"Bienen trinken uns das Bier nicht weg"

Mühldorf - Den Bienen beim Landratsamt Mühldorf geht es gut. Aber was ist sonst so los bei den summenden Zeitgenossen? Und haben wir zu unrecht Angst, gestochen zu werden?

"Wir haben kein erschreckendes Bienensterben in der Region", stellt Veterinär Dr. Michael Täschner im Gespräch mit Innsalzach24 klar. "Wieviele Bienen über den Winter sterben, ist tatsächlich von Imker zu Imker unterschiedlich. Manche haben Totalausfälle, manche merken gar nichts."

Kümmert sich hingebungsvoll um die Landratsamtbienen: Klaus Novak

Den Bienen am Landratsamt Mühldorf geht es jedenfalls bestens, wie Andy Hewitson von Bienenhof Aham bestätigt. Kein Wunder, sie werden ja auch bestens umsorgt von Imker Klaus Novak, der leider nicht beim Interview anwesend sein konnte. Aber was ist eigentlich das Problem, dass manchmal auch viele Bienen ihr Leben lassen müssen?

Für Täschner ist häufig eine besondere Milbenform schuld, die "Varroamilbe". Diese beißt sich an den Honigbienen fest und befällt sie so parasitenartig. Man kann zwar medikamentös etwas dagegen tun.Fängt man mit der Behandlung aber auch nur etwas zu spät an, kann schon ein ganzes Bienenvolk dem Tode geweiht sein.

Und das ist schade, sind Bienen doch so wichtig für die Natur. "Sie sind unsere wichtigsten Bestäuber," so Hewitson. Und Täschner ergänzt: "Angst braucht man vor ihnen auch nicht haben. Sie stechen nur, wenn sie sich in einer Notlage sehen und wenn sie stechen, verlieren sie ihren Stachel und sterben." "Außerdem," lacht Hewitson," braucht man eher Angst vor Vespen als vor Bienen zu haben. Bienen haben besseres zu tun, als uns im Biergarten das Bier wegzutrinken."

Doch ein ganz anders geartetes Problem beschäftigt die hiesigen Imker. "Das Durschnittsalter der Imker im Landkreis beträgt 59 Jahre. Und wir haben ein großes Nachwuchsproblem," klagt Hewitson. Dabei hätte er durchaus Argumente, die einen interessierten Menschen zur Imkerei lockten könnten. "Man tut so viel für die Natur, außerdem ist dieses Hobby weitaus weniger zeitaufwendig, als man denkt. Mehr als 12 bis 30 Stunden ist man mit seinem Bienenvolk nicht beschäftigt," klärt er auf.

Der Bienenhof Aham triff daher künftig vermehrt an die Öffentlichkeit heran, gibt Führungen und Informationsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche.

Wer Interesse an diesem ungewöhnlichen Hobby hat, kann sich hier weitere Infos holen: www.bienenhof-aham.de.

ds

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser