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Mörz neuer Festwirt des Unertl-Weißbierzelt auf Mühldorfer Volksfest

„Immer schon mit einem Auge auf das große Traditionsvolksfest in Mühldorf geschielt“

Von links: Dirk Gümpel, Mitarbeiter der Brauerei Unertl; Bräu Wolfgang Unertl; Festwirt Jochen Mörz; Mühldorfs Erster Bürgermeister Michael Hetzl, Traditionsvolksfest-Organisator Walter Gruber und Stefan Haunberger, Geschäftsführer der Brauerei Unertl.
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Von links: Dirk Gümpel, Mitarbeiter der Brauerei Unertl; Bräu Wolfgang Unertl; Festwirt Jochen Mörz; Mühldorfs Erster Bürgermeister Michael Hetzl, Traditionsvolksfest-Organisator Walter Gruber und Stefan Haunberger, Geschäftsführer der Brauerei Unertl.

Am Mittwochvormittag wurde Jochen Mörz offiziell als neuer Festwirt des Unertl-Weißbierzelts auf dem Mühldorfer Traditionsvolksfest vorgestellt. Er löst damit Holger Nagl ab, der sich überraschend zurückgezogen hatte.

Mühldorf am Inn - „Ich habe natürlich immer schon mit einem Auge auf das große Traditionsvolksfest in Mühldorf geschielt. Jetzt freut es uns natürlich sakrisch das wir da sind und für die Mühldorfer das Unertl-Weißbierzelt bewirten dürfen“, berichtete Festwirt Jochen Mörz beim Pressetermin im Großen Sitzungssaal des Mühldorfer Rathauses am Mittwochvormittag. „Mit Jochen wird es jetzt wieder mit Volldampf vorausgehen!“, betonte Bräu Walter Unertl. „Gestern in vier Monaten ist ja der Startschuss, allzu lange haben wir also nicht. Daher bin ich auch sehr erleichtert“, so wiederum Mühldorfs Erster Bürgermeister Michael Hetzl.

Jochen Mörz löst Holger Nagl als Festwirt im Unertl-Festzelt ab

Genau vier Monate war es her gewesen, dass Stadt und Brauerei Unertl Holger Nagl, Chef des Hammerwirts, als neuen Festwirt im Weißbierzelt verkündet hatten, als am Freitag der vergangenen Woche alle Beteiligten das Ende der Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Presseerklärung verkündet hatten. Nagl wird allerdings, wie in den letzten Jahren, die Mühldorfer Alm betreiben. Er hatte zunächst das Weinzelt betrieben, später kam die Alm dazu. Zwei Jahre vor der Coronapandemie veränderte er das Konzept des Weinzelts, es wurde das Hammerwirtzelt daraus, welches er zusammen mit der Brauerei Erharting betrieb. Alle drei Festzelte sind damit nun unter neuer Führung: Markus Leserer führt heuer erstmalig das Erhartinger Festzelt und im Spatenzelt übernimmt Bernd Furch als Nachfolger von Manfred Werner.

Was genau aber hatte zu dem überraschenden Aus geführt? Bereits am vergangenen Freitag war bekannt worden, dass einer der Gründe Differenzen zwischen Festwirt, Brauerei und Stadt waren. „Das Weißbierzelt ist ja am Hang, das hat für den Lieferverkehr schon immer Schwierigkeiten bereitet. Herr Nagl wollte da etliche Sachen anders machen. Das hätte aber nicht funktioniert, weil wir dort genaue Vorgaben der Stadt hinsichtlich Fluchtwegen und so weiter haben“, erzählte Bräu Wolfgang Unertl. Das sei einer der Gründe gewesen.

„Zu viele Baustellen“ und Personalmangel als Hauptprobleme für Nagl

„Das Hauptproblem war aber: Er hat zu viele Baustellen, das ist ihm über den Kopf gewachsen“, ergänzte Stefan Haunberger, Geschäftsführer der Brauerei Unertl, „Er baut ja gerade seine Wirtschaft, steckt außerdem in Planungen für seine Alm-Hütt‘n. Coronabedingt fehlte außerdem das Personal, ansonsten hätte das unter normalen Umständen wahrscheinlich schon funktioniert. Ich bin ja froh, dass er noch rechtzeitig die Reißleine gezogen hat, denn sonst hätte es, wenn er einfach weiter gemacht hätte, für uns alle ein großes Problem daraus werden können. Gottseidank wurden wir dann auch rasch durch einen Bekannten mit Herrn Mörz zusammengebracht, der sich der Aufgabe mit seiner Festwirtsfamilie gewachsen sieht.“

„So ein Festzelt ist ja auch nicht mit einer normalen Gastronomie vergleichbar“, gab Traditionsvolksfest-Organisator Walter Gruber zu bedenken. „Da hat man Stoßzeiten, wo auf einmal drei bis viertausend Personen hereinkommen und Veranstaltungstage, wo das Zelt von Haus aus voll ist, wie beim Seniorennachmittag, dem Tag des Landkreises oder wenn die Volksfest-Busse ankommen, da ist das Zelt dann plötzlich ganz schnell voll und jeder hat Hunger und Durst. Da steckt ein wahnsinniger logistischer Aufwand dahinter, das muss man stemmen können, gerade auch was das Personal betrifft. Machen wollen das viele, aber das ist schon noch einmal eine andere Nummer!“

Auch restliche Volksfest-Organisation vor personellen Herausforderungen - Damoklesschwert Corona

„Die gesamte Gastronomie-Branche hat ja Probleme, genügend gutes Personal zu bekommen“, merkte wiederum Unertl-Geschäftsführer Haunberger an. „Und es betrifft nicht nur diese. Bei vielen Bereiche des Traditionsvolksfests sehen wir uns aktuell mit Personalschwierigkeiten konfrontiert: Vom Sicherheitsdienst, über die Fahrer für den Volksfestbus bis hin zum Service-Personal für die Sanitäranlagen“, so wiederum Traditionsvolksfest-Organisator Gruber, „Wir beziehungsweise die beauftragten Unternehmen müssen da gerade schauen, dass rechtzeitig genügend Leute verpflichtet werden oder gegebenenfalls Aufträge neu vergeben werden.“

Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen hatte Nagl betont, dass die Aufgabe als Festwirt hohe Investitionen mit sich gebracht hätte. „Das finanzielle Risiko war uns zu groß“, es sei wegen Corona nicht sicher, ob das Volksfest tatsächlich und in der geplanten Form stattfinden könne. „Das Volksfest ist nicht zu 100 Prozent sicher.“ - „Zu hundert Prozent kann das natürlich keiner sagen. Aber die Volksfeste, die momentan stattfinden sind ja bestens besucht“, entgegnete Bräu Wolfgang Unertl darauf angesprochen. „Dieses Damoklesschwert hängt natürlich immer über uns, aber wir sind optimistisch“, stimmte Geschäftsführer Haunberger ein. „Es muss einfach allen klar sein: Man muss es überstehen können, wenn es ausfällt, das machen wir bei allen Gesprächen mit Wirten und Schaustellern deutlich“, merkte Bürgermeister Hetzl an.

Zelt bleibt in bisherigen Dimensionen, Golfturnier nun in Mühldorf am Inn

Nun wird also Jochen Mörz in Mühldorf das Unertl-Weißbierzelt als Wirt leiten. In der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Hetzl die Personalie gegenüber den OVB-Heimatzeitungen weder bestätigen noch dementieren wollen, jetzt ist es offiziell. Mörz war von 2007 bis zur Coronazwangspause Festwirt auf dem Waldkraiburger Volksfest, die Stadt Waldkraiburg hatte aber im Oktober 2020 angekündigt, künftig mit einem neuen Festwirt zusammenarbeiten zu wollen. Seine Mörz Ferstzeltbetriebs GmbH, laut eigenen Angaben, bayernweit auf 13 verschiedenen Volksfesten aktiv, darunter das Traunsteiner Frühlingsfest und das Herbstfest Bad Reichenhall. „Ich werde mich aber während dem Traditionsvolksfest ausschließlich um das Weißbierzelt kümmern!“, betont der Wirt. „Das war auch eine wichtige Bedingung für uns“, ergänzt Walter Gruber.

Ein Zelt werde die bisherige Halle ablösen, aber von den Maßen her in etwa gleich groß bleiben. Einige wichtige Ausstattungsdetails würden aber beibehalten werden, betonte Bräu Wolfgang Unertl. „Es wird eins ehr schönes Zelt mit Holzfassade und so weiter“, betonte Festwirt Mörz, „Zum Musikprogramm kann ich noch nichts sagen. Herr Nagl hatte ja schon ein Programm aufgestellt. Meine Tochter Nadine, bei uns zuständig für Organisation und Management, ist schon eifrig am telefonieren. Beim traditionellen Speiseangebot wird sich nicht viel ändern. Wir werden demnächst bekanntgeben können, mit welchen zusätzlichen Schmankerln wir aufwarten können werden. Wir werden alles dafür tun, dass sich die Mühldorfer bei uns im Unertl-Zelt wohlfühlen.“

In Waldkraiburg war ein wichtiger Termin im Volksfest-Kalender stets das Golfturnier, erwachsen aus Mörz‘ privater Golfleidenschaft. „Das werden der Wolfgang und ich organisieren“, berichtete der Festwirt mit einem Fingerzeig auf den Unertl-Bräu. „Ich hab schon Platzreife!“, berichtete Erster Bürgermeister Michael Hetzl, „Und ich auch!“, schloss sich prompt auch Volksfest-Organisator Walter Gruber an.

hs

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