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Ohne Freiwillige geht es nicht

Mühldorfer Verein „Ehrensache“ löst sich auf - wer diese Aufgabe übernehmen soll

Alfons Wastlhuber
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Alfons Wastlhuber ist seit 2012 Geschäftsführer der Freiwilligenagentur „Ehrensache“.

Die Freiwilligenagentur leistet seit über zehn Jahren wichtige Arbeit im Landkreis Mühldorf. Jetzt stehen einige Veränderungen an und dem Verein bleibt nichts anderes übrig, als sich zum Jahresende aufzulösen. Für die Nachfolge wurde eine gute Lösung gefunden.

Mühldorf - Während des ersten Corona-Lockdowns hatte der Verein „Ehrensache“ auf die Schnelle ein Corona-Hilfe-Center eingerichtet und Hilfe-Suchende und Helfer zusammengebracht. So konnten etwa das Masken-Nähstüberl des BRK und der Lieferdienst der Mühldorfer Tafel durch Vermittlung von Ehrenamtlichen tatkräftig unterstützt werden.

Diese Vernetzung von ehrenamtlich engagierten Bürgern und solchen, die ehrenamtliche Unterstützung brauchen, hat der Verein „Ehrensache“ seit 2008 im Auftrag des Landkreises übernommen. Im Sommer 2022 hat die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins zum 31. Dezember 2022 entschieden.

Kreisausschuss ist sich einig

„Die Fortführung der Freiwilligenarbeit im Landkreis ist eine wichtige Aufgabe“, so Landrat Max Heimerl in der Kreisauschusssitzung am Montag, 5. Dezember. Der Übertragung dieser Aufgabe auf den Landkreis zum 1. Januar 2023 stimmte der Kreisausschuss einstimmig zu. Der endgültige Beschluss durch den Kreistag soll am Freitag, 9. Dezember, folgen.

Der Vereinsvorsitzende, Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner (CSU), hatte im September die Übernahme der Freiwilligenarbeit durch den Landkreis Mühldorf beantragt. „Der Entschluss zu diesem Schritt ist uns nach so langer Zeit und auch sehr erfolgreicher Arbeit nicht leichtgefallen“, so Baumgartner in dem Antrag. Allerdings sehe der Verein keine andere Möglichkeit seine für die Bürger und die Vereine so wichtige Arbeit fortzusetzen. „Es wäre ein großer Verlust für das Ehrenamt in unserem Landkreis, wenn die Arbeit der Freiwilligenagentur nicht weitergeführt würde.“

Geschäftsführer und Vorsitzender wollen nicht mehr

Für die Auflösung des Vereins gibt es vor allem zwei Gründe, wie Baumgartner in seinem Antrag an den Landkreis ausführte. Zum einen wollte der seit 2012 tätige Geschäftsführer Alfons Wastlhuber auf eigenen Wunsch aus Altersgründen bereits Mitte des Jahres 2022 ausscheiden, hat dann aber bis Ende des Jahres verlängert. Seine Nachfolge zu besetzen, sei wegen der Finanzierung des Vereins schwierig gewesen. Der Verein sei von der Unterstützung durch den Landkreis abhängig, der Defizitausgleich aber eine jährlich vom Kreistag beschlossene freiwillige Leistung, die keine dauerhafte Sicherheit für eine Daueranstellung und die Bewältigung der Arbeit biete.

Auch Erwin Baumgartner wollte, wegen mannigfaltiger anderer Aufgaben, sein Amt als 1. Vorsitzender des Vereins bereits zum Jahr 2022 aufgeben. Das wollte aber kein anderer Bürgermeister übernehmen.

Landkreis schafft Dreiviertel-Stelle

Wie Landrat Heimerl in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses erklärte, liege die Freiwilligenarbeit in Bayern überwiegend in den Händen der Landkreise. Schon bisher hat der Landkreis Mühldorf den Verein mit einem Defizitausgleich von bis zu 36.000 Euro pro Jahr gefördert. Für die Übernahme der Vereinsarbeit will der Landkreis ab 2023 eine zusätzliche Dreiviertel-Planstelle mit 29,25 Wochenstunden im Landratsamt, Fachbereich Soziales und Senioren, schaffen. „Die Kosten dafür entsprechen in etwa dem bisherigen Defizitausgleich“, so Heimerl. „Mit der Übernahme würdigt der Landkreis das Engagement der Ehrenamtlichen.“

Das ist der Verein „Ehrensache“

Die Freiwilligenagentur „Ehrensache“ besteht im Landkreis Mühldorf seit dem Jahr 2008. Der Verein ist die regionale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Ehrenamt, für alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und diejenigen, die jemanden suchen, der ehrenamtliche Aufgaben übernimmt. So war und ist „Ehrensache“ in der Flüchtlingsbetreuung aktiv, unter anderem mit Sprachpaten, Deutschkursen und Kinder-Malprojekten, unterstützt die Mühldorfer Tafel mit einem Lieferdienst, kümmert sich um Senioren und organisierte Einkaufshilfen in Quarantänefällen während Corona. Der Verein gibt die Ehrenamtskarte aus. Finanziert wird der Verein aus Spenden, einem Defizitausgleich von 35.000 Euro durch den Landkreis und den Mitgliedsbeiträgen von 22 Gemeinden (der Landkreis Mühldorf hat 31 Gemeinden). Mit Verweis auf die ohnehin zu zahlende Kreisumlage hatten sich einige Gemeinden gegen die Mitgliedschaft im Verein „Ehrensache“ entschieden.

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