BIERSERIE

Mit Brotzeit in den Biergarten

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Im Biergarten am MühldorferStadtwall gibt es das einmalige Ambiente kostenlos dazu. „Auch größere Feiern und Feste sind möglich“, sagt der Wirt.privat

Mühldorf – Eine frische Maß, ein gemütliches Platzerl im schattigen Biergarten, nette Leute am Tisch: „Prost, Herr Nachbar!“ – und schon hat man neue Freunde gewonnen. Im Landkreis gibt es aber nur noch sehr wenige Biergärten, in die Gäste die eigene Brotzeit mitbringen dürfen.

„Meines Wissens nach ist das Wasserschlössl die einzige Wirtschaft im weiten Umkreis, wo die Gäste ihre eigene Brotzeit mitbringen und im Biergarten auch verzehren dürfen“, sagt Gastwirt Bernhard Söllner.

Und das ist auch bei größeren Feiern und Festen möglich. „Wir hatten es schon, dass 50 Festteilnehmer einer Geburtstagsfeier mit ihren Brotzeitkörberln ankamen und nur die Getränke bestellt haben. Natürlich bekommen die Gäste auch bei uns etwas zum Speisen, klar. Wir grillen auch öfter mal im Biergarten.“

Doch die gute alte Tradition, in den Biergarten seinen eigenen Radi und seine Breze mitzubringen, das ist nicht mehr in vielen Wirtshäusern möglich; bis zuletzt galt das auch für den Biergarten im Kloster Au, aber der ist geschlossen. Söllner sagt: „Ich kenne es aus München, da gibt’s das öfter.“ Dabei ist sie uralt. „Der ersten Ausschank in einem Münchner Biergarten war im Jahr 1812“, weiß Söllner und setzt dazu: „Angeblich haben wir die Biergärten ja der katholischen Kirche und zwei Heiligen zu verdanken.“ Nach der bayerischen Brauordnung von 1539 durfte Bier nur gebraut werden zwischen dem Tag des Heiligen St. Michael, der am 29. September gefeiert wird, und dem Tag des Heiligen Georg am 23. April.“ Im Sommer sei das Biersieden verboten gewesen, „die Brandgefahr war zu groß.“

Für den Sommer sei für die vielen Durstigen ein Biervorrat angelegt worden. „Und um dessen Haltbarkeit zu erhöhen, wurde das letzte Bier etwas stärker eingebraut: Das sogenannte Märzenbier entstand, das in den Sommermonaten verkauft wurde.“

Lange überlegte man, wie das Bier bei heißen Temperaturen kühl gehalten werden könne. Die Lösung waren Bierkeller, die mit Eis gekühlt wurden, das winters in Stangen aus den umliegenden Weihern gesägt wurde.

„Schattenspendende Bäume wurden dann noch auf die Keller gepflanzt, meist Kastanien“, erzählt Söllner weiter. „Und da die Brauer ihr Bier direkt an die Bevölkerung verkaufen wollten, stellten sie einfach Tische und Bänke unter die Bäume – der Biergarten war geboren.“ Den Wirten in München habe das nicht gepasst. „Die Brauer sollten die Wirte beliefern und nicht an jedermann ausschenken dürfen, sagten sie erbost.“

Ludwig I. habe schließlich eingelenkt und den Bierausschank „auf den Kellern“ genehmigt. Doch er verbot den Brauern, dort Essen zu verkaufen. Wer also eine Maß unter den Bäumen genießen wollte, musste seine Brotzeit mitbringen.

Bernhard Söllner betont: „Auch hier in Mühldorf, mitten im Park am Stadtwall, pflegen die Leute diese Tradition.“ Viele kämen mit dem Radl, um ihre Brotzeit und eine frische Maß zu genießen. „Wir haben auch eine E-Bike-Ladestation am Biergarten.“

Oberbayerisches Volksblatt

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Auf dem Festplatz (Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße) vom 25.08. bis 04.09.2017:

-Bierpreis: 8,20 Euro

- Großer Volksfestauszug & Bieranstich: 25. August ab 18.00 Uhr

- Kinder- und Jugendtag: 30. August

- Internationaler Schützen- und Trachtenzug: 3. September ab 14 Uhr

- Großes Brillant-Musik-Feuerwerk: 4. September ab 21.00 Uhr

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