoren – Edwin Hamberger, Wolfgang Haserer, Dr. Rudolf Neumaier und Dr. Norbert Stellner – werden auf Wunsch Bücher signieren, die „Derfi Musi“ spielt unter anderem den Mühldorfer Wiesn-Hit „Auf und nieder“. Zu kaufen gibt es das Jubiläumsbuch ab sofort zum Preis von 18,65 Euro im Kulturbüro der Stadt Mühldorf, im Buchhandel, bei Bücher Herzog (ISBN 978-3-9808380-9-2) und ab 28. August im Festzelt „Historische Wiesn“.

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Auf dem Festplatz (Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße) vom 25.08. bis 04.09.2017:

-Bierpreis: 8,20 Euro

- Großer Volksfestauszug & Bieranstich: 25. August ab 18.00 Uhr

- Kinder- und Jugendtag: 30. August

- Internationaler Schützen- und Trachtenzug: 3. September ab 14 Uhr

- Großes Brillant-Musik-Feuerwerk: 4. September ab 21.00 Uhr

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