Bauindustrie-Verband informiert über Bahn

Expresszug ins Niemandsland

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Vom Münchner Hauptbahnhof fuhr der Sonderzug des Bauindustrieverbands über Mühldorf ins Chemiedreieck, nach Landshut und Regensburg. Vor allem die eingleisige Strecke München-Burghausen machte den Mitreisenden aus Wirtschaft und Politik deutlich, wie dringend der Ausbau ist.

Mühldorf - "Wir müssen ein Bewusstsein schaffen für die Wichtigkeit der Bahnanbindung der Region" - Zu diesem Zweck wurden 120 Mitreisende von München über Mühldorf nach Regensburg gefahren.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Expresszug ins Niemandsland

In das "Verkehrsniemandsland" Südostoberbayern führte der Bayerische Bauindustrieverband 120 Mitreisende aus Politik und Wirtschaft bei einer Zugfahrt von München über Mühldorf nach Burghausen, Landshut und Regensburg. Ziel war es, alle Entscheidungsträger auf den gleichen Kenntnisstand bei der Schienenanbindung eines der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands zu bringen.

"Wir müssen ein Bewusstsein schaffen für die Wichtigkeit der Bahnanbindung der Region", sagte Dr. Siegfried Kiese, Cheflogistiker der Wacker Chemie Burghausen und einer der 24 Referenten. Die Infrastruktur behindere die Industrie im Chemiedreieck erheblich, mahnte er.

Über die Schuldfrage für den mangelnden Ausbau der Bahnstrecke von München in die Region waren sich die Redner weitgehend einig: Nicht die Bahn, nicht die lokale Politik, der Bund trage Verantwortung. "Im Europaparlament und in Bayern hat der Schienenausbau absolute Priorität", betonte Europaabgeordneter Bernd Posselt (CSU), "jetzt muss sich der Bund bewegen." Größtes Problem sei die nicht vorhandene Vorratsplanung der Bahn, erklärte Peter Michalek von der DB Netz. Da der Bund nicht bereit sei, Planungsrisiken vorab zu tragen, könne nicht geplant werden, bevor ein Projekt gesichert finanziert sei.

2,8 Milliarden Euro koste der gesamte Ausbau mit viergleisigem Ausbau bis Markt Schwaben, zweigleisigem Ausbau bis Dorfen, einem zweiten Gleis oder Begegnungsabschnitten bis Freilassing, den Begegnungsbahnhöfen Schwindegg und Weidenbach und der Erneuerung der Signaltechnik. Dazu käme die Elektrifizierung der Strecke.

Geplant werde derzeit der Abschnitt Mühldorf-Tüßling, der 2015 fertig werden könne, sagte Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern. Der Baubeginn an der neuen Eisenbahnbrücke über den Inn bei Ehring habe sich wegen des Ausschreibungsverfahrens verzögert, sagte er. Die Vergabe sei jetzt erfolgt und der Spatenstich für das Frühjahr geplant, Verkehrsminister Peter Ramsauer habe sein Kommen bereits zugesagt.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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