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Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft

Wie kam es zum tödlichen Unfall auf der A94 bei Mühldorf? Polizei gibt lebenswichtige Tipps

Immer wieder ereignen sich Unfälle auf der A94, wie hier bei Obertaufkirchen am 27. August 2021.
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Die Autobahn A94 an der Anschlussstelle Schwindegg-Obertaufkirchen.

Der schwere Verkehrsunfall am Montag (18. Oktober) auf der A94 bei der Anschlussstelle Mühldorf-Nord war ein Schock für alle Beteiligten und die gesamte Bevölkerung. Ein 45-Jähriger kam durch tragische Umstände ums Leben. Wir haben uns den aktuellen Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft geben lassen - und die Polizei um Tipps bei Unfällen auf der Autobahn gefragt.

Mühldorf - „Es war zur Unfallzeit um circa 5.45 Uhr morgens stockdunkel und noch dazu war die gesamte A94 in einen dichten Nebel gehüllt“, schildert ein Polizeibeamter der Autobahnpolizei Mühldorf seine Eindrücke vom 18. Oktober. Das Unfallopfer lag laut Polizeiangaben auf der Fahrbahn der A94, unweit der Autobahn-Ausfahrt Mühldorf-Nord. Allein dieses Szenario - vor dem Hintergrund einer extrem schlechten Sicht - hätte ausgereicht, einen noch größeren Massen-Unfall mit weiteren Fahrzeugen herbeizuführen. Dazu kam es glücklicherweise nicht, weil andere Unfallbeteiligte den Schauplatz des Geschehens auf der A94 absicherten. Die Warnblinkanlagen einzelner Fahrzeuge verhinderten höchstwahrscheinlich Schlimmeres.

Hier: Der Unfall-Ticker vom 18. Oktober zum Nachlesen

Wie genau sich die am Unfall beteiligten Autos und Lkws an diesem Montagmorgen bewegt hatten und wodurch das Unfallopfer den tödlichen Aufprall erlitten hat, das klärt aktuell die Staatsanwaltschaft Traunstein. Der 45-jährige Altöttinger fuhr mit seinem Kleinwagen entweder sehr langsam auf dem Standstreifen oder er stand dort, als ein weiteres Auto von hinten kam und auf den Pkw am Standstreifen auffuhr

Hinzugezogen sind ein ermittelnder Sachbearbeiter der Autobahnpolizei Mühldorf und ein Gutachter. Der Sachbearbeiter der Autobahnpolizei war auch an der Obduktion des Unfallopfers beteiligt. Auf Nachfrage von innsalzach24.de am Donnerstag (21. Oktober) konnte die Staatsanwaltschaft Traunstein zumindest bestätigen, dass es von diesem Unfall Stand heute kein weiteres Todesopfer gibt. Vier weitere Verkehrsteilnehmer waren verletzt worden.

Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Björn Pfeifer gibt an, „dass Vernehmungen der Unfallbeteiligten in Auftrag gegeben worden sind“. Dabei muss eine mögliche Fahrlässige Tötung ausgeschlossen bzw. ermittelt werden. Sollte der Tatbestand festgestellt werden, wird gegen einen mutmaßlichen Täter Strafanzeige gestellt. „Bei einem komplexen Ermittlungsverfahren mit mehreren beteiligten Fahrzeugen wird es Wochen oder sogar Monate dauern, bis wir verwertbare Ergebnisse haben“, so Pfeifer. Das Geschehen wird unter Hinzuziehung aller Gesichtspunkte in einem unfallanalytischen Gutachten rekonstruiert.

So verhältst du dich bei einem Unfall auf der Autobahn

Die Autobahnpolizei Mühldorf gibt im Nachgang dieser tragischen Ereignisse Tipps und Hinweise, wie man sich im Falle einer Panne oder eines Unfalls auf einer Autobahn zu verhalten hat. Vor allem rät die Polizei „zu einer umsichtigen Fahrweise und an die Sicht- und Witterungsverhältnisse angepassten Geschwindigkeit“. Überhöhte Geschwindigkeit bei sehr schlechter Sicht könnte eine mögliche Ursache des schrecklichen Unfalls am Montag gewesen sein.

Sollte auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wie der A94 - dort gibt es nur wenige Geschwindigkeitsbegrenzungen - eine Panne oder ein Unfall passieren, gibt die Polizei allen Verkehrsteilnehmern folgende Hinweise: „Soweit möglich sollte man das Fahrzeug noch auf den Standstreifen der Autobahn bringen, es dort sichern, die Warnblinkanlage einschalten und in 200 Meter Entfernung ein Warndreieck aufstellen.“ Man solle auch das Fahrzeug zügig verlassen - unbedingt in sicherem Abstand zur Fahrbahn - falls zum Beispiel Brandgefahr besteht.

Worst Case: Ein havariertes Fahrzeug auf der Überholspur

Ganz wichtig sei „das gesetzlich vorgeschriebene Anlegen einer Warnweste“. Laut Polizei soll man „das Betreten der Fahrbahn um jeden Preis vermeiden, da dies extrem gefährlich ist“. Herannahende Fahrzeuge würden bei Geschwindigkeiten um 200 Kilometer pro Stunde von Fußgängern praktisch immer unterschätzt. Der absolute Worst Case sei ein liegen gebliebenes Fahrzeug auf der Überholspur, das nicht mehr bewegt werden kann. Wie soll sich der Fahrzeuglenker in so einem Fall verhalten? „Unbedingt zuerst die Warnblinkanlage einschalten. Danach das Auto oder den Lkw zügig in Richtung Mittelleitplanke verlassen, die Warnweste anlegen und nach Möglichkeit ein Warndreieck aufstellen“, so ein Sprecher der Autobahnpolizei.

In dieser Situation solle man zudem „so schnell wie möglich einen Notruf an die Polizei absetzen“. Alle Personen, die auf der Autobahn oder auf dem Standstreifen ihr Fahrzeug verlassen müssen, sollten „immer den rückwärtigen Verkehr im Auge haben“ und der Fahrbahn fern bleiben. Der Standstreifen bietet laut Polizei „auch weniger Sicherheit, als man denkt“. Vor allem Lkws würden öfter auf den Standstreifen geraten, aufgrund einer Verengung der Fahrbahnbreite oder durch Übermüdung des Fahrers.

In einem Ausnahmefall darf oder soll man die Fahrbahn betreten

Eine Ausnahme zum Betreten der Fahrbahn einer Autobahn gibt es: „Wenn eine verletzte Person auf der Fahrbahn liegt, muss man Erste Hilfe leisten und - soweit es möglich ist - das Opfer von der Fahrbahn ziehen oder tragen. Dabei müsse man jedoch „voll konzentriert, schnell und immer aufmerksam sein, ob gerade schnelle Fahrzeuge herannahen“. Wer sich außerstande sieht, selbst unter gefährlichen Bedingungen Erste Hilfe zu leisten, kann und soll andere Verkehrsteilnehmer um Hilfe bitten.

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