Geschützten Raum erneuert

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Die Veränderungen in Ecksberg sind deutlich sichtbar: Aus der ehemaligen Krankenstation wurde eine Wohngruppe, die zehn Bewohnern ein helles und freundliches Zuhause bietet.

Mühldorf - Den Charme und die Technik der 1970er-Jahre hat die Stiftung Ecksberg aus den zentralen Gebäuden für Wohngruppen vertrieben. Sie investierte 2,8 Millionen Euro!

Für 2,8 Millionen Euro wurde jetzt das Haus Elisabeth auf dem Gelände in Altmühldorf saniert.

Für die Stiftung Ecksberg ist mit der Baumaßnahme nicht nur eine Modernisierung sondern auch eine grundsätzliche Entscheidung verbunden: Gegen die Tendenz, Behinderte vor allem außerhalb von großen abgeschlossenen Einrichtungen in sogenannten Außenwohngruppen oder ihrer eigenen Wohnung zu betreuen, hält die Stiftung Ecksberg auch Wohnungen im geschützten Rahmen für notwendig. "Wir glauben, dass es einen Schutzraum für eine bestimmte Klientel braucht", sagt Stiftungsvorstand Dr. Alexander Skiba.

Mit der Sanierung verbunden ist eine Stärkung des Standorts, denn die Leitung der Behinderteneinrichtung, unter ihnen Bereichsleiter Viellehner, Vorstand Skiba und technischer Leiter Günter Utzinger halten eine zentrale Einrichtung weiter für erforderlich.

Auf dem Gelände der Stiftung mit ihren zahlreichen Grünflächen und Parks könnten sich Behinderte auch außerhalb ihrer Gruppen frei bewegen, sich gegenseitig besuchen oder im Geschäft kleinere Besorgungen erledigen. Dazu kommen zahlreiche Freizeitangebote und Kurse, die in den Räumen der Stiftung angeboten werden, die Kirche oder ein Sportplatz. "Viele Behinderte könnten in einer Außenwohngruppe das Haus dagegen nicht ohne Betreuer verlassen", sagt der zuständige Bereichsleiter Hans Viellehner.

Deshalb praktiziert die Stiftung auch weiterhin die Konzentration auf das Gelände der Stiftung. Dazu kommt aber seit vielen Jahren das, was in der Fachsprache als Integration oder Inklusion bezeichnet wird: Behinderte leben gemeinsam in Wohngruppen außerhalb der Stiftung oder im eigenen Zuhause. In beiden Fällen können sie von Stiftungsmitarbeitern betreut werden und fahren zur Arbeit in die verschiedenen Ecksberger Werkstätten.

In Zahlen: In den beiden großen Wohnanlagen der Stiftung in Altmühldorf und Ramsau leben 350 Menschen. In den Außenwohngruppen über den Landkreis verstreut oder betreut in der eigenen Wohnung sind es 140. "Das Gelände in Ecksberg wird ein Baustein bleiben, ohne den es nicht geht", sagt Skiba. "Daran wollen wir festhalten."

Das haben der Vorstand und die Bereichsleiter während einer Klausurtagung als Konzept beschlossen, sagt Viellehner: Die Stiftung Ecksberg wird neben der Dezentralisierung und der Betreuung in Außenwohngruppen oder eigenen Wohnungen auch in den nächsten Jahren an den zentralen Orten festhalten.

Der größte Teil der Bewohner auf dem Gelände in Altmühldorf ist in den beiden Häusern Elisabeth und Franziskus untergebracht. 100 Menschen leben im Haus Elisabeth, 70 sind es gegenüber im Haus Franziskus.

Da die Häuser inzwischen einige Jahrzehnte alt sind, hat sich die Stiftung zu einer umfassenden Sanierung entschlossen. Zehn Gruppen sind im Haus Elisabeth untergebracht, dazu bis vor kurzem die Krankenstation, die in den neuen Werkstattbau umgezogen ist. Sie wurde im Zuge der Sanierung zu einer weiteren Wohngruppe umgebaut.

Dort können sich auch Schwerbehinderte ungefährdet bewegen.

Neu sind jetzt der Brandschutz und das Treppenhaus genau wie Heizkörper, Elektrik und die Einbaumöbel in den Gruppenwohnungen. Aufzüge und Türen wurde verbreitert. Wichtiger Bestandteil der Sanierung ist neben der Fassadengestaltung das neue Dach. Das alte Flachdach ist verschwunden, ein Pultdach gibt dem Haus nicht nur ein moderneres Aussehen, es garantiert auch Dichtigkeit und zeitgemäßen Wärmeschutz.

2007 hat die Sanierung begonnen, insgesamt 2,8 Millionen Euro hat sie gekostet, fast die Hälfte davon entfiel auf das neue Dach. Auch das benachbarte Franziskushaus wurde erneuert, allerdings ist das Dach dort noch in erträglichem Zustand, so dass eine Sanierung zunächst ausblieb.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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