Kooperation wird angestrebt - aber nur im Tourismus

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Auf Radltourismus setzten in der Region die Stadt Mühldorf und die Stadt Waldkraiburg und die Stadt Burghausen und der Landkreis Mühldorf und der Landkreis Altötting und die Tourismusgemeinschaft Inn-Salzach. Das tut jeder weitgehend für sich, so dass auf Messen schon mal mehrere Vertreter der Region nebeneinander stehen. Auch künftig wird es nach dem Willen des Kreisausschusses keinen Zusammenschluss geben. Das Gleiche gilt für die Wirtschaftsförderung.

Mühldorf - Der Kreisausschuss hat einen SPD-Antrag zur Gründung einer gemeinsamen Wirtschafts- und Tourismusinstitution abgelehnt. Lediglich im Tourismus könnte eine punktuelle Kooperation sinnvoll werden.

Mit 11:2 Stimmen hat der Kreisausschuss den Antrag der SPD-Kreistagsfraktion zur Gründung einer einheitlichen Wirtschafts- und Tourismusinstitution in den Landkreisen Mühldorf und Altötting abgelehnt.

Die SPD hat Landrat Georg Huber aufgefordert, unverzüglich Verhandlungen mit dem Landkreis Altötting, der Tourismusgemeinschaft Inn-Salzach und dem Städtebund Inn-Salzach aufzunehmen, um eine den Wirtschaftsraum Inn-Salzach, das Tourismusgebiet Inn-Salzach und das Chemiedreieck umfassende einheitliche Wirtschafts- und Tourismusinstitution zu gründen.

"Durch diese landkreisübergreifende Institution könnten erhebliche Finanzmittel eingespart und Ressourcen gewonnen werden und gleichzeitig könnten wir effektiv und abgestimmt geschlossen nach innen und außen auftreten", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Fischer.

Landrat Georg Huber stellte heraus, dass eine effektive und kostensparende Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung und Tourismusbeauftragten beider Landkreise überall durchgeführt werde, wo es möglich und sinnvoll erscheine. "Dies auch ohne das verwaltungs- und kostenintensive Dach einer GmbH oder sonstigen Institution."

Der Landrat verwies zudem auf die Kooperation mit der IHK, die in Mühldorf in nächster Zeit eine eigene Geschäftsstelle einrichten werde, und auf die Verhandlungen mit der Handwerkskammer, um ebenfalls eine solche Kooperation zu erreichen.

Intensiv, so CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr, habe sich seine Fraktion mit diesem Antrag beschäftigt. Er lehnt eine gemeinsame Wirtschaftsinstitution ab. "Dem stehen wir skeptisch gegenüber, denn jede Gemeinde hat ihre besonderen Vorstellungen in diesem Bereich. Eine Kooperation im Tourismusbereich mit dem Landkreis Altötting halten wir für sinnvoll. Dazu würde eine schriftliche Vereinbarung reichen."

Grünen-Fraktionsvorsitzende Cathrin Henke bezeichnete den Tourismusbereich im Landkreis als "Brachland". Auch sie sprach sich für eine Kooperation aus, ohne zusätzliche Institutionen.

"Mallorca hat einen einzigen Tourismusverband und wir leisten uns in den beiden Landkreisen gleich drei dieser Stellen. Ich bin enttäuscht, dass es nicht zu einer gemeinsamen Institution kommt, denn dann würden wir die Kosten nur einmal bezahlen und die Darstellung nach außen einheitlich präsentieren", sagte Bürgermeister Günther Knoblauch.

Landrat Georg Huber sieht derzeit keine Möglichkeit, im Wirtschaftsbereich zu einer gemeinsamen Institution mit dem Landkreis Altötting zu kommen, denn diese würde von der Altöttinger Unternehmens-Beteiligungsgesellschaft (AUBG) nicht gewünscht. "Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn auch innerhalb des Städtebunds gibt es Rivalitäten hinsichtlich der Ansiedlung neuer Betriebe wie Fliegl von Töging nach Mühldorf oder H&M in Mühldorf oder Burghausen", sagte Huber. "Ich beteilige mich nicht an dieser gegenseitigen Abwerbung. Es muss den Gemeinden überlassen bleiben, wie sie ihre Wirtschaftsförderung gestalten."

Dem widersprach Bürgermeister Knoblauch heftig. "Wo sich ein Betrieb ansiedelt, ist immer noch die Sache des Betriebs. Ein gemeinsames Angebot an die Firmen wäre sinnvoll. Jeder könnte sich in diesen Bereich einbringen und wir wären gemeinsam hervorragend aufgestellt für die Zukunft", erwiderte der Mühldorfer Bürgermeister.

Der Kreisausschuss erteilte dem SPD-Antrag nach einer einstündigen Diskussion eine klare Ablehnung.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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