Zellner: "Vor Ort keine Fehler gemacht"

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Günter Zellner (SPD, links) am Wahlabend im Landratsamt Mühldorf im Gespräch mit seinem Mitbewerber Dr. Marcel Huber (CSU).
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Mühldorf/Altötting: Wenn alleine die Wahlbeteiligung Grund zur Freude ist: Bei FDP und SPD in der Region ist die Enttäuschung groß.

14 bis 15 Prozent hatte Günter Zellner, Direktkandidat der SPD im Stimmkreis Rosenheim, am Wahlabend als sein persönliches Ziel genannt. Mit 11 Prozent hat er zwar das Erststimmenergebnis der letzten Wahl leicht übertroffen, bleibt aber deutlich hinter seinen eigenen Erwartungen. "Für unsere Ansprüche ist das zu wenig", so Zellner.

Der Ticker vom Wahlabend in Mühldorf und Altötting zu nachlesen!

Dabei ist für Zellner das mäßige Resultat nur zum Teil der großen Beliebtheit seines direkten Konkurrenten Dr. Marcel Huber geschuldet (CSU), der mit 63,1 Prozent der Stimmen triumphierte. Ganz allgemein habe die SPD in Oberbayern nicht groß zugelegt.

Vor Ort seien keine Fehler gemacht worden. "Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht", so der SPD-Politiker. Schon am Wahltag hatte Zellner gesagt, dass er soviel in den Wahlkampf investiert hätte, wie noch nie. Noch am selben Abend habe man die Situation analysiert, erzählt Zellner nun gegenüber innsalzach24. Man sei "teilweise ratlos" gewesen, so der Direktkandidat, der das Abschneiden "bitter" nennt.

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Vor allem das Erststimmenergebnis - und zwar im gesamten Regierungsbezirk - ist für Zellner unbefriedigend. Schließlich liege das Ergebnis der Erststimmenkandidaten hinter dem Parteienergebnis. Nur ein einziges Direktmandat konnte die SPD in Oberbayern erringen. "Es liegt mehr im Argen als nur im Landkreis", so Zellner.

FDP warnt vor der "Steuererhöhungskoalition"

Die FDP ist bayernweit mit 3,3 Prozent klar an der fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Im Stimmkreis Altötting erreichte die Partei 2,12 Prozent der Zweitstimmen, Direktkandidatin Sandra Bubendorfer-Licht kam auf 1,88 Prozent.

Kondrad Kammergruber, Kreisvorsitzender der FDP Altötting, begrüßt es, dass Bayern weiterhin konservativ regiert wird - wenngleich ohne Beteiligung der FDP - zugleich warnt er vor den Gefahren einer Alleinregierung der CSU. "Es überrascht, dass Verwandtenbegünstigungen oder ständige Richtungswechsel des Regierungschefs Seehofer der CSU keine Verluste gebracht haben", so Kammergruber.

Mit Blick auf die Bundestagswahl am kommenden Sonntag warnt er vor einem "Richtungswechsel" hin zu einer "rot-rot-grünen Steuererhöhungskoalition". Wenigsten mit ihrer Zweitstimme sollten die Wähler "ganz bewusst die FDP wählen, damit die Koalition weiter regieren kann", sagt Kammergruber.

Trotz des schwachen Ergebnisses seiner Partei zieht der Kreisvorsitzende etwas Positives aus der Landtagswahl. "Wir freuen uns, dass dieses Ergebnis auf einer stark gestiegenen Wahlbeteiligung basiert und damit das Demokratieverständnis der Bevölkerung doch besser ist als vielfach befürchtet."

Kammergruber gratuliert Ingrid Heckner zu ihrem großen Wahlerfolg und bedankt sich "für den Einsatz unserer Direktkandidatin, Frau Sandra Bubendorfer-Licht, und den vielen Helfern beim Wahlkampf".

SPD Altötting dankt Knoblauch für enormen Einsatz

Auch in der Altöttinger SPD in die Freude über die hohe Wahlbeteiligung groß. "In unserem Landkreis Altötting gingen 10% mehr Menschen wählen als 2009", lobt Franz Kammhuber, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Altötting in einer Stellungnahme. Wie sein Kollege von der FDP bedauert auch Kammhuber, "dass künftig in München wieder mit absoluter Mehrheit regiert wird".

Dem Direktkandidaten der SPD im Stimmkreis Altötting, Günther Knoblauch, spricht Kammhuber "großen Dank" und "hohen Respekt" aus, vor allem ob Knoblauchs enormen persönlichen Einsatzes. "Er hat es geschafft, das SPD Ergebnis im Landkreis zum zweitem Mal hintereinander zu verbessern." Das zeige, dass er und seine politische Arbeit weit über seine Heimatstadt Mühldorf hinaus Anerkennung genießen. Dass Knoblauch den Erststimmenanteil der Altöttinger SPD von 18,2 Prozent auf 21,5 Prozent steigern konnte, bezeichnete Kammhuber als Erfolg. Ob es für den Landtag reicht, wisse man erst, wenn alle Zweitstimmen für ihn aus den anderen Landkreisen zusammengezählt sind. "Es sieht aber nicht schlecht aus", so Kammhuber.

ÖDP: Aufwind dank Engagement gegen Tetrafunk

Reinhard Retzer, Direktkandidat der ÖDP im Stimmkreis Mühldorf, hat sein Ziel knapp erreicht. Am Wahlabend hatte er sich eine drei vor dem Komma gewünscht - genau 3,1 Prozent sind es geworden. "Die 3,1 Prozent Erststimmen sind anständig, aber zu wenig, um unseren Themen Familie und Umwelt mehr politisches Gewicht zu verleihen. Gratulation an Stimmenkönig Dr. Marcel Huber. Besonders freuen mich die 24 Prozent der Erststimmen in meiner Heimat Lohkirchen", erklärt Retzer. Sein relativ gutes Wahlergebnis im gesamten Stimmkreis führt der Kreisrat auch auf sein Engagement in der Tetrafunk-Debatte zurück. "Die Erststimmenergebnisse von in Gars (7 Prozent), Oberbergkirchen (8,6 Prozent) und Reichertsheim (8,7 Prozent), aber auch die überdurchschnittlichen Ergebnisse in Unterreit (6,1 Prozent) Kirchdorf (4,7 Prozent) und Rattenkirchen (4,1 Prozent) führe ich unter anderem auf den Bürgerunmut über den lautlosen Aufbau des veralteten und gefährlichen Behördenfunks mit Tetra-Technik zurück. Wir haben Dr. Marcel Huber knapp 1000 Unterschriften übergeben und warten gespannt auf die Antwort des alten und vermutlich neuen Kabinettsmitglieds."

Nachdenklich mache ihn die konsequente Nichtberichterstattung über die ÖDP in Funk und Fernsehen. "Elf Radaubrüdern der NPD, die in Regensburg mit einem Mannschaftsbus vorfahren, wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als einer 4000 km–Radltour des ÖDP-Bundesvorsitzenden Sebastian Frankenberger, der am 6. September mit über 100 Kandidaten die gesammelten Anliegen der Bürger am Maximilianeum ablädt."

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