Strom wird schon bald deutlich teurer

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Keine Sparmöglichkeit: Strom wird heuer flächendeckend teurer, auch bei den Mühldorfer Stadtwerken.

Mühldorf - Die Stadtwerke erhöhen zum 1. März ihre Preise kräftig, versuchen die Kunden aber so weit als möglich zu schonen. Das sagte jetzt Aufsichtsratsvorsitzender Günther Knoblauch.

Der derzeit laufenden allgemeinen Preiserhöhung können sich die Stadtwerke Mühldorf nach Ansicht des Mühldorfer Bürgermeisters nicht entziehen: "Der Grund für die Anpassung sind staatliche Abgaben, die sich zum 1. Januar erhöhen", sagte Knoblauch.

Die Abgaben nach dem Erneuerbare Energiengesetz, der Aufschlag für die Kraft-Wärme-Koppelung und die Gebühr, die Gebühren aus der Stromnetzentgeltverordnung und der Offshore-Haftungsumlage erhöhen sich für alle Stromversorger in Deutschland um 3,84 Cent je Kilowattstunde. "Im Unterschied zu vielen anderen, geben wir nicht alles, was wir mehr bezahlen, an die Kunden weiter", betont Knoblauch.

Statt um 3,84 Cent erhöhen die Stadtwerke ihren Strompreis um 2,74 Cent pro Kilowattstunde in den beiden wichtigsten Tarifen Isenkraft für Privatkunden und Gewerbespezial für Firmenkunden. Zugleich verschieben sie die Erhöhung vom 1. Januar auf den 1. März. Der Grundpreis bleibt unverändert, ab diesem Zeitpunkt kostet der Tarif Isenkraft statt 22,76 Cent 25,5 Cent.

"Wir sind der Meinung, dass wir Rücksicht auf die Kunden nehmen müssen", betont Knoblauch. "Wir haben in der Vergangenheit günstig eingekauft und können diesen Vorteil weitergeben." Allein können die Stadtwerke die Erhöhung nach seiner Ansicht aber nicht tragen, da sie weder durch anderes Einkaufsverhalten oder betriebliche Maßnahmen Einfluss auf die Vorgaben haben. Sie kommen vom Gesetzgeber, treffen alle Unternehmen und damit auch deren Kunden.

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ging im vergangenen Jahr fast die Hälfte der Einnahmen aus dem Stromverkauf als Abgaben an den Staat. Der größte Brocken entfiel dabei mit 16 Prozent an die Mehrwertsteuer, 14 Prozent flossen als EEg-Abgabe in die erneuerbaren Energien und für die Ökostromsteuer hielt der Staat die Hand mit acht Prozent auf. Dazu kommen mehrere kleine Posten. Damit erreichte der durchschnittliche Strompreis laut dem Statistischen Amt der EU, Eurostat, bereits 2011 25,4 Cent pro Kilowattstunde. Industriekunden zahlten laut Eurostat 11,3 Cent pro Kilowattstunde.

Unter den Abgaben ist auch die sogenannte "Umlage nach Paragraph 19" der Stromnetzentgeltverordnung. Mit ihr zahlt der Privatkunde den Netzbetreibern einen Ausgleich für die Verluste, die sie durch die Befreiung stromintensiver Betriebe vom Netzentgelt erleiden.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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