Wählerzahl deutlich gestiegen

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31-mal die Qual der Wahl, dabei war für viele offensichtlich die Wahl eine Qual, sie blieben zu Hause. Um die Mittagszeit, als Wahlhelferin Beate Fedtke-Gollwitzer den Europawahlzettel präsentierte, waren im Mühldorfer Rathaus genau 55 Stimmen abgegeben worden - von 500 möglichen. Wahlvorstand Werner Groß (links) und Schriftführer Andreas Buchberger verbrachten einen eher enttäuschenden Vormittag.

Mühldorf - Deutlich gestiegen ist die Beteiligung an der gestrigen Europawahl im Landkreis. 41,2 Prozent gaben ihre Stimme ab, das waren deutlich mehr als vor fünf Jahren.

Die CSU setze ihren Trend fort und verlor gegenüber 2004 nochmals. Die Grünen gehen als zweitstärkste Kraft aus der Europawahl hervor.

Mit der gestiegenen Wahlbeteiligung erfreute sich die Europawahl im Vergleich der letzten zehn Jahre erstmals einer relativ deutlichen Steigerung: 1999 gingen 41,3 Prozent an die Urnen, 2004 waren es nur noch 36,2 und heuer mit 41,2 Prozent deutlich mehr als vor fünf Jahren.

Verloren hat vor allem die CSU, die mit ihrer "Bayern für Europakampagne" im Landkreis weniger Wähler motivieren konnte als 2004. 59,5 Prozent gaben den Christsozialen ihre Stimme (2004: 66,3). Trotzdem bleibt der Landkreis eine sichere Burg der Konservativen, die sich erneut einer deutlich höheren Zustimmung als auf Landesebene erfreuten und auch besser abschnitten als bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst.

Die SPD ist auch bei der Europawahl im freien Fall. Mit 7,6 Prozent (2004: 9,8 Prozent) unterschritt sie ihr niedriges Niveau der letzten Wahl und ist jetzt im Landkreis nur noch die dritte Kraft hinter den Grünen. Die legten zum dritten Mal in Folge bei einer Europawahl zu und kommen auf 8,1 Prozent (2004: 7,9 Prozent).

Die Freien Wähler erhielten bei ihrem ersten Europaauftritt 6,1 Prozent und kamen auch im Landkreis bei weitem nicht auf die nötige Stimmenzahl, um den Einzug ins Europaparlament zu schaffen. FDP und ÖDP kamen auf 6,8 und 2,2 Prozent (2004: FDP: 3,3, ÖDP: 2,9 Prozent).

Der Rest spielte gestern keine Rolle, weder Linke noch Republikaner kamen auch nur auf einen Anerkennungsprozentsatz. Die Rechten erhielten 1,4 Prozent (2004: 2,7 Prozent), die Linke konnte 1,5 Prozent verbuchen (2004: 0,6 Prozent).

Die kuriosen Parteien fanden gar keine Beachtung, manch eine erhielt nicht eine einzige Stimme. Erwähnenswert ist die Bayernpartei, die es auf zwei Prozent brachte.

Die trotz des Zuwachses niedrige Wahlbeteiligung zeichnete sich schon in den Mittagsstunden ab, wenn traditionell nach Kirchgang oder Sonntagsspaziergang in den Wahllokalen der größte Andrang herrscht. Im Mühldorfer Rathaus waren Judith Weiß und Werner Schachtl Wähler Nummer 53 und 54 - von möglichen 500. Ein wenig wunderten sie sich schon über die Frage, warum sie zur Wahl gegangen seien. "Weil wir mitreden und mitbestimmen wollen", sagte Weiß. Schachtl zeigte wenig Verständnis für die übergroße Zahl von Nichtwählern: "Jeder jammert, aber nur wenige versuchen etwas zu verändern." Das sahen mehr Menschen als 2004 wie Schachtl und machten ihr Kreuz bei einer der Parteien. Vor allem auf dem Land gab es eine relativ gute Wahlbeteiligung.

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