Big Brother in den Mühldorfer Parkhäusern?

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Ein kurzer Tritt, einige 100 Euro Schaden und der Täter entkommt fast immer unerkannt. Die Stadt prüft, ob sie mit Videokameras im Parkdeck am Bahnhof und in der Tiefgarage Sachbeschädigungen Einhalt gebieten kann.

Mühldorf - Der Stadtrat lässt prüfen, ob eine Kameraüberwachung in der Tiefgarage am Innstadtpark und im Parkdeck am Bahnhof sinnvoll ist. *mit Online-Voting*

Immer wieder, sagt Bürgermeister Günther Knoblauch, kommt es in den beiden Parkgaragen der Stadt zu Beschädigungen an Autos, Graffitisprühereien an den Wänden oder Belästigungen. Manche hätten in den Garagen Angst, sagt er. "Was wir nicht tun sollten: Die Sorgen der Bevölkerung ignorieren."

Sicherheitsdienst brachte nicht

In der Vergangenheit hat die Stadt nach Angaben Knoblauch bereits verschiedenes versucht: Die Tiefgarage wird nachts abgesperrt, ein Sicherheitsdienst hat patrouilliert. Geholfen haben dieses Maßnahmen nichts. Sollte die Stadt Kameras installieren, rechnet Knoblauch mit Kosten im fünfstelligen Bereich.

Zustimmung erhielt er von Günter Rosenberger (CSU). Die Stadt solle zusammen mit der Polizei ein Konzept erarbeiten, um der "Wiederholungsfrequenz ohne Möglichkeit der Verfolgung" ein Ende zu bereiten. Rosenberger forderte eine Überprüfung der Einsatzmöglichkeiten und des Sinns einer Kameraüberwachung. Für Oskar Stoiber (CSU) ist die Kostenfrage entscheidend, Adolf Spirkl (FM) rechnet mit einer Verbesserung des Sicherheitsgefühls.

Einzig Markus Saller (UWG) sprach sich gegen eine Kameraüberwachung aus. Saller forderte die Verhältnismäßigkeit der Mittel, die er verletzt sieht, wenn Kameras installiert werden: "Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen ist ein Dreck dagegen." Um überschaubare Sachbeschädigungen einzuschränken, von denen es im Stadtgebiet mehrere gebe, werde "massiv in die Freiheitsrechte“ eingegriffen. "Es gibt keine Gefahr für Leib und Leben", betonte der Fraktionsvorsitzende. „Wir sollten uns eine andere Möglichkeit überlegen.“

Marianne Zollner (SPD) hielt dagegen: "Die Jugendlichen, die das wahrscheinlich sind, haben viele Freiheiten, manche Leute haben Angst." Sie rechnet bei einer Kameraüberwachung mit einem "positiven Aspekt" und wies auf andere Maßnahmen, wie den geplanten Bau einer Skateranlage hinter dem Feuerwehrhaus hin.

Saller stimmte als einziger gegen den Auftrag an die Stadtverwaltung, den Einsatz von Kameras zu prüfen und die Kosten zu ermitteln.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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