Mühldorf: U-3-Kinderbetreuung weit zurück

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Mühldorf - Laut Statistischem Bundesamt nehmen nur rund 9 von 100 Eltern ein ergänzendes Betreuungsangebot für ihre Kinder unter 3 wahr. Deutschlandweit ist das der vorletzte Platz.

Im Bundesschnitt wurden zum Stichtag 1. März 2011 25,2 Prozent der Kinder unter drei Jahre in einer Kindertageseinrichtung oder von einer Tagesmutter betreut. Das sind 514.500 Kinder. In Mühldorf am Inn liegt der Schnitt bei 9,3 Prozent - nur der Landkreis Aurich (Niedersachsen) liegt mit 9,2 Prozent knapp darunter. Das bedeutet: Auffallend wenige Eltern nehmen Betreuungsangebote wahr. Ganz anders beispielsweise im Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) und im Kreis Wittenberg (ebenfalls Sachsen-Anhalt). Die beiden Spitzenreiter liegen bei gut 60 Prozent - jeder zweite mit einem Kind unter drei hat es in einer Betreuungseinrichtung untergebracht.

Hier geht's zur Studie des Statistischen Bundesamtes

Mühldorf am Inn liegt nicht nur deutlich unter dem Bundesniveau, sondern hinkt auch in Bayern weit hinterher: Im Freistaat wurden seit dem Stichtag 20,6 Prozent der Kinder unter drei Jahren in entsprechenden Einrichtungen betreut.

Landkreis arbeitet unter Hochdruck an einer Besserung

"Die Gemeinden und der Landkreis sind sich der Situation durchaus bewusst", so das Landratsamt am Dienstag auf Anfrage von Innsalzach24. Der Ausbau der Kinderbetreuung werde daher - mit dem Investitionsprogramm 2008 bis 2013 - besonders aktiv vorangetrieben. Über 10 Millionen Euro Fördermittel seien bislang geflossen. "Die Betreuungsquote von 9,3 % bezieht sich auf den Stichtag 1. März 2011. Zu diesem Zeitpunkt gab es 144 Krippenplätze in 10 Krippen," so das Landratsamt. Zwischenzeitlich seien im Landkreis Mühldorf am Inn sieben weitere Kinderkrippen mit insgesamt 168 Plätzen in Betrieb genommen worden - was einer aktuellen Versorgungsquote von etwa 16 Prozent entspreche. Außerdem sei geplant, bis Ende 2012 weitere 12 Krippen mit insgesamt 216 Plätzen zu schaffen.

Die Studie reagiert auf das am 1. Januar 2009 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz (KiföG), welches den Ausbau der Kindertagespflege vorsieht. Das Ziel von Bund und Ländern ist es, bis 2013 für 35 Prozent der Kinder unter drei ein Betreuungsangebot zu schaffen. Im Hintergrund steht das Bestreben, Paare den Kinderwunsch leichter erfüllbar zu machen und so die Geburtenrate in Deutschland wieder zu erhöhen. Davon erhofft sich die Politik eine bessere Ausgangssituation für den Arbeitsmarkt.

ds

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