Stagnation und Kurzarbeit befürchtet

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Von links: Dr. Kurt Woelfl, Geschäftsführer von ODU Otto Dunkel, Dr. Wolfgang Friedrich, Geschäftsführer Maschinenbau Mühldorf, und Hans-Martin Combe, Geschäftsführer Belimed Technik.
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Mühldorf - Mit gemischten Gefühlen blickt die Metall- und Elektroindustrie in Südostoberbayern auf das Jahr 2013. Die Branche fordert eine Ausweitung der Kurzarbeit.

Konjunturelle Stagnation und Kurzarbeit befürchtet die Metall- und Elektroindustrie für das erste Halbjahr 2013. Zweimal im Jahr präsentiert bayme vbm Südost-Bayern, die Arbeitgeberrepräsentation der Branche in ganz Südost-Oberbayern, einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Grundlage dafür ist eine Umfrage unter den Metall- und Elektrounternehmen.

2013 bestenfalls Jahr der "Seitwärtsbewegung"

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"Insgesamt rechnen wir für 2013 bestenfalls mit einer Seitwärtsbewegung", sagte Dr. Wolfgang Friedrich, Vorsitzender von bayme vbm Südost-Bayern und Geschäftsführer der Maschinenbau Mühldorf GmbH, bei der Präsentation der Umfrageergebnisse am Donnerstag. Nach einem guten zweiten Halbjahr 2012 sei für die erste Jahreshälfte 2013 mit einer Verschlechterung zu rechnen. So ist etwa die Kapazitätsauslastung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie auf 82,5 Prozent gesunken. Von einer Normalauslastung spricht man bei 85 Prozent. Für das Inlands- wie das Auslandsgeschäft ist die Erwartung der Unternehmer unterm Strich negativ. Knapp 28,6 Prozent erwarten für das Inlandsgeschäft eine Verschlechterung, das Auslandsgeschäft bewerten sogar 33,7 Prozent negativ.

Ausweitung der Kurzarbeit gefordert

Die Leidtragenden könnten die Angestellten sein, denn neben einer hohen Volatilität in den Absatzmärkten und einer großen Unsicherheit aufgrund der Schuldenkrise in der Eurozone bezeichnete Friedrich die hohen Kosten der Metall- und Elektrounternehmen als Herausforderung. "Die Tarifentgelte in der Metall- und Elektroindustrie wurden um 4,3 Prozent erhöht. Das war die stärkste Tabellenerhöhung seit 20 Jahren." Zudem belasteten die Firmen die am 1. November in Kraft getretenen Branchenzuschläge in der Zeitarbeit. "Bei 44 Prozent hat sich die Zeitarbeit verteuert, im Schnitt um 14,5 Prozent", so Friedrich.

Die Forderung von bayme vbm sei daher eine "deutliche Lohnzurückhaltung" sowie die "Rückkehr zu flexiblen Instrumenten und Öffnungsklauseln". Dabei sieht die Branche auch die Politik in der Pflicht. Die Verlängerung der Kurzarbeit auf zwölf Monate sei der richtige Schritt. "Bei einem verschärften Abschwung wird dies aber nicht ausreichen." Konkret fordert die Unternehmensvertretung eine Bezugsdauer der Kurzarbeit von 24 Monaten.

Obwohl laut bayme vbm sieben Prozent der Unternehmen bereits in konkreten Planungen für Kurzarbeit stünden, lägen die Beschäftigungspläne dennoch im leicht positiven Bereich. "Die große Mehrheit, 62,5 Prozent der Unternehmen, will ihre Belegschaftsstärke stabil halten", sagte Friedrich.

Unternehmer rechnen mit Kurzarbeit

"Es ist ein Auf und Ab"

Dieser vorsichtige Ausblick deckt sich mit den Ausführungen der bei der Präsentation anwesenden Geschäftsführer, die von der Lage in ihren Unternehmen berichteten. Klaus Zwicker, Geschäftsführer der Belimed Deutschland GmbH, sprach zwar von einem "soliden Auftragsbestand" für das erste Halbjahr 2013, darüber hinaus wollte er jedoch keine Prognose wagen.

Dr. Kurt Woelfl, Geschäftsführer der ODU Otto Dunkel GmbH, wagte trotz des Rekordumsatzes 2011 und einem guten letzten Jahr gar keine Prognose für 2013. Grund dafür sei die Volatilität. "Es ist ein Auf und Ab", formulierte es Woelfl. Einzig die Absatzmärkte China und USA sehe er positiv - "wobei beide mit Fragezeichen stehen".

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