Parteien demonstrieren vereint gegen NPD

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Kein Ort für Neonazis: Das war die Botschaft der Mühldorfer bei ihrer Demonstration am Mittwoch.
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Mühldorf - Bunt statt braun: Über Parteigrenzen hinweg haben die Mühldorfer mit einer Demo am Stadtplatz ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt.

Innerhalb kürzester Zeit hat das Bündnis "Mühldorf ist bunt" rund um Kristin Hüwel vom Kreisjugendring und Richard Fischer von der SPD eine Gegendemonstration zur NPD-Kundgebung am Mühldorfer Stadtplatz auf die Beine gestellt - mit riesigem Erfolg. Über Parteigrenzen hinweg sagten zahlreiche Politiker aus der Region ihre Teilnahme zu und hielten flammende Plädoyers gegen rechtsextremes Gedankengut. Nicht minder bemerkenswert fiel die Beteiligung der Bürger aus. Alt und Jung waren gekommen, um ein Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen.

"Ein guter Tag für Mühldorf"

Für Dr. Georg Gafus (Grüne) war es deshalb "ein guter Tag für Mühldorf", schließlich beteiligten sich alle demokratischen Parteien an der Demonstration. "Heute Mittag stehen wir alle gemeinsam hier." Auch Günter Zellner von der SPD lobte den parteiübergreifenden Zusammenhalt, nannte es aber zugleich "unerträglich", dass man in Mühldorf innerhalb kürzester Zeit zum zweiten Mal gegen Rechtsextremisten demonstrieren müsse.

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Für Zellner verwendet die NPD "geklaute Parolen". "Was sich auf den ersten Blick liest wie von den Gewerkschaften abgeschrieben, ist die selbe alte braune Soße", so Zellner. Der Inhalt bleibe schließlich immer der gleiche, nämlich braun. Den jüngsten Schlag gegen das Freie Netz Süd begrüßte Zeller, allerdings geht ihm dies nicht weit genug. Seine Forderung nach einem Verbot der NPD löste spontanen Applaus und Bravo-Rufe aus.

"Man macht gemeinsam, was ein Volk machen soll"

Lesen Sie auch den Polizeibericht zur Veranstaltung.

Für Bürgermeister Günther Knoblauch (SPD) und Umweltminister Dr. Marcel Huber (CSU), war vor allem die große Beteiligung lobenswert. "Ich bin dankbar, dass spontan parteiübergreifend so viele gekommen sind", sagte Knoblauch. "Danke, dass Sie da sind!" Dem schloss sich der Umweltminister an. "Man macht gemeinsam das, was ein Volk machen soll", so Huber.

Landrat Georg Huber nutzte den Anlass, um einen Bogen zu den im Landkreis untergebrachten Asylbewerbern zu spannen. Alleine in Mühldorf leben knapp 70 Asylsuchende. Huber dankte der Bevölkerung, die das so positiv aufnehme. "Wir werden alles tun, damit sich die Menschen in dieser Stadt wohlfühlen."

Parteiübergreifende Demo am Stadtplatz

Die vielen anderen Redner um Reinhard Retzer (ÖDP), Annette Heidrich (SPD), Marianne Zollner (SPD), Cathrin Henke (Grüne), Ilse-Preisinger-Sonntag (CSU) und Sandra Bubendorfer (FDP) komplettierten das Bild einer bunten Stadt Mühldorf, die Rechtsextremismus keinen Raum bietet. Man verteidige hier "den größten Wert, den wir haben in unserem Staat: die Demokratie", so Marianne Zollner.

NPD verspätet sich um 50 Minuten

Die NPD übrigens, eine vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei, hat lange auf sich warten lassen. Derzeit unternimmt die NPD eine Wahlkampftour durch mehrere Städte in Bayern und verspätete sich in Mühldorf um rund 50 Minuten. Als gegen 13.55 Uhr schließlich einer der neun anwesenden NPD-Demonstranten das Wort ergreifen wollte, haben die Gegendemonstranten deutlich ihre Meinung zum Ausdruck gebracht. Mit einem Pfeifkonzert, Buh-Rufen, und vielen Transparenten stellten sich Hunderte Mühldorfer der NPD friedlich entgegen, bis die neun Demonstranten um 14.30 Uhr den Stadtplatz wieder verließen.

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