Preisinger-Sontag siegt im ersten Wahlgang

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Mühldorf - Die Stadt hat eine neue zweite Bürgermeisterin! Ilse Preisinger-Sontag (CSU) setzte sich schon im ersten Wahlgang durch. **Mit Video-Interview**

Klares Stadtratsvotum für Preisinger-Sontag: Bereits im ersten Wahlgang setzte sich die Stadträtin gegen ihre beiden Kontrahenten Christian Funiok (UWG) und Dr. Georg Gafus (Grüne) durch. Preisinger-Sontag erreichte zwölf Stimmen, Funiok kam auf acht, Gafus auf zwei Stimmen. Im Vorfeld hatten sich die CSU-Fraktion sowie die Fraktion der Freien Mühldorfer für Preisinger-Sontag als neue zweite Bürgermeisterin ausgesprochen. Die beiden Fraktionen kommen gemeinsam auf elf Stimmen. Somit hat Preisinger-Sontag bereits im ersten Wahlgang mindestens ein Mitglied einer anderen Fraktion von sich überzeugt. Mit dem Votum für Preisinger-Sontag bleibt ihr Mitbewerber Christian Funiok dritter Bürgermeister.

Ilse Preisinger-Sontag (CSU)

"Ich nehme die Wahl sehr gerne an", erklärte Preisinger-Sontag, die unmittelbar nach der Entscheidung von allen Seiten zum Sieg beglückwünscht worden war. Sie sei überzeugt, dass sie die anstehenden Herausforderungen bewältigen könne. SPD-Fraktionschefin Marianne Zollner, die Christian Funiok für die Wahl vorgeschlagen hatte, nannte Preisinger-Sontag "die zweitbeste Lösung". "Aber es ist auch eine gute Lösung", so Zollner.

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Nach dem Einzug von Mühldorfs Erstem Bürgermeister Günther Knoblauch in den Bayerischen Landtag liegen die Amtsgeschäfte der Stadt bis Mai 2014 in den Händen des zweiten Bürgermeisters. Der bisherige zweite Bürgermeister Paul Schwarz (CSU) erklärte allerdings vor wenigen Wochen, er sei aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen nicht dazu in der Lage, die Geschicke der Stadt zu leiten. Übergangsweise hatte deshalb der dritte Bürgermeister Christian Funiok die Amtsgeschäfte übernommen. Bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend hatte nun Schwarz um seine Entlassung aus dem Amt des zweiten Bürgermeisters gebeten, weshalb sein Nachfolger gewählt werden musste - und damit derjenige, der die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters führt.

CSU: "Jahrzehntelang bewährte Tradition"

Die Fraktionen hatten sich im Vorfeld nicht auf einen Konsens verständigt und machten am Donnerstagabend ihren Standpunkt erneut deutlich. Freie Mühldorfer und CSU wollten der Mühldorfer Tradition folgen, wonach die stärkste Fraktion im Stadtrat - und damit die CSU - den zweiten Bürgermeister stellt. "Wir wollen, dass die jahrzehntelang bewährte Tradition weiter gilt", sagte Kurt Bimsberger (CSU).

Bleibt dritter Bürgermeister: Christian Funiok (UWG)

Aufgrund des ruhenden Amtes von Günther Knoblauch stellte sich aus Sicht von UWG und SPD die Sachlage allerdings anders dar als üblich. "Wir brauchen ja keinen Vertreter", sagte Markus Saller (UWG). Der Stadtrat führte aus, dass der künftige zweite Bürgermeister Erfahrung in der Verwaltung sowie die für die Leitung der Amtsgeschäfte erforderliche Zeit brauche. Außerdem dürfe er keine Ambitionen für die Zeit nach der Wahl haben und benötige die Unterstützung der Verwaltung. Für Saller wäre Christian Funiok ein geeigneter Kandidat gewesen - oder aber Kurt Bimsberger. Kurzerhand schlug Saller mit Bimsberger ein Mitglied der CSU-Fraktion für die Wahl vor. Bimsberger nahm die Kandidatur jedoch nicht an und schlug seinerseits Preisinger-Sonntag vor.

Gafus sieht sich als "Brückenbauer"

Neben Funiok und Preisinger-Sontag trat Dr. Georg zur Wahl an. Er hatte sich selbst vorgeschlagen - begleitet von einer ausschweifenden Ansprache. Dabei bemühte er gar die Kirchengeschichte und verglich die Wahl des zweiten Bürgermeisters mit der Papstwahl. Sich selbst sah er in der Rolle des Kompromisskandidaten, der - genau wie bei der Papstwahl - nicht immer der schlechteste sei. Zudem könne er als Vertreter einer kleinen Gruppierung im Stadtrat zum "Brückenbauer" werden. So recht von seinen Thesen überzeugen konnte Gafus die Stadträte allerdings nicht, sodass er mit zwei von 20 Stimmen in der Rolle des Außenseiters blieb.

Einigkeit bewiesen die Stadträte hingegen in ihrer respektvollen Haltung gegenüber Paul Schwarz (CSU). Elfeinhalb Jahre hatte Schwarz das Amt des zweiten Bürgermeisters inne. Ein Amt, das bereits sein Vater bekleidet hatte. Insgesamt 28 Jahre hieß der zweite Bürgermeister der Stadt Mühldorf mit Nachnamen Schwarz. Alle Fraktionen dankten dem Stadtrat, den Marianne Zollner (SPD) folgendermaßen charakterisierte: "sehr herzlich und mit Herzblut."

Rubriklistenbild: © bla

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