Kriminalstatistik 2014

Einbrüche bereiten Mühldorfer Polizei Sorge

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Angelika Deiml, Leiterin der Polizeiinspektion Mühldorf, und Hans-Jürgen Zehentbauer, Sachbearbeiter Verkehr
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Mühldorf - Die Mühldorfer Polizeiinspektion hat die Kriminalstatistik 2014 veröffentlicht. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist stark gestiegen, die Aufklärungsquote aber auch.

"Die Sicherheitslage in Mühldorf ist sehr gut", bilanzierte Angelika Deiml, Leiterin der Polizeiinspektion Mühldorf, bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik 2014 am Montag. Stützen konnte sich Deiml dabei auf viele erfreuliche Zahlen. So zählten die Beamten der Mühldorfer Dienststelle weniger Straftaten als im Vorjahr (2014: 2095; 2013: 2273) und die Aufklärungsquote ist über alle Delikte hinweg leicht von 64,9 auf 67,3 Prozent gestiegen - und liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt von 64,4 Prozent. Mit (statistisch) 3550 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegen die Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Mühldorfer Polizei klar unter dem bayernweiten Schnitt von 5164 Fällen. Und auch in der Stadt Mühldorf gab es 2014 mit 6939 Fällen pro 100.000 Einwohnern nicht mehr Fälle als in vergleichbaren Städten.

Sechs Einbrecher - 33 Straftaten

Angelika Deiml

Die Statistik hält aber auch weniger erfreuliche Zahlen bereit. "Was uns Sorge bereitet, ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche", sagte Deiml. Diese folgen dem bayernweiten Trend und sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent von 45 auf 61 Fälle gestiegen (bayernweit: 28,6 Prozent). Gerade für das Sicherheitsgefühl der Betroffenen haben Einbrüche oft schwere Folgen. Wie Deiml erklärte, fühlten sich Menschen zum Teil noch Jahre nach einem Einbruch unsicher.

Roland Kauer, stellvertretender Dienststellenleiter

Zugleich verzeichnete die Mühldorfer Polizei ausgerechnet bei den Wohnungseinbrüchen einen ihrer größten Erfolge des Jahres. Die Ermittler konnten eine Einbruchsserie aufklären, bei der sechs Täter (in wechselnder Zusammensetzung) für 33 Straftaten verantwortlich waren. Der Sachschaden betrug mehrere 10.000 Euro und die von der Polizei ermittelten Tatverdächtigen wurden inzwischen am Mühldorfer Amtsgericht zu Freiheitsstrafen verurteilt, teilweise ausgesetzt zur Bewährung.

Dank dieses Ermittlungserfolgs ist die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen mit rund 50 Prozent im bayernweiten Vergleich außerordentlich hoch. 50 Prozent seien im Bereich der Wohnungseinbrüche sehr, sehr viel, erklärte Deiml. Gegenwärtig hat es die Mühldorfer Polizei überwiegend mit ortsansässigen Tätern zu tun. Das Phänomen der "reisenden Täter", die von Ort zu Ort ziehen, um in Wohnungen einbrechen, ist in der Region kein Thema.

Wenn die Parkplätze nicht mitwachsen

Um diese Gemeinden geht es:

Zum Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion gehören neben der Stadt Mühldorf die Gemeinden Ampfing, Buchbach, Egglkofen, Erharting, Heldenstein, Lohkirchen, Mettenheim, Niederbergkirchen, Niedertaufkirchen, Oberbergkirchen, Oberneukirchen, Obertaufkirchen, Polling, Rattenkirchen, Schönberg, Schwindegg und Zangberg sowie die Stadt Neumarkt-St. Veit.

Wer ein eigenes Auto besitzt, dürfte mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Kriminalstatistik blicken. Zwar ist die Zahl der Autodiebstähle von zehn auf acht gesunken und die Zahl der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen ist deutlich von 111 auf 66 Fälle zurückgegangen. Andererseits gab es 2014 mit 275 Fällen 27 Prozent mehr Unfallfluchten (2013: 216 Fälle). Wie Deiml sagte, handelte es sich dabei überwiegend um leichte Fälle, also um "Parkrempler". Hans-Jürgen Zehentbauer, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion, sieht ein Problem darin, dass Stoßstangen häufiger als früher lackiert sind. So entsteht viel schneller ein relativ großer Sachschaden. "Zum anderen wachsen unsere Pkw, aber die Parkplätze leider nicht", so Zehentbauer.

Alkohol bei Körperverletzungen - und beim Feiern

Kopfzerbrechen bereitet der Polizei der Alkohol - gerade bei Körperverletzungen. "Das ist wirklich auffällig, dass bei Körperverletzungsdelikten 30 Prozent aller Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss stehen", sagte Deiml. Hinzu kommt, dass es auch noch eine Dunkelziffer gibt. Ermittelt die Polizei erst nach ein paar Tagen einen Verdächtigen, kann schließlich - wenn überhaupt - nur noch über Zeugenaussagen ermittelt werden, ober der Verdächtige zur Tatzeit betrunken war.

Auch auf größeren Veranstaltungen, bei denen die Polizei präsent ist, spielt der Alkohol zunehmend eine Rolle. Man bekomme den Eindruck, da gehe es zum Teil gar nicht mehr ums Feiern, sondern ums Saufen, sagte Deiml. Manche seien schon am frühen Nachmittag betrunken. Die Kollegen vor Ort müssten sich deshalb einiges anhören, würden beispielsweise von Betrunkenen beleidigt.

Neue Ampel an der alten B12?

Beim Unfallschwerpunkt auf der St2550 (alte B12) im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf-West gab es 2014 mit vier Unfällen weit weniger Unfälle als im Vorjahr (17 Unfälle).  Dabei wurden aber fünf Personen verletzt, drei davon schwer. Die Unfallkommission des Landkreises wird deshalb reagieren. Zehentbauer zufolge würden bauliche Veränderungen geprüft, eine Option ist die Installation einer Ampelanlage.

Auch auf der Mühldorfer Ortsdurchfahrt der St2550 zwischen Giggenbach-Stachus und Rheinstraße tut sich etwas. Angesichts der 27 Unfälle 2014 wird die Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Auch das Schaltprogramm der Ampelanlage könnte einer Überprüfung unterzogen werden.

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