Betreuung in drei Landkreisen

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Eine vertraute Hand in heimischer Umgebung: Viele sterbende Patienten wünschen sich nichts mehr, als ihre letzten Tage zu Hause oder in dem gewohnten Pflegeheim zu verbringen. Genau das ist das Ziel der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

Mühldorf - Zu Hause sterben, im Kreis der Angehörigen, menschenwürdig und schmerzfrei: Bisher gab es dieses Angebot nur im Landkreis Mühldorf.

Viele sterbende Patienten wünschen sich nichts mehr, als ihre letzten Tage zu Hause oder in der gewohnten Umgebung ihres Pflegeheims zu verbringen. Für die bestmögliche medizinische Versorgung mit Schmerzmedikamenten sorgt im Landkreis das Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Mit der Gründung des "SAPV am Inn" wird dieses Angebot nun auf die Landkreise Altötting und Rottal-Inn ausgedehnt.

Zu Hause sterben, im Kreis der Angehörigen, menschenwürdig und schmerzfrei: Diesen Wunsch vieler Patienten setzt das Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Landkreis Mühldorf seit Jahren in die Tat um. Es erfüllt damit einen ganz wesentlichen Teil der Hospizarbeit, die noch andere Bereiche umfasst: wie die ehrenamtliche Hospiz- und Trauerbegleitung, die allgemeine Palliativ- und Vorsorgeberatung und den palliativmedizinischen Dienst, der schwerkranke Menschen und deren Angehörige in den Kliniken Mühldorf und Haag unterstützt.

Doch über allen Strukturen, die unter dem Anna Hospiz-Dach in Mühldorf in all den Jahren entstanden sind, stand und steht das Ziel sterbenden Patienten trotz ihrer Schmerzen ein würdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen - am besten in vertrauter Umgebung. "Darauf arbeiten wir immer hin. Nach wie vor", erklärt Josef Hell, Geschäftsführer der Anna Hospiz GmbH, die für die Finanzierung der SAPV verantwortlich zeichnet.

Nun bekommt die spezialisierte ambulante Palliativversorgung eine neue Struktur. Mit ins Boot steigen die Landkreise Rottal-Inn und Altötting, gemeinsam entsteht dann die "SAPV am Inn" - mit Sitz in Mühldorf.

Die Vorarbeiten sind erledigt, sogar ein Logo existiert schon. Der Startschuss fällt laut Hell offiziell am 1. Januar, wenn die neuen SAPV-Verträge in Kraft treten. 20 Mitarbeiter werden dann der "SAPV am Inn" angehören: 13 davon sind im Landkreis Mühldorf tätig, vier im Kreis Rottal-Inn, drei im Kreis Altötting.

"Damit können wir eine flächendeckende Betreuung gewährleisten, auch wenn natürlich der eine oder andere gefahrene Kilometer dazukommen wird", erklärt der Vorsitzende des Anna-Hospizvereins Dr. Hans Dworzak. Die Hospizvereine, die es in allen drei Landkreisen gibt, sind von der neuen Struktur vordergründig nicht betroffen. Bleibt die Frage, ob und wie sich die Landkreise an der Finanzierung der "SAPV am Inn" beteiligen sollen und wollen. Denkbar ist, dass die Landkreise Rottal-Inn und Altötting Anteile an der bestehenden Anna Hospiz GmbH erwerben. "Vorgespräche wurden geführt, Ergebnisse gibt es noch nicht", sagt Hell.

Die Entwicklung hin zu einer größeren SAPV-Einheit sei ein logischer Schritt, entsprechende Anfragen aus den Nachbarlandkreisen hätten zugenommen. "Es ist an der Zeit, dafür auch die passenden internen Strukturen zu schaffen."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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