Positive Bilanz - heftiger Streit

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Dicht umlagert waren im Haberkasten die Pläne über die zukünftigen Baugebiete im Mühldorfer Süden und Norden. Bürgermeister Günther Knoblauch diskutierte die Maßnahmen mit den Besuchern.

Mühldorf - Auch wenn der Bürgermeister zufrieden war, gab es auf der Bürgerversammlung große Diskussionen und die Ansiedlung von C&A am Stadtplatz.

Eine positive Bilanz hat Bürgermeister Günther Knoblauch bei der ersten Bürgerversammlung im Haberkasten gezogen. Heftige Diskussionen gab es um die Ansiedlung von C&A am Stadtplatz.

Die Stadt wächst, derzeit leben 18 378 Menschen in Mühldorf. Knoblauch bezeichnete dies als deutlichen Schub gegenüber den Vorjahren. Die Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Junge Familien, die in Mühldorf Haus oder Wohnung kaufen würden, seien für diese positive Entwicklung verantwortlich. Derzeit pendeln laut Knoblauch 3900 Mühldorfer zu ihren Arbeitsplätzen außerhalb der Stadt. 6672 Männer und Frauen kommen aus anderen Orten nach Mühldorf.

Die positive Wirtschaftsentwicklung der Stadt hält an. So wird die Gewerbesteuer um rund 500 000 Euro auf 8,8 Millionen Euro steigen. Die Kaufkraft ist von 5571 Euro im Jahr 2000 auf 5610 Euro gestiegen.

Knoblauch begrüßte ausdrücklich das Interesse von C&A sich im Gebäude des Theresia-Gerhardinger-Kindergartens anzusiedeln. Dafür erntete er bei der anschließenden Diskussion heftige Kritik. Zahlreiche Redner kritisierten den ihrer Meinung nach unverantwortlichen Umgang mit dem historischen Erbe, wie es mit dem Bau des H&M begonnen habe und mit C&A weitergeführt werde. Sie fürchteten, dass der Bauernmarkt seinen Platz werde räumen müssen und der Kindergarten samt seinem Garten verschwinden werde.

Knoblauch verteidigte die Ansiedlung, die dazu diene, die Innenstadt attraktiv zu halten. Bei allen bisherigen Vorhaben sei eng mit dem Denkmalamt zusammengearbeitet worden. Er erneuerte seine Bestandsgarantie für den Kindergarten: "Es wird auch in Zukunft einen Kindergarten in der Stadtmitte geben." Der Theresia-Gerhardinger-Kindergarten werde während des Umbaus ausgelagert und dann in einen neuen Kindergarten in der Stadtmitte zurückkehren." Auch die beiden Wochenmärkte sollen an ihrem Standort bleibten: "Es gibt keine Überlegungen, sie zu verlegen." Gescheitert ist nach seinen Angaben bisher die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf dem Stadtplatz. Die nicht mögliche Belieferung der Gebäude von der Rückseite her und mangelnde Flächen hätten die geplanten Betreiber als Gründe für ihre Nichtansiedlung angegeben.

Knoblauch sprach sich auch für die Errichtung des Netto-Logistikzentrums aus, das in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Erharting entstehen soll. Es werde rund 280 neue Arbeitsplätze bringen. Die Gewerbesteuereinnahmen für die Mühldorf bezifferte er auf rund 100 000 Euro. 250 000 Euro würden an die Gemeinde Erharting fallen.

Heftige Kritik übte der Knoblauch am geplanten Betreuungsgeld. "Wir müssen Kindertageseinrichtungen bauen und gleichzeitig gibt es Geld, damit Kinder nicht in die Kindertageseinrichtungen gehen, vor allem die, die es dringend nötig hätten. Die Sanierung des Kindergartens St. Peter und Paul bezeichnete Knoblauch als die nächste Investition der Stadt für Kinder und Familien.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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