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Kreistag entscheidet mit deutlicher Mehrheit

Nutzen nicht nachgewiesen? Im Landkreis Mühldorf bleiben die Hagelflieger am Boden

Ob der Einsatz von Hagelfliegern hilft, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.
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Ob der Einsatz von Hagelfliegern hilft, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Die Wählergemeinschaft West des Landkreises Mühldorf hatte in einem Antrag die Wiedereinführung der Hagelflieger im gefordert. Der Kreistag Mühldorf folgte mit breiter Mehrheit von 48:10 Stimmen der Argumentation von Landrat Max Heimerl, der aufgrund der nicht nachgewiesenen Wirkung der Hagelflieger und den damit verbundenen Kosten, ein Reaktivierung er Hagelflieger ablehnte.

Mühldorf – Die Wiederaufnahme des Hagelfliegereinsatzes im Landkreis Mühldorf hatte die WGW mit einem eigenen Antrag gefordert. Die Wählergemeinschaft West (WGW) begründete ihren Antrag mit den Unwettern in diesem Jahr, die zu erheblichen Schäden geführt haben.

WGW fordert Reaktivierung der Hagelflieger

Die Mehrheit des Kreistages folgte jedoch der Argumentation von Landrat Max Heimerl: Er lehnte eine Reaktivierung wegen der hohen Kosten von speziellen Flugzeugen und speziell ausgebildeten Piloten sowie der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit von Hagelfliegern ab. Die Hagelflieger hätten dem Landkreis Mühldorf im Zeitraum von 1997 bis 2004 Kosten in Höhe von rund 170 000 Euro verursacht,

WGW-Fraktionsvorsitzender Josef Schöberl verwies auf die bestehende Hagelabwehr in Vogtareuth im Landkreis Rosenheim. „Es wurden bei den jüngstenUnwettern Felder, Dächer, Autos, Fenster und Photovoltaikanlagen zerstört. Der Einsatz der Hagelflieger hätte dies verhindern oder abmildern können“, sagte Schöberl.

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Im Landkreis Rosenheim ist ein privatrechtlicher Hagelforschungsverein aktiv. Dieser ist alleiniger Betreiber der Hagelflugzeuge. „Allerdings liegen hier auch keine Nachweise oder Gutachten über die tatsächliche Wirksamkeit vor“, berichtete Heimerl,

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gibt es keine Aufzeichnungen mehr über Hagel, da dieser kaum messbar ist und sehr lokal auftritt. Die Messstationen des DWD sind alle automatisiert und zwar über ganz Bayern und Deutschland verteilt, aber bei Hagel nicht aussagekräftig.

Keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Nutzen von Hagelfliegern

Laut DWD ist es meteorlogisch sowie wissenschaftlich nicht bewiesen, ob Hagelflieger die Hagelunwetter tatsächlich abmildern. „Es gibt keine Erkenntnisse über deren Nutzen“, sagte Heimerl.

Kreisrat Dr. Klaus Lang (AfD) war anderer Ansicht. Er bezeichnete die von Heimerl zitierten wissenschaftlichen Ergebnisse zur Hagelfliegerei als 15 Jahre alt. Er forderte eine Absetzung des Punktes von der Tagesordnung und die Einholung neuer wissenschaftlicher Ergebnisse. Lang erklärte auch, dass es in Mößling Piloten gebe, die einen Hagelflieger fliegen könnten.

In Rosenheim trotz Hagelfliegern keine geringeren Schäden

„Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eine Woche alt und somit auf dem neuesten Stand der Technik“, konterte Heimerl. Mit 49:8 Stimmen lehnte der Kreistag eine Vertagung des Punktes ab. Der Landrat berichtete, dass der Landkreis Kontakt zur Bayerischen Versicherungskammer aufgenommen habe, weil dort aufgrund der Ernteversicherung das Thema seit langem verfolgt werde.

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„Laut grober Berechnung der Schadensereignisse durch die Versicherungskammer, ist im Bereich Miesbach/Rosenheim die Schadenhäufigkeit keinesfalls geringer als in anderen Landkreisen, in denen es keine Hagelflieger gibt. Rosenheim ist in der Schadenhäufigkeit und Schwere sogar weiter vorne als unser Landkreis“, erläuterte Heimerl.

Sinnhaftigkeit lässt sich nicht ableiten

Er erklärte weiter, dass sich für die Bayerische Versicherungskammer kein Rückschluss auf die Sinnhaftigkeit des Hagelfliegers ableiten lasse. „Weitere Gutachten über die Wirksamkeit der Hagelflieger liegen auch hier nicht vor“, führte Heimerl aus.

Der Kreistag stimmte mit 48:10 Stimmen gegen die Reaktivierung der Hagelflieger im Landkreis Mühldorf. Die Gegenstimmen kamen von der WGW und der AfD.

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