Stadtrat will vor Zustimmung zur Ausdehnung der Schusterkiesgrube mittelfristige Planung sehen

Mühldorf lehnt Erweiterung zunächst ab

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Mühldorf - Die Firma Schuster will ihr Kies-Abbaugebiet erweitern und dringt dabei in den Bannwald des Mühdorfer Harts vor. Die Stadt hat diesem Vorhaben eine Absage erteilt.

Die Stadt Mühldorf hat ihre Zustimmung zur Erweiterung des Kiesabbaus der Firma Schuster an der Staatsstraße nach Waldkraiburg zunächst verweigert. Der Bauausschuss verlangt Einblick in die weiteren Planungen des Mettenheimer Unternehmens.

Die Firma Schuster will ihr derzeitiges Abbaugebiet erweitern und dringt dabei in den Bannwald des Mühdorfer Harts vor. Nur wenige 100 Meter nordöstlich des erweiterten Abbaugebiets soll am Rande des Bannwalds eine Ausgleichsfläche entstehen.

Diesem Antrag hat die Stadt Mühldorf eine Absage erteilt. Sie will vor einer Entscheidung wissen, welche weiteren Pläne die Firma Schuster zum Kiesabbau in diesem Bereich hat. Die Bauausschussmitglieder fürchten eine "Salamitaktik", mit der das Kieswerk seine Fläche Schritt für Schritt in den Bannwald hinein erweitert.

Für die Firma Schuster ist der Kiesabbau im Mühldorfer Hart überlebenswichtig. Nach Angaben von Gerhard Schuster plant seine Firma zwar ein neues Abbaugebiet, bei Ampfing, der Bereich im Mühldorfer Hart soll aber weiter Teil der Firmenstrategie bleiben und ausgeweitet werden.

Ökologische Bedenken gegen den Abbau im Bannwald teilt Schuster nicht. Er hält die von seinem Unternehmen vorgeschlagenen Regelungen nicht nur für gesetzesmäßig. Weil sein Unternehmen anstelle des Nadelwalds auf einer anderen Fläche im Bannwald Mischwald pflanzen werde, werde der Bestand sogar aufgewertet. "Es wird eine Verbesserung des Waldes insgesamt und der Bannwald wird nicht kleiner." An einem weiteren Ort außerhalb des Bannwalds müsse Schuster zudem weitere Ausgleichsflächen schaffen, die insgesamt größer seien als die Abbaufläche. Mit dieser Vorschrift solle der Verlust älterer, großer Bäume gegenüber den kleineren, neuen ausgeglichen werden.

Auch die Nähe zu Kunden wie der Innbau, der Innbeton oder der Firma Stangl sprächen für den Abbau im Mühldorfer Hart. Statt den Kies weit durch die Gegend zu fahren, würde er fast vor Ort verarbeitet.

Trotz des Eindringens der Kiesgrube in den Bannwald glaubt Schuster an den Standort. "Es handelt sich dort um eine ideale Lage, die niemandem schadet und niemanden stört." An jeder anderen Stelle müsse mit stärkerer Beeinträchtigung der Nachbarn gerechnet werden

Für etwa eineinhalb Jahre reicht der Bereich aus, den Schuster jetzt als Abbbaugebiet beantragt hat, darüber hinausgehende Anträge zur Erweiterung des Abbaugbiets würden sicherlich folgen. Trotzdem wird das Unternehmen nach Angaben Schusters die Abbaugeschwindigkeit in diesem Bereich reduzieren.

Schuster weiß die Regierung hinter sich, sie sei mit den Ausgleichsmaßnahmen zufrieden. Über die Genehmigung zum Abbau entscheidet das Landratsamt, es kann sich auch über das Votum Mühldorfs hinweg setzen. "Es gibt keine Gründe, warum es unserem Antrag nicht entsprechen sollte", ist Schuster überzeugt.

Die Gemeinde Ampfing hat ihre anfänglichen Bedenken gegen die Erweiterung derweil aufgegeben. Der Gemeinderat stimmte zu, verlangte allerdings, dass die Anbindung über Feldwege gewährleistet sein müsse.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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