„Mühldorf hat sehr gute Voraussetzungen“

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Thomas Lepping.

Mühldorf - Thomas Lepping ist so etwas wie der Erfinder der Stadtgespräche, die jetzt auch in Mühldorf beginnen sollen.

Im Interview erklärt er, warum Mühldorf diese Gespräche braucht, obwohl es der Stadt gut geht. Die öffentliche Auftaktveranstaltung ist am 28. Oktober im Stadtssaal.

Frage: Was ist ein Stadtgespräch?

Lepping: Es ist der ehrenamtliche Zusammenschluss von Bürgern, die ihre Stadt gemeinsam voranbringen wollen. Ich sage aber ganz deutlich, dass wir nicht allein mit dem Ehrenamt weiterkommen, sondern die professionelle Unterstützung sowohl der Politik, der Verwaltung als auch anderer Partner brauchen.

Frage: Was ist das Ziel der Stadtgespräche?

Lepping:Wir wollen zeigen: Vertraue auf diesen Standort, wir machen unsere Arbeit in der Gemeinschaft. Dann kommt als Antwort: Ich bin jetzt bereit zu investieren, auch in dieser Zeit. Bei den Stadtgesprächen geht es nicht um das siebte Großevent. Es geht nicht um weitere Veranstaltungen sondern darum, mit der Politik, der Verwatlung, Wirtschaft und der Bürgerschaft zu schauen: Wo stehen wir? Was können wir gemeinsam verbessern? Wie können wir vorankommen?

Frage: Welche Voraussetzungen bringt Mühldorf für das Stadtgespräch mit?

Lepping:Die Voraussetzungen sind sehr gut, weil es der Stadt gut geht. Der Strukturwandel des Einzelhandels und gesellschaftliche Veränderungen zwingen uns aber dazu mehr machen, um das zu halten, was wir haben. Wenn man sich das neue Standortgutachten anschaut, hat Mühldorf sehr gute Voraussetzungen. Jetzt müssen wir die Menschen dafür sensibilisieren, diese Voraussetzungen mit gemeinsamen Anstrengungen besser zu nutzen.

Frage:Sie haben drei Themenkreise festgelegt: Außenwirkung, Kommunikation nach innen und Zusammenarbeit zwischen Innenstadt und Außenbezirken. Warum diese drei?

Lepping:Es war sinnvoll, im Vorfeld in Absprache mit dem Initiativkreis verschiedene Themen anzubieten. Wenn wir uns diese Felder betrachten, sehen wir, dass sich sehr viele in ihnen wiederfinden können. Wir haben bewusst keine engen Bereiche vorgegeben wie "Vereine untereinander" oder "Tourismus". Außerdem können wir noch Veränderungen aufnehmen, sodass jeder mit seinen Ideen in diesen Gruppen wird andocken können.

Frage:Wie arbeiten die einzelnen Gruppen?

Lepping:Bei der Auftaktveranstaltung wollen wir die drei Projektgruppen konstituieren. In anderen Städten haben zwischen 20 und 40 in diesen Projektgruppen mitgearbeitet. Das bedeutet, dass wir innerhalb dieser Gruppen Untergruppen zu einzelnen Themen bilden können, die sich schwerpunktmäßig an bestimmte Projekte machen. Wichtig wird sein, dass wir in der größeren Projektgruppe berichten und keine Doppelarbeit machen. Das wird auch meine Aufgabe als Moderator sein: Die Arbeit transparent zu machen, damit wir immer wissen, was in den anderen Bereichen läuft.

Frage:Welche Rolle nehmen Sie ein, wie organisieren sich die Untergruppen?

Lepping:Meine Aufgabe ist es, die Projektgruppen zu begleiten. Ich nehme mir aber auch heraus, mich inhaltlich zu beteiligen. Damit profitieren die Damen und Herren, die sich engagieren, von meinen Erfahrungen. So kann man Konzepte, die in anderen Städten erfolgreich waren, vorstellen. Schubladendenken und Schablonen funktionieren aber nicht, man muss Konzepte immer individuell anpassen. Wir kommen nicht und sagen: Jetzt sind wir da und wissen, wie es geht. Wir gucken sehr genau, was schon alles passiert ist, um die Menschen wirklich mitzunehmen.

Frage:Was geschieht nach drei Jahren, wenn die Stadtgespräche vorbei sind?

Lepping:In diesen drei Jahren wollen wir kurz- und mittelfristige Dinge umsetzen. Das Ziel ist es, etwas Nachhaltiges zu schaffen. Nach diesen drei Jahren soll es Stadtgespräche weiter geben. Wer die dann trägt, ist offen. Das kann die Aktionsgemeinschaft sein oder ein neues Gebilde, da sind wir ergebnisoffen. Viele haben den Fehler gemacht, und sich erst um die Organisationsform gekümmert. Wir gehen genau andersherum vor und gucken, wer da ist, gehen an die Inhalte, machen etwas, zeigen, dass wir etwas können. Schließlich wird es die Möglichkeit geben, das alles in eine Organisationform einzugießen.

Frage:Wer kann sich an der Auftaktveranstaltung und den Stadtgesprächen beteiligen?

Lepping:Es sollen nicht nur die kommen, die sowieso dabei sind. Ich möchte auch diejenigen ansprechen, die zum Beispiel Mühldorf bewusst als Wohnstandort gewählt haben und sich engagieren wollen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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