Aktuelles Interview

Viele neue und junge Lehrer

Mühldorf - Ohne personelle Sorgen gehen Grund- und Mittelschulen morgen ins neue Schuljahr. Das sagt Schulamtsdirektor Paul Schönstetter.

Schulamtsdirektor Paul Schönstetter berichtet im Interview von der Lage an Mühldorfs Schulen und auch von einer Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten.

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen im kommenden Schuljahr?

953 Schulanfänger besuchen zum ersten Mal in ihrem Leben die Schule. Etwa die gleiche Zahl wie im vergangenen Jahr. Wir haben bei den Grund- und Mittelschülern einen leichten Rückgang zu verzeichnen, der sich aber in Grenzen hält. Im letzten Jahr hatten wir 3935 Grundschüler. In diesem Schuljahr sinkt die Zahl um 92 auf 3843 Schüler. An den acht Mittelschulen geht die Zahl der Schüler um 41 von 2324 auf 2283 zurück. Das ist wesentlich weniger, als von vielen Experten erwartet wurde.

Wie groß sind die Klassen?

An den 23 Grundschulen werden 180 Klassen mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von 21,1 gebildet. Das sind sechs Klassen weniger als vor einem Jahr. Bei den Mittelschulen werden es 118 Klassen mit durchschnittlich 19,3 Schülern sein, das ist eine Klasse weniger. Es wird 13 Jahrgangskombinierte Klassen geben und damit tragen wir zum Erhalt der kleinen Grundschulen bei sowie dem Grundsatz kurze Beine, kurze Wege. Die M-Klassen steigen um eine auf 30. Die ist die Bestätigung dafür, dass der M-Zug an den Mittelschulen angenommen wird. Die Praxisklassen bleiben mit drei gleich. An den Mittelschulen gibt es 28 Ganztagesklassen, das sind sechs mehr, und bei den Grundschulen neun Ganztagesklassen, das sind zwei weniger. Dazu kommen acht Koop-Klassen, in denen Kinder mit Behinderung mit anderen Kindern sind. Der Schulversuch in Polling mit der Flegs-Klasse wird ebenfalls weitergeführt. Auch die beiden berufsvorbereitenden Klassen an der Mittelschule in Mühldorf und an der Berufsschule I bleiben uns erhalten.

Welche weitere Neuerungen gibt es?

Ich bin sehr froh, dass wir alle Modelleinrichtungen weiterführen können. Neu wird ein eigenes Sozialkompetenztraining für Mittelschüler in der 6. Jahrgangstufe sein. Diese Kinder werden an zweieinhalb Tagen in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum Waldwinkel auf ihre Schwächen und Stärken getestet. Dann kann ein Weiterentwicklungsprofil für jeden Schüler umgesetzt werden. Wir weiten die Berufsvorbereitung in der 7. Jahrgangsstufe von einer Woche auf zwei Wochen aus. Den Jugendlichen werden pro Woche fünf Berufe vorgestellt und sie können entscheiden, was für sie in Frage kommt oder nicht.

Wie sieht die Versorgung mit Lehrern aus?

Auch da kann ich mich nicht beklagen. Personelle Probleme sehe ich nicht auf die Schulen zukommen. Es beginnen im kommenden Schuljahr viele junge und engagierte Lehrer ihren Dienst. Wir haben auch ein weiteres Grundschulseminar zur Ausbildung von Junglehrern für die Grundschule bekommen.

Was werden Sie verstärken?

Wir wollen die Zusammenarbeit mit den Stiftungen ausbauen. Mit der Siemens-Stiftung haben wir das Projekt Experimento und Kikus gestartet. Dies ist eine Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Kindergärten, die wir in Waldkraiburg schon praktiziert haben. Die Kinder sollen die Begriffe der Naturwissenschaft erlernen und ihre Sprachkompetenz stärken.

Was wünscht sich der Schulamtsdirektor?

Die Erstklässler sollen mit Freude ihre Schullaufbahn beginnen. Eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und dem Schulamt. Dass wir unsere Kinder und Jugendlichen bestmöglichst fordern und fördern und natürlich viel Erfolg für alle die, die schwierige Prüfungen zu meistern haben. Ein erfolgreiches und von gegenseitigem Respekt geprägtes Schuljahr.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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