Frieden beginnt in den Familien

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Gedenken in Altmühldorf: KSK-Vorstand Franz Schwarzenböck legte am Kriegerdenkmal am Samstagabend einen Kranz nieder.

Mühldorf - In Mühldorf und Altmühldorf stand an diesem Wochenende das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt im Mittelpunkt.

Dabei hoben nach den Gottesdiensten in St. Laurentius und St. Nikolaus alle Redner die Bedeutung des Volkstrauertags für die Gegenwart heraus.

Der Auslandseinsatz der deutschen Soldaten in Afghanistan sei Beispiel dafür, dass Krieg "nicht abstrakt ist", erklärte Landrat Georg Huber am gestrigen Sonntag im Rahmen der Gedenkfeier vor der Pfarrkirche St. Nikolaus. Besonderen Dank richtete er an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der mit seinem engagierten Wirken die Mahnung aufrecht erhalte, entschieden gegen Gewalt, Terror und Unfreiheit vorzugehen.

Gedenken in Mühldorf: Bürgermeister Günther Knoblauch mit Landrat Georg Huber, Dekan Roland Haimerl und VdK-Ortsvorsitzendem Reinhard Zuck (von links) in der Kriegerkapelle von St. Nikolaus.

Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch erinnerte unter anderem an den Neonazi-Aufmarsch im Januar. Er sei stolz darauf, dass sich die Mühldorfer dagegen gewehrt hätten, dass braune Parolen am Stadtplatz Einzug halten. "Ich bin aber auch stolz darauf, wie in unserer Stadt mit den Asylbewerbern umgegangen wird", sagte Knoblauch. 70 Jahre nach Kriegsende sei diesen Menschen zum Teil Schreckliches widerfahren. Das zeige, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Ihn zu verteidigen sei nicht nur Aufgabe der großen Politik, sondern beginne "in unseren Familien, in unserer Stadt".

Frieden und Freiheit seien nicht nur ein "unglaubliches Geschenk", sondern auch wichtige Werte, "für die es sich zu kämpfen lohnt. Aber ohne Waffen", betonte Reinhard Zuck, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Mühldorf. Voraussetzung dafür sei die soziale Gerechtigkeit im Land, für die sich der VdK weiterhin einsetzen werde.

KSK-Ortsvorsitzender Andreas Schwarz warnte davor, unter die Erinnerung an die Grausamkeiten der Weltkriege einen Schlussstrich zu ziehen: "Terror, Krieg und Gewalt sind noch immer an der Tagesordnung." Was bleibe, sei die Hoffnung, dass aus dem Volkstrauertag irgendwann ein Volksfreudentag werde: "Dann, wenn alle Kriege dieser Welt hinter uns liegen." Musikalisch umrahmt wurden die Gedenkveranstaltungen von den Blaskapellen Mühldorf und Altmühldorf sowie vom Sängerbund Mühldorf.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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