So bunt ist Mühldorf

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Beten mit Ballons: René Keil von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Waldkraiburg, der katholische Pfarrer Martin Garmaier, der Erste Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde in Waldkraiburg, Tastan Gökay, sowie Mühldorfs Gemeindereferentin, Schwester Ulrike Schnürer (von links), beendeten den Aktionstag.

Mühldorf - Mit einem Aktionstag setzte das Netzwerk "Mühldorf ist bunt" am gestrigen Sonntag ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Toleranz.

In der Luft hing der Duft von afghanischem Essen, vorne auf der Bühne machten die Bands ordentlich Stimmung und mittendrin sah man jede Menge lachende und zufriedene Gesichter. Zwei davon gehörten Richard Fischer und Kristin Hüwel, den beiden Antreibern des noch jungen Netzwerks für Demokratie und Toleranz im Landkreis, die zusammen mit vielen freiwilligen Helfern den ersten Aktionstag "Mühldorf ist bunt" organisiert hatten. Am Ende zogen sie dann ein positives Fazit: "Das passt. Ehrlich gesagt hatten wir mit so vielen Besuchern nicht gerechnet".

Aktionstag "Mühldorf ist bunt"

Denn der Anlass ist ernst: So erinnerte Fischer zu Beginn des Aktionstags an die Neonazi-Demonstration in Mühldorf, die gezeigt habe, wie "wichtig es ist, dass wir für Demokratie und Toleranz einstehen". Umweltminister Dr. Marcel Huber drückte es so aus: "Es ist schön zu sehen, dass die Mühldorfer zusammenstehen. Dass wir zeigen, dass Gewalt und Intoleranz hier keinen Platz hat."

Nachdem zur Eröffnung des Aktionstags keiner der drei Mühldorfer Bürgermeister anwesend war, sagten kurzerhand die Stradträtinnen Marianne Zollner (SPD) und Ilse Preisinger-Sontag (CSU) ein paar Worte im Namen der Stadt. Sie betonten: "Wir stehen parteiübergreifend dafür, dass Mühldorf bunt bleibt."

Dann gehörte die Aufmerksamkeit den Akteuren: den Musikern von "Under Rock", "Zündler", "Malted Milk" und "Next to Nine 44" ebenso wie Clown "Gregor Gravity" und der "Trommlergruppe "Encontro". An den Infoständen der Parteien, Verbände, des Kreisjugendrings war jede Menge geboten. So durften sich die Besucher unter anderem im Masskrugschieben und an einer Geschwindigkeitstorwand versuchen, für die Buben und Mädchen hatte der KJR seine Hüpfburg aufgestellt.

Mit einem konfessionsübergreifenden Gebet endete der Aktionstag. Viele bunte Luftballons flogen abschließend in den Mühldorfer Abendhimmel: als sichtbares Zeichen gegen Rechtsextremismus.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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