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Mühldorf will Welterbe werden

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Die Innstadtbauweise macht Mühldorf für Gäste und Einheimische interessant. Vielleicht anerkennt das auch die Unesco und erklärt Mühldorf zusammen mit anderen Städten zum „Welterbe“.

Mühldorf - Welterbe, das ist der Kaiserdom in Aachen oder die Würzburger Residenz. Jetzt möchte auch Mühldorf dazu gehören als Teil einer Gemeinschaftsbewerbung.

Mühldorf ist Teil einer Gemeinschaftsbewerbung deutscher und österreichischer Inn-Salzach-Städte.

"Touristisch ist es eine Möglichkeit, viele Menschen anzuziehen", spricht Mühldorfs Bürgermeister von "Welterbetourismus", in dem Menschen bewusst diese Orte ansteuern. Im ersten Schritt müssen die beteiligten Städte bis 1. März Unterlagen zusammenstellen. "Und dann müssen wir dicke Bretter bohren." Denn bis zu einer Entscheidung der Unesco vergehen Jahre.

Sechs Bürgermeister, ein Ziel: Weltkulturerbe Inn-Salzach-Architektur. Dafür setzen sich Hans Steindl (Burghausen), Franz Wurzenrainer (Rattenberg), Peter Haugeneder (Neuötting), Günther Knoblauch (Mühldorf), Michael Kölbl (Wasserburg) und Franz Xaver Angerer (Schärding/von links) ein

Ob die "Innstadtbauweise", um die es bei den beteiligten Städten geht, ausreicht, kann Knoblauch nicht einschätzen. Trotzdem hofft er auf gute Chancen: "Es ist ein grenzüberschreitendes Projekt." Wasserburg, Mühldorf, Neuötting, Burghausen und Schärding sind dabei, genau wie Rattenberg in Tirol, von dem die Initiative ausging. Auf Anraten des Welterbebeauftragten im Wiener Bildungsministerium, der die Chancen für eine einzelne Stadt aufgrund der hohen Stättendichte in Österreich und Deutschland eher gering einschätzte, suchte sich Rattenbergs Bürgermeister Franz Wurzenrainer Mitstreiter entlang des Inns und der Salzach. Wasserburg, Mühldorf, Neuötting, Burghausen und Schärding waren bereit. Rosenheim kam nicht in Frage, dort gibt es nicht genug Inn-Salzach-Architektur. Salzburg ist schon Welterbe, Innsbruck wollte nicht und Passau bewirbt sich allein.

Die sechs Bürgermeister, die sich jetzt in Schärding trafen, sind der Überzeugung, dass es sich lohnen wird, den letztendlich langfristigen und aufwändigen Entwicklungsprozess zu starten. "Da wir kein Risiko eingehen, probieren wir es", sagt Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. "Die Burghausener sammeln unsere Unterlagen und reichen sie weiter, die haben schon Erfahrung, wollten sich mit ihrer Burg schon bewerben", berichtet Kölbl.

Im Laufe des Jahres erfolgt eine erste Bewertung durch den Freistaat. Das Fehlen von Innsbruck, Braunau und Passau sieht Kölbl, der im Landesdenkmalrat sitzt, als Manko. Und: "Auch andere Baustile haben Vorschussmauern und Grabendächer. Außerdem ist die Konkurrenz sehr stark." Dennoch waren sich die Bürgermeister in Schärding einig, den Vorstoß zu wagen und die erste Bewertung abzuwarten.

Sollte diese so positiv ausfallen, dass das grenzübergreifende Projekt weitergeht, kostet es Geld: Eine professionelle, fundierte Bewerbung wird auf eine halbe Million Euro Gesamtkosten geschätzt. Dazu kommen ein hoher Arbeitsaufwand und eine lange Dauer des Verfahrens.

"Welterbe" ist ein lukrativer Titel. Die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe, mit den Domen in Aachen und Speyer die erste Welterbestätte in Deutschland, ist neben den Schlössern des Märchenkönigs das einzige Objekt der Bayerischen Schlösser-, Gärten- und Seenverwaltung, das schwarze Zahlen schreibt. Bamberg und Regensburg erfreuen sich das ganze Jahr über großer Beliebtheit bei Touristen. Nur Dresden zog den Verkehrsfluss dem werbewirksamen Titel vor.

hon/syl

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