Am Ende bleibt der Müll

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Samstagmorgen am Innufer: Die Reste vom Vorabend sind unübersehbar.

Mühldorf - Kommt der Sommer, kommen die Jugendlichen. Besonders an den Wochenenden wird das Innufer zur abendlichen Partylände.

Zurück bleiben genervte Anwohner und jede Menge Müll.

Vor allem an den Freitagen und Samstagen sei der Lärm manchmal unerträglich, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will. "Die Leute feiern, besaufen sich und gröhlen mit der Flasche in der Hand auf der Straße." Am nächsten Morgen lasse sich dann meistens das ganze Ausmaß der Feierlichkeiten erkennen. Vor allem über die vielen Glasscherben ärgert sich der Mühldorfer immer wieder: "Für die Kinder, die an den Inn zum Spielen kommen, ist das einfach gefährlich."

"Natürlich kennen wir die Probleme. Das ist Jahr für Jahr das Gleiche, sobald die Nächte wärmer werden", sagt Bürgermeister Günther Knoblauch, der zugleich deutlich macht, dass die Möglichkeiten der Stadt in diesem Punkt begrenzt sind. "Wir können lediglich regulierend eingreifen, was die Zufahrten zu diesen beliebten Örtlichkeiten am Ufer betrifft. Doch gerade in Stadtnähe kommen die meisten ohnehin zu Fuß an den Inn."

Knoblauch verweist unter anderem an Landratsamt und Polizei, die in diesem Zusammenhang ebenfalls gefordert sind - besonders wenn es um die Themen Ruhestörung und Einhaltung des Waldgesetzes geht. Darin ist nämlich geregelt, dass offenes Feuer am Innufer verboten ist. "Nur wenn dagegen verstoßen wird, können wir eingreifen. Gegen die Feiern an sich lässt sich nichts unternehmen", erklärt Manfred Jilg von der Polizei Mühldorf. "Es sei denn, es ist viel zu laut."

Zur Not lasse sich eine Feier auflösen, dann würden die Polizeibeamten vor Ort auch die Personalien der Jugendlichen oder jungen Erwachsenen festhalten. "Sobald wir die Anonymität aufheben, ist im Grunde immer gewährleistet, dass die Feiergemeinde auch ihren Dreck wegräumt."

Denn häufig ist eben genau das nicht der Fall. Der Müll ist auch Anwohnerin Jutta Steinmetz ein Dorn im Auge: "Es liegt schon viel rum, vor allem leere Flaschen." Doch die Mühldorferin sieht die Sache ansonsten eher pragmatisch: "Die Flaschen sammeln wir regelmäßig ein. Und dass Jugendliche ab und zu etwas lauter feiern, ist doch normal. Das gehört doch dazu, wenn man jung ist."

Grundstückseigentümer des Flussufers ist der Freistaat Bayern, der gerade im Zusammenhang mit der Renaturierung des Inns ein Konzept für den Raum Mühldorf erstellt. "Wir warten schon lange auf die entsprechenden Unterlagen aus dem Wasserwirtschaftsamt", erklärt Bürgermeister Knoblauch, der damit verbunden auf eine zentrale Lösung des Problems hofft. "Mir schwebt ein fester Grillplatz am Innufer im Raum Altmühldorf vor. Weit weg von den nächsten Anwohnern, gut erreichbar mit Fahrrad und Auto."

Bis es allerdings soweit ist, wird mit Sicherheit noch die eine oder andere Party am Innufer über die Bühne gehen. Und Anwohnern wie Verantwortlichen bleibt im Grunde nicht viel übrig als an die guten Manieren der Jugendlichen zu appellieren: "Würden alle ihren Müll wieder mitnehmen, wäre schon vielen geholfen", heißt es unisono.

alb/ha/Mühldorfer Anzeiger

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