Modernes Amt mit Tradition

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Der Herr im goldenen Rahmen war der Erste, die modischer Gekleideten sind seine Nachfahren nach 150 Jahren: Hugo Ritter von Peter, gehalten von Dr. Andreas Nachreiner (links) und Hannes Weishäupl.

Mühldorf - Seit 1862 gibt es das Mühldorfer Notariat bereits. Das soll auch nach dem 150. Jubiläum noch lange so bleiben, damit rechnen die zwei Notare der Stadt.

150 Jahre wurde das Mühldorfer Notariat im vergangenen Jahr alt, die beiden Mühldorfer Notare sind fest davon überzeugt auch im Jahr eins nach dem Jubiläum und den kommenden Jahren wichtiger Bestandteil der Rechtspflege zu sein.

Dieses Selbstverständnis drückt Dr. Andreas Nachreiner aus, der das Mühldorfer Notariat zusammen mit Hannes Weishäupl seit einigen Jahren führt: "Auch in den kommenden Jahrzehnten werden Notare ihren Beitrag zu Rechtssicherheit und Verbraucherschutz leisten", sagt Nachreiner. Äußeres Zeichen des Glaubens an die Zukunft war der Umzug in den sanierten Berchtesgadener Kasten am Stadtplatz. Im frisch sanierten Haus residiert das Notariat nach seinem Umzug vom Stadtberg, wo es lange untergebracht war.

Waren Notare früher selbstständige öffentliche Beamte, sind sie heute freiberufliche Träger eines öffentlichen Amts. Sie sind unabhängig, unparteiisch und für Beurkundungen und Beglaubigungen zuständig. Am bekanntesten ist ihre Arbeit bei der Verfassung von Testamenten und der Verbriefung bei Grundstückskäufen. Sie werden aber auch aktiv, wenn es um für Kaufverträge und Schenkungen geht, bei Eheverträgen und Scheidungsvereinbarungen und im Gesellschaftsrecht, bei Unternehmensgründungen und Handelsregisteranmeldungen. "Flächendeckend bieten wir juristische Beratung auf hohem Niveau und gewährleisten den Schutz von juristisch nicht erfahrenen Beteiligten", beschreibt Weishäupl die Arbeit des Notariats. Seit einigen Jahren halten die beiden Mühldorfer Notare auch Sprechstunden in Waldkraiburg ab.

Auch wenn die bayerischen Notariate auf eine lange Tradition zurückblicken können, gehen sie laut Weishäupl und Nachreiner mit der Zeit: So werden sämtliche Urkunden eingescannt und elektronisch archiviert, Handelsregisteranmeldungen verschlüsselt auf elektronischem Wege an das Gericht übermittelt, Vorsorgevollmachten im Zentralen Vorsorgeregister, Testamente und Erbverträge im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer elektronisch registriert. In naher Zukunft werden auch sämtliche für das Grundbuchamt bestimmten Urkunden nur noch elektronisch eingereicht.

Am 1. Juli 1862 wurde das Notariat Mühldorf gegründet. Damals trat das Notariatsgesetz in Kraft, mit dem in ganz Bayern Notariate geschaffen wurden. Seitdem ist der Notar nach französischem Vorbild als staatlich bestellter und beaufsichtigter, aber selbstständiger Jurist Teil der vorsorgenden Rechtspflege. Sinn der vorsorgenden Rechtspflege war und ist es, dass in wichtigen Bereichen Rechtsgeschäfte von einem unabhängigen juristischen Experten durchgeführt werden, der die Belange aller Beteiligten berücksichtigt, und so Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

Wie heute waren die seinerzeitigen Notare zuständig, "alle auf Rechtsverhältnisse sich beziehenden Erklärungen, Verhandlungen, Verträge und Thatsachen zu beurkunden, über welche entweder nach gesetzlicher Vorschrift oder nach dem Willen der Beteiligten eine öffentliche Urkunde zu errichten ist".

In den vergangenen 150 Jahren waren in Mühldorf mit den jetzigen Notaren Weishäupl und Nachreiner 13 Notare tätig. Erster Notar war Hugo Ritter von Peter, der mit 33 Jahren am längsten amtierende Notar war Dr. Dieter Döhner, einer der beiden Vorgänger von Weishäupl und Nachreiner. Seit 1971 gibt es zwei Notare in Mühldorf.

In ganz Bayern werden die Notarstellen vom Justizministerium bestimmt und mit Juristen besetzt, die keinen anderen Beruf ausüben dürfen und nach ihrer Staatsexamensnote ausgewählt werden.

hon/re/Mühldorfer Anzeiger

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