Landrat neuer Vorsitzender des Mühldorfer BRK

+
Landrat Georg Huber knüpfte seine seine Wahl zum Vorstandsvorsitzenden des Mühldorfer BRK an Bedingungen.
  • schließen

Mühldorf - Landrat Georg Huber übernimmt den Vorstandsvorsitz des Mühldorfer BRK. Unmittelbar vor seiner Wahl sorgte er mit einer Forderung für Aufsehen.

Landrat Georg Huber ist der neue Vorstandsvorsitzende des BRK-Kreisverbandes Mühldorf. Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend im Haberkasten wurden zudem fast alle Wunschkandidaten Hubers in den Vorstand gewählt. Vor den Wahlen jedoch sorgte der Landrat mit einem kuriosen Forderung für Aufsehen.

Landrat knüpft seine Wahl an Bedingungen

Huber war ohne Gegenkandidaten zur Wahl des Vorstandsvorsitzenden des Mühldorfer BRK angetreten. In seiner Ansprache unmittelbar vor der Abstimmung kündigte der Landrat an, die Wahl erst dann anzunehmen, wenn sein Wunschteam in die weiteren Ämter des Vorstands gewählt worden ist. "Ich will Trä und Henke in der Verantwortung der weiteren Vorstände wissen", so Huber. Als Wunschkandidaten für das Amt des Chefarztes beim BRK und seines Stellvertreters nannte Huber Dr. Stephan Trabhardt und Dr. Bernd Herfort.

Keine Erpressung, sondern eine Bitte

Lesen Sie auch:

Dies sei keine Erpressung, sondern eine Bitte, ihn zu unterstützen, erklärte der Landrat. "Sie müssen auch verstehen, dass ich mir nicht mehr an Schwierigkeiten aufhalsen will, als ohnehin schon da sind", sagte Huber. Wegen seines früheren Kreisgeschäftsführers war das Mühldorfer BRK immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Eine juristische Aufarbeitung der Vorgänge steht erst noch aus. Im Raum steht der Vorwurf der Untreue.

Stärk: Huber muss sich sofort entscheiden

Der BRK Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, der nach seinem Besuch des Altöttinger Kreisverbandes am Freitag nun auch in Mühldorf persönlich vor Ort war, erteilte Hubers Vorhaben teilweise eine Absage. Es sei nicht möglich, dass der Landrat erst dann die Wahl annehme, "wenn sein Wunschteam steht". Vielmehr müsse sich Huber sofort entscheiden und müsste im Zweifel nach den anderen Abstimmungen gleich wieder zurücktreten. Bei den Mitgliedern warb Stärk um Respekt vor der Entscheidung Hubers.

Hubers "Wunschteam" zieht in den Vorstand ein

Von den 176 anwesenden Mitglieder votierte letztlich eine Mehrheit von 106 Stimmen für den Landrat. 67 Mitglieder stimmten gegen Huber (bei drei ungültigen Stimmen). Bei den anschließenden Wahlen des "Wunschteams" zeichneten sich ähnliche Mehrheitsverhältnisse ab. Die Wahl zum ersten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden entschied Hubers Favorit Johannes Trä aus Mühldorf mit 108 Stimmen für sich. Sein Gegner Richard Fischer aus Waldkraiburg kam auf 67 Stimmen. Trä war bislang Vorstandsvorsitzender beim BRK Mühldorf gewesen. Bei der Wahl zum zweiten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden siegte Cathrin Henke aus Unterreit mit 106 zu 68 Stimmen gegen Alexander Will aus Waldkraiburg. Damit war ein weiterer Posten im Vorstand mit einem Wunschkandidaten Hubers besetzt.

Ärztin aus Erding siegt überraschend

Einzig bei der Wahl des Chefarztes musste der Landrat einen Rückschlag verkraften. Eva Pirsig, niedergelassene Hausärztin aus Bockhorn bei Erding, wurde mit 104 Stimmen ins Amt gewählt. Hubers Favorit, Dr. Stephan Trabhardt aus Mühldorf, kam auf 70 Stimmen - ein Rücktritt Hubers vom gerade errungenen Amt blieb jedoch aus. Ohne Gegenkandidaten wurde Dr. Bernd Herfort aus Waldkraiburg zum stellvertretenden Chefarzt gewählt. Die Vorstandschaft komplettieren Schatzmeister Josef Wilhelm sowie sein Stellvertreter Johann Glas, beide aus Oberbergkirchen, sowie Justiziar Florian Loserth aus Mühldorf. Alle drei hatten keinen Gegenkandidaten.

Stärk: "Kreisverband hält zusammen"

Trotz der Turbulenzen vergangener Jahre und jüngsten Querelen um den zurückgetretenen Leiter der Ortsbereitschaft Waldkraiburg blieben Debatten bei der Mitgliederversammlung völlig aus. Unter dem Tagesordungspunkt "Aussprache zu den Berichten" gab es nicht eine einzige Wortmeldung. Zuvor hatte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk dem Kreisverband bereits Geschlossenheit attestiert. "Man kann sehen, dass der Kreisverband zusammenhält", so Stärk in seiner Anpsrache. Nach den Turbulenzen um den früheren Geschäftsführer sei es jetzt Zeit für einen Neuanfang. Anstelle von "Selbstbeschäftigung" müsse wieder die "Hilfeleistung am Nächsten" im Vordergrund stehen. Den Kreisverband sieht Stärk dabei auf einem guten Weg. "Wir halten ihn in der Spur, denn in die Spur gebracht ist er schon."

Huber kämpft für sein Wunschteam

Kreisverband erzielt positives Ergebnis

Die harten Fakten, die der bisherige Vorsitzende Johannes Trä auf der Mitgliederversammlung präsentierte, geben dem Landesgeschäftsführer recht. 2011 hatte der Kreisverband noch 160.000 Euro Verlust gemacht. Für 2012 hingegen verkündete Trä einen Gewinn von gut 113.000 Euro. Altlasten aus der Zeit des ehemaligen Geschäftsführers sind in der aktuellen Bilanz aber noch vorhanden. So hat beispielsweise ein für den Kreisverband nachteiliger Catering-Vertrag das Geschäftsfeld "Essen auf Rädern" beeinträchtigt. Seit September 2012 ist nun die Kreisklinik Mühldorf für die Menülieferung zuständig.

Vorerst keine Neuwerbung von Fördermitgliedern

Die Zahl der Fördermitglieder ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen - ebenfalls eine Folge der negativen Schlagzeilen. Trä kündigte erst für die Zeit nach der juristischen Aufarbeitung der Vorfälle eine Wiederaufnahme der Neuwerbung von Fördermitgliedern an.

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser