Kein Ärger, nur Musik

+
Biergartenbetrieb mit Live-Musik: Das „Great wide open“ war ein absolut friedliches Fest. 2010 soll es wieder stattfinden.

Mühldorf - Eins ist sicher: Es wird eine Neuauflage des Mühldorfer Open Air geben. Das versprach gestern Konzertmanager Heinz Preisch von KBK-Concerts.

Mehr als 11.000 Menschen, zehn Stunden lang auf engem Raum zusammen, viel Sonne und Bier, laute Rockmusik - und nichts ist passiert. So jedenfalls lautet das Fazit des "Great wide open" aus Sicht der Polizei: "Es war ein sehr, sehr friedliches Fest", freute sich Mühldorfs Polizeichef Robert Anderl. "Es gab keine einzige Schlägerei."

Mehrere Dutzend Beamte hatte Anderl im Einsatz, die genaue Zahl will er aus "polizeitaktischen Gründen" nicht verraten, sie kamen aus Mühldorf und von der Bereitschaftspolizei, trugen Uniform oder waren in Zivil unterwegs. Dass sie während des Festivals kaum auffielen, lag an der Strategie, die Anderl mit der Zielgruppe verbindet: "Es spielten Rockgruppen, die eher eine lebensältere Klientel ansprechen." Hätte es nur Hard Rock oder ein jüngeres Publikum gegeben, hätte man anders vorgehen und mehr Präsenz zeigen müssen. So blieb den Beamten vor allem der Klassiker: Betrunkene Autofahrer aus dem Verkehr ziehen. Ein gutes Dutzend Fahrer fiel auf, darunter eine Frau, die mit 2,8 Promille so blau war, dass sie mit ihrem Auto an den schmalen Ausfahrtsstangen des Volksfestplatzes hängen blieb. 65 Platzverweise erteilten die Beamten.

Das Rote Kreuz, das nach Angaben von Boris Hillmann mit 30 Einsatzkräften, darunter einem Arzt, vor Ort war, verbrachte einen ruhigen Nachmittag. Ein schwer Betrunkener, ein Bühnenarbeiter, der sich an der Hand verletzt hatte, zwei Sonnenstiche: Hillmann war überrascht, wie wenig so vielen Menschen passieren kann: "Es war toll."

Eine positive Bilanz zog auch Konzertmanager Heimz Preisch, dessen Agentur KBK-Conzerts, das Festival veranstaltet hat - und wieder veranstalten wird. "Wir kommen im nächsten Jahr auf alle Fälle wieder. Das steht bereits fest." Für die Premiere einer derartigen Großveranstaltung habe es erstaunlich wenig Probleme gegeben. "Mit Ausnahme des defekten Keyboards von Roger Hodgson können wir für das erste Mal sehr zufrieden sein", sagt Preisch, der in den nächsten Wochen vor allem Analyse betreiben wird. "Wir setzen uns mit allen Verantwortlichen noch einmal zusammen um zu sehen, was wir noch verbessern können." Auch im organisatorischen und logstischen Ablauf vor Ort werde man sicher "Feinschliff" betreiben.

Deep Purple:

Deep Purple

Was die Besucher 2010 erwartet, kann Preisch noch nicht sagen. "Wir wollen wieder ein Programm zusammenstellen, das von Jung bis Alt alle anspricht." Von Classic Rock bis Pop sei alles möglich. Darauf freut sich auch Bürgermeister Günther Knoblauch, der von einer Bereicherung der Region sprach. "Es wäre eine tolle Dauereinrichtung."

Rodger Hodgson und Status Quo:

Rodger Hogdson und Status Quo

Obwohl die Stadt den Veranstalter sehr stark unterstützt habe, kämen auf sie kaum Kosten zu. Die Verlegung von Abwasserleitungen in der Rennbahn sei eine Investition nicht allein fürs Open Air gewesen, dazu komme die Arbeit des Bauhofs bei der Beschilderung oder der Reinigung des Parkplatzes auf dem Volksfestplatz. Die Kosten bezifferte Knoblauch auf nicht einmal 5000 Euro. Die Reinigung des Festivalgeländes sei Sache des Veranstalters. Die Stadt müsse lediglich Schäden des Fußballplatz beheben, falls es welche gebe.

Nicht ganz zufrieden ist Heinz Preisch vom Veranstalter KBK mit der Besucherzahl. "1500 zahlende Besucher mehr hätten es schon sein dürfen", nach Preischs Angaben zahlten 9500 Eintritt. Der Rest kam über die Gästeliste, darunter viele Anwohner, die die Konzert-Agentur eingeladen hatte. So war das "Great wide open" wirtschaftlich kein Fiasko, sagt Preisch, "sondern eine Investition in die Zukunft".

Ein Lob von besonderer Seite gab es gestern für die Mühldorfer: Während sie die letzten Stangen der Bühne auseinander schraubten, erzählten die Bühnenarbeiter, dass sie selten so freundlich aufgenommen worden seien, wie in Mühldorf.

ha /hon

Lesen Sie dazu auch:

Rocker lassen Rennbahn beben

Der Himmel brannte

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser