Diskussion über Skateboardfahrer geht weiter

Mühldorf - Die Ankündigung von Bürgermeister Günther Knoblauch, die Skateboardfahrer notfalls mit Hilfe einer Satzung aus dem Stadtplatz zu verbannen, sorgt nicht nur unter den Jugendlichen für heftige Diskussionen.

Nun will Jeannette Rädle alle Beteiligten an einen Tisch bringen, denn das Thema wird emotional diskutiert. Sowohl auf www.innsalzach24.de als auch auf www.ovb-online.de kommentieren zahlreiche Nutzer die entsprechenden Artikel.

Einer von ihnen hat sich unter dem Namen "Maxi Pietrek" angemeldet. Er schreibt: "Die Leute, die unter den Arkaden skaten, sind nur ein kleiner Teil von uns Skatern. Wir wollen wirklich keinen verärgern, aber bei Schnee oder Regen haben wir so gut wie keine anderen Möglichkeiten, da wir aus Tiefgaragen und Ähnlichem meist sofort vertrieben werden. Deswegen wäre die Halle beim Jugendzentrum während der Wintermonate optimal."

Damit spricht dieser Eintrag wohl das aus, was sich die meisten Skater in Mühldorf und der Region wünschen. "Fast alle träumen von der Halle", sagt Jeannette Rädle. Am Freitagabend hat sie sich mit mehreren Jugendlichen am Skaterplatz in Altmühldorf getroffen, um sich ein Bild über die Stimmung unter den Jugendlichen zu machen.

Rädle ist selbst Mutter eines 14-jährigen Skaters - und kennt beide Seiten. "Ich wohne selbst am Stadtplatz und kann den Ärger der Anwohner, Passanten und Geschäftsleute gut nachvollziehen. Ich sehe aber auch die Not, dass mein Sohn oft nicht so recht weiß, wo er seinen Sport ausüben soll."

Deshalb will sie sich für die Jugendlichen engagieren und der "Szene ein Gesicht und eine Stimme geben". Möglichst bald will sie mit den Verantwortlichen in Kontakt treten - immer in Abstimmung mit den Jugendlichen. "Es nützt ja nichts, wenn alle auf der Straße und im Internet aufeinander schimpfen. Wir sollten uns bald an einen Tisch setzen und nach einer Lösung suchen."

Im Gespräch am Freitag hätten sich die Jugendlichen resigniert, aber auch kompromissbereit gezeigt. "Die Idee von der Halle ist gut. Aber aufgrund der Hürden, die es dafür zu überwinden gilt, wohl unrealistisch. Das haben wir auch so besprochen", erklärt Rädle. "Deshalb wären die meisten schon über eine neue Anlage sehr glücklich."

Den Standort hinter dem Feuerwehrhaus, den Bürgermeister Günther Knoblauch in der letzten Stadtratssitzung ins Gespräch gebracht hat (wir berichteten), fanden laut Rädle "alle gut". Er wäre "zentral, gut erreichbar und ohne Belästigung für die Anwohner".

Das bestätigt auch der Eintrag von "Maxi Pietrek": "Der jetzige Skatepark in Altmühldorf ist in Anbetracht der Menge und der Fähigkeiten der Skater einfach nur ein Witz, anders kann man es nicht sagen. Auf dem Gelände, über das Herr Knoblauch gesprochen hat, könnte man mit ein bisschen Geld etwas Tolles aufbauen!"

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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